Verkehrsprobleme

In Berlin fallen im Schnitt täglich elf Ampeln aus

Laut Verkehrsverwaltung gab es im vergangenen Jahr 3844 Totalausfälle. Das ist der höchste Stand in der Hauptstadt seit acht Jahren.

Diese Ampel ist kein leuchtendes Vorbild.

Diese Ampel ist kein leuchtendes Vorbild.

Berlin. Es ist eines der Ärgernisse für Verkehrsteilnehmer. Wenn Ampeln ausfallen, bilden sich lange Staus und es steigt das Unfallrisiko. Was zuletzt gefühlt in Berlin immer häufiger passierte, ist jetzt statistisch belegt. Im vergangenen Jahr sind in der Hauptstadt im Schnitt knapp elf Mal am Tag die Ampeln ausgefallen. Der höchste Wert seit acht Jahren. Der längste Ausfall dauerte mehr als 14 Tage.

Herausgekommen ist das durch eine parlamentarische Anfrage des innenpolitischen Sprechers der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Marcel Luthe. Laut Senatsverkehrsverwaltung gab es im vergangenen Jahr 3.844 Totalausfälle (2017: 3.570) bei „Lichtsignalanlagen“, wie Ampeln in Behördendeutsch heißen. Zuletzt gab es im Jahr 2011 mit 4.176 Totalausfällen ähnlich viele Meldungen. Im Schnitt dauerte die Reparatur im vergangenen Jahr 6,34 Stunden. Der längste Ausfall dauerte 342 Stunden und damit mehr als 14 Tage.

60 Ampeln zeitgleich kaputt

Passieren würde das am Häufigsten durch den Ausfall von einzelnen Bauteilen wie Lampen oder LED-Einsätzen, durch Sachbeschädigung und Verkehrsunfälle, durch eindringende Feuchtigkeit bei Regen oder durch Netzschwankungen, teilte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese mit. Grundsätzlich sei man aber bestrebt, kaputte Anlagen innerhalb von 24 Stunden zu reparieren. Klappe das nicht, werde für Ersatz gesorgt.

Manchmal haben auch kleine Ursachen große Auswirkungen. So waren etwa nach einem kurzzeitigen Transformator-Ausfall im September vergangenen Jahres 60 Ampel-Anlagen im gesamten Stadtgebiet ausgefallen. Ausgelöst wurde der plötzliche Ampelausfall damals durch einen Fehler in einem Umspannwerk im Kraftwerk Reuter West in Spandau.

Fallen Ampeln aus, gelten die Regelungen durch Verkehrsschilder. Sprich: Wer auf einer Hauptstraße fährt, hat Vorfahrt. Wer von einer Nebenstraße kommt, muss warten. Bei gleichberechtigten Straßen gilt die Rechts-vor-Links-Regelung aus der Straßenverkehrsordnung. Zeigt eine Ampel dauerhaft Rot, muss ein Autofahrer nach bisher ergangener Rechtsprechung zunächst eine angemessene Zeit warten. Bevor dann in die Kreuzung eingefahren wird, muss der Fahrer sich mit anderen Beteiligten durch eindeutige Handzeichen verständigen, wer weiterfahren darf. Häufig regeln aber auch Polizisten den Verkehr. Zwar gibt es keine laut Verkehrsverwaltung angeblich keine jahresgenaue Auswertung, allerdings seien im Zeitraum von 2005 bis 2018 insgesamt 25.124 Einsätze gemeldet worden.

FDP-Politiker Luthe sieht den Senat in der Verantwortung. Er sagte der Berliner Morgenpost: „Dieser Senat ist die Hauptursache von Verkehrsproblemen unserer Stadt, wenn er offensichtlich nicht in der Lage ist, zumindest für funktionierende Ampeln zu sorgen. Das gefährdet nicht nur Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss“. Die Unzulänglichkeiten der Verkehrssenatorin würden die Polizei ganz erheblich belasten, wenn mehrmals täglich - und tausende Stunden jährlich - mehrere ausgebildete Vollzugsbeamte den Verkehr regeln müssten, so Luthe.