Freizeit

Feste, Kultur und eine Rallye: Wochenendtipps für Berlin

Auch an diesem Wochenende ist in ganz Berlin jede Menge los. Hier gibt es die besten Veranstaltungen aus den Bezirken.

Zum 12. Mal findet auf dem Alex das Vegane Sommerfest statt.

Zum 12. Mal findet auf dem Alex das Vegane Sommerfest statt.

Foto: BM

Markt-Tipp: Veganes Sommerfest am Alexanderplatz in Mitte

Am Wochenende steigt am Alexanderplatz zum zwölften Mal das Vegane Sommerfest. An drei Tagen lädt das mittlerweile größte Sommerfest seiner Art in Europa zum Entdecken, Genießen, Entspannen und Feiern ein. An rund 130 Info-, Handels- und Gastronomieständen und bei einem bunten Bühnenprogramm können sich die Besucher über die rein pflanzliche Lebensweise informieren. Dafür wird ein Vortragszelt aufgebaut, in dem es Beiträge einer Reihe von Ernährungs- und Politikwissenschaftlern geben soll. Etwa zu Themen wie dem ökologischen Fußabdruck von veganer Ernährung, oder der Frage, ob es überhaupt möglich ist, Haustiere wie Katzen und Hunde vegan zu ernähren. Im Workshopzelt verraten Experten, wie man veganen Camembert selber herstellen kann, oder wie rein pflanzliche Ernährung das persönliche Wohlbefinden verbessern kann. Eine Modenschau zeigt an beiden Tagen Kreationen von Labels, die ausschließlich tierfreie Kleidung produzieren. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg.

Sonnabend, 24. August, 11–20 Uhr und So., 25. August, 12–18 Uhr. Alexanderplatz, Mitte.

Fest-Tipp: Raver demonstrieren beim „Zug der Liebe“ für Toleranz

Unter dem Motto „30 Jahre Mauerfall - gegen neue Meinungsmauern“ zieht am Sonnabend ein Demonstrationszug zu Techno-Sounds durch Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain. Beim „Zug der Liebe“ präsentieren sich gesellschaftspolitische Vereine, deren Themen von Tierschutz bis Inklusion reichen. Die Musikparade mit 23 Lastwagen und einem Bus startet um 13 Uhr an der Puschkinallee, zieht dann durch die Schlesische Straße und die Köpenicker Straße, überquert die Spree und führt auf der Frankfurter Allee zurück nach Osten zum Markgrafendamm. Die Veranstalter erwarten nach eigenen Angaben insgesamt rund 50.000 Teilnehmer und Schaulustige. Unter anderem mit dabei sind diese DJs und Künstler: Felidae, Jens Schwan, Sam Oliver, Ep3000, Marco Remus, Vanessa Sukowski, Kombinat Klang, Micha van Ahle, Petra Struwe & Leigh Johnson, Lars Moston, Freulein P., Por No, Agent, DJ Tanith, Mijk van Dijk, Soulhunter, DJ Vela, Rollin’ Thunder, SoKooL, Bombata & The Fox, vom Feisten, Raus & Rausser, Loomen, Superstrobe, Dominik Vaillant, Daniel Boon, Basstronauten und Match Hoffman.

Sonnabend, 24. August, Treffpunkt ist um 13 Uhr im Schlesischen Busch. Der Park befindet sich an der Puschkinallee in Alt-Treptow, in unmittelbarer Nähe um das Arena-Gelände.

Jubiläums-Tipp: Start der Oldtimer-Rallye von Berlin nach Peking

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft startet am Sonnabend eine Oldtimer-Rallye von Berlin nach Peking. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD), der die Teams auf die Reise schicken wird, dankte Bernd Andrich von der AG City, ohne dessen Einsatz es nicht zu dieser besonderen Fahrt gekommen wäre. Die Rallye-Teilnehmer sollen nach einer Tour von mehr als 13.000 Kilometern durch neun Länder die Jubiläumsgrüße aus Berlin nach Peking bringen und ein Buch mit Bildern und Texten aus 25 Jahren Städtepartnerschaft Berlin – Peking überbringen. Enthalten sind in dem Buch auch Kapitel über die Freundschaft des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Pekinger Dongcheng District und des Kurfürstendamms mit der Wangfujing Straße, wo die Oldtimer-Rallye nach 52 Tagen am 13. Oktober enden soll.

Sonnabend, 24. August, 11 Uhr, Startschuss für die Rallye ist auf dem Breitscheidplatz.

Spaziergang-Tipp: Führung durch die Katakomben der Neuköllner Kindl-Brauerei

Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Brauereien die Pioniere des Untergrundes in Berlin. Sie waren die Ersten, die ihn baulich nutzten. Um das immer populärer gewordene untergärige Bier herstellen zu können, bedurfte es großer Lager und Gärkeller. Diese wurden tief in den Berliner Boden getrieben und waren seinerzeit die größten unterirdischen Bauwerke. Heute dient keiner der historischen Keller mehr der Bierproduktion. Viele der damaligen Brauereien und ihre Keller sind inzwischen abgerissen. Auf dem Areal der ehemaligen Berliner Kindl-Brauerei in Neukölln zeigt der Verein „Berliner Unterwelten“ im Rahmen einer geführten Tour sonnabends zunächst die moderne Privatbrauerei am Rollberg, die unter dem denkmalgeschützten Sudhaussaal verschiedene Bierspezialitäten braut. Anschließend geht es hinab in die Tiefen der ehemaligen Gär- und Lagerkeller der Berliner Kindl-Brauerei.

