Prozess in Berlin

Haft folgt auf Haft: Serienstraftäter verurteilt

Bedrohung, Körperverletzung, Unfallflucht - das sind nur einige der Vergehen, für die ein 22-Jähriger nun verurteilt wurde.

Ein Richter am Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung.

Ein Richter am Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung.

Foto: Sven Braun / dpa

Berlin. Nötigung, Bedrohung, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht und Widerstand, die Liste der Vorwürfe gegen Costel R. ist lang. Am Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Tiergarten den 22-Jährigen aus Spandau zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung. Der Richter hielt ihm beim Strafmaß dabei sein umfassendes Geständnis zugute.

Begangen hat der junge Rumäne die in zwei Anklagen zusammen gefassten Taten zwischen Juni 2018 und Januar 2019. Anfang Juni vergangenen Jahres schickte er seiner Ex-Freundin, die ihn bereits zwei Jahre zuvor verlassen hatte, etwa 50 Nachrichten, in der er sie ultimativ aufforderte, sich mit ihm zu treffen. Andernfalls, so seine Drohung, werde er Bilder, unter anderem Nacktfotos der jungen Frau, in den sozialen Medien veröffentlichen. Die Ex-Freundin ignorierte seine Nachricht, worauf R. tatsächlich ein entsprechendes Bild von ihr im Internet verbreitete.

Angeklagter versuchte, die Ex-Freundin zu entführen

Kurze Zeit später unternahm R. einen weiteren Kontaktversuch zu der jungen Frau. Der sah so aus, dass er zu ihrer Wohnanschrift in Wedding fuhr, sie vor dem Haus abpasste und versuchte, sie in seinen Wagen zu zerren. Erst ein Zeuge unterband die Attacke, R. setzte sich in sein Auto und flüchtete. Der Wagen, ein silberfarbener Mercedes, spielte bei den Taten eine besondere Rolle. Costel R. fuhr oft und gern mit dem noblen Gefährt umher. Und das ohne Führerschein

Seine mangelnden Fahrkenntnisse wurden dem Angeklagten dann bei einem Unfall im Oktober 2018 zum Verhängnis. An der Kreuzung Seeburger Straße / Lutoner Straße in Spandau verlor er die Kontrolle über seinen Mercedes und prallte gegen einen Lichtmast, der durch die Wucht des Aufpralls aus der Verankerung gerissen wurde.

Teile des Mastes und schwere Steinquader wurden bis zu 40 Meter durch die Luft geschleudert und demolierten einen Baum, einen geparkten Pkw und ein BVG-Wartehäuschen. Obwohl ihn ein Zeuge daran hindern wollte, flüchtete R. zu Fuß vom Tatort.

Die letzte der angeklagten Taten beging R. Anfang dieses Jahres, als zwei Polizisten mit einem Haftbefehl bei ihm auftauchten. Er währte sich so heftig gegen seine Verhaftung, dass die Beamten Zwangsmittel anwenden mussten.

Strafregister mit etwa einem Dutzend Einträgen

Trotz seines jungen Alters hat R. schon ein beeindruckendes Strafregister, in dem etwa ein Dutzend Einträge von Diebstahl über Körperverletzung und Hehlerei bis zu Raub vorkommen. Inzwischen hat er sich, wie er am Mittwoch beteuerte, geändert. In der Haftanstalt arbeitet er in der Tischlerei, bemüht sich um eine Ausbildung und bekommt wöchentlich Besuch von seiner jetzigen Freundin und dem gemeinsamen Kind.

Mit denen will er so bald als möglich ein normales Leben führen. Davor steht aber noch die Verbüßung der am Mittwoch verhängten Strafe. Die beginnt allerdings erst im Mai 2020. Dann endet die Haft aus seiner letzten Verurteilung.