Jeden Sonnabend ab 17 Uhr, Dauer etwa 90 Minuten, Karten kosten zwölf Euro unter https://berliner-unterwelten.reservix.de/events

Ausstellungs-Tipp: Schau über die Spur der Stolpersteine

Stolpersteine vor Haustüren, die an Vertreibung und Ermordung von früheren jüdischen Bewohnern durch Nationalsozialisten erinnern, sind im Berliner Stadtbild inzwischen allgegenwärtig – auch in Pankow. Eine Ausstellung über das Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig präsentiert jetzt die Initiative „Stolpersteine in Weißensee“ in der Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek am Antonplatz. Hier wird nicht nur die Idee und Geschichte der Herstellung der Messingnamensschilder im Gehwegpflaster erklärt, sondern auch das Gedenken an die „verschwundenen Nachbarn in Weißensee“ aufgefrischt. 25 Stolpersteine sind bislang im Pankower Ortsteil in den Boden eingelassen – und es werden mehr. Zum Programm der Ausstellung gehört auch ein Spaziergang vom Bildungszentrum zum Jüdischen Friedhof Weißensee am Mittwoch, 28. August, ab 11 Uhr.

Di., Do., Fr., 10 – 19 Uhr, Mo., 10 – 20 Uhr, Mi. 15 bis 19 Uhr, Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek am Antonplatz, Bizetstraße 41, Pankow. Eintritt frei.

Restaurant-Tipp: Leckere Hausmannskost in der „Dicken Paula“

Wer nach guter deutscher Küche sucht, der ist in der „Dicken Paula“ in Tegel genau richtig. In dem urigen Lokal hat man das Gefühl, dass die eigene Mutter gleich mit der Kohlroulade aus der Küche kommt. Gäste, die öfter ein und aus gehen, werden herzlich mit dem Vornamen begrüßt – und die schätzen den liebevollen Umgang. „Genau das macht die ,Dicke Paula’ auch aus. Wir möchten das Gefühl geben, nach Hause zu kommen“, sagt Gordana Juretic, die das Lokal bis Ende Juli noch geleitet hat. Weil sie sich aber eingestehen musste, dass drei Lokale gleichzeitig zu viele sind, hat sie sich von dem Restaurant an der Schlieperstraße getrennt. Neue Inhaberin ist die „Dicke Gina“, wie sie sich selbst nennt. Sie arbeitet seit Jahren in der Gastronomie, betreibt eine kleine Event-Agentur und ist im deutschen Kabarett zu Hause – darum sollten sich Gäste nicht wundern, wenn es hin und wieder eine kleine Gesangseinlage gibt.

Die gute Nachricht: Am Konzept der deutschen Küche und auch an dem Namen des Restaurants ändert sich nichts. Und auch die Speisen bleiben erhalten. So gibt es die Kohlroulade „Berliner Art“ mit Speckstippe und Petersilienkartoffeln (9,80 Euro), den klassischen Schweinebraten mit Apfelrotkohl und Klößen (10,80 Euro) oder das Holzfällersteak vom Grill mit Schmorzwiebeln, Bratkartoffeln und Kräuterbutter (11,80 Euro). Für den kleinen Hunger gibt es eine eigene Karte mit Gerichten wie Matjesfilet nach „Hausfrauenart mit Bratkartoffeln (9,80 Euro) oder dem Strammen Mäxchen (7,80 Euro). Selbst gemachte Suppen und eine umfangreiche Frühstücksauswahl runden das Angebot ab. Öfter vorbeischauen lohnt sich, es wird zu der regulären Karte immer eine Tages- bzw. Wochenkarte gereicht. Jeden Mittwoch ist zum Beispiel Schnitzeltag, freitags gibt es separate Angebote rundum den Fisch.

Dicke Paula, Schlieperstraße 69, Reinickendorf, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 12 – 22 Uhr, Freitag und Sonnabend bis 23 Uhr.

Vormerk-Tipp: „Wonderland“ in der Ufa-Fabrik

Diesen Termin kann man sich vormerken: In der Ufa-Fabrik ist vom Mittwoch, 28. bis Freitag, 30. August zum zweiten Mal für drei Tage das Stationen-Theater Wonderland zu Gast. An drei Abenden verwandelt sich das Gelände in einen Freizeit- und Arbeitspark mit Nonsens-Flair. Wonderland ist ein Themenpark und versteht sich als Theater-Installation mit karnevalesken Momenten. Dabei tauchen viele bekannte Charaktere aus dem „Alice im Wunderland“-Kosmos als Akteure auf. Die Zuschauer können dem wellnessgestressten Kaninchen folgen oder treffen auf narzisstische Narzissen, austickende Uhren oder Dienstleistungsfrösche. Zu den interaktiven Möglichkeiten zählen Krocket spielen mit der Herzkönigin oder Tee trinken mit dem verrückten Hutmacher. Initiatorin ist Maria Jamborsky, freie Autorin und Regisseurin. 2006 gründete sie die Performance Gruppe Drifting Underground.

19 Uhr, Mi. – Fr., 28 – 30. August, Ufa-Fabrik, Viktoriastraße 10-18. Eintritt 15 Euro. Tickets in Ufa-Fabrik oder online: https://www.ufafabrik.de/de/spielplan.html