Nach Ranking-Debakel

CDU stellt „Sofortprogramm für bessere Bildung“ vor

Beim Bildungsmonitor rutschte Berlin auf den letzten Platz ab. Die Berliner CDU will mit einem Sofortprogramm gegensteuern.

Kai Wegner, CDU-Landesvorsitzender

Kai Wegner, CDU-Landesvorsitzender

Foto: Annette Riedl / dpa

Die Berliner CDU hat ein „Sofortprogramm für bessere Bildung in Berlin“ aufgelegt. Damit reagiert man auf die schlechten Nachrichten der letzten Wochen. Die Hauptstadt war im jährlichen Bildungsmonitor der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, die ein Ranking der Bundesländer zu dem Thema aufstellt, wieder auf den letzten Platz zurückgefallen. Ausdrückliche Begründung: die schlechte Schulqualität in zu vielen Schulen der Stadt. Und der Landeselternausschuss Berlin hatte zu Schulbeginn gebeten: „Michael Müller, bitte übernehmen Sie!“ Zu tief saß dort der Frust.

„Senatorin Scheeres hat das Berliner Bildungssystem gründlich vor die Wand gefahren. Berlin ist das Schlusslicht in ganz Deutschland“, sagt nun der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner. Deshalb verlange das Präsidium seiner Partei einen „echten Neustart“. Dabei solle das Sofortprogramm helfen.

Eine „Willkommensprämie“ soll Lehrkräfte anlocken

Vieles, was dort zu lesen ist, klingt vertraut. So fordert die Berliner CDU, wenig überraschend, auch in diesem Bundesland die sofortige Verbeamtung von Lehrern. Außerdem solle eine „Willkommensprämie“ für Lehrkräfte aus anderen Bundesländern ausgelobt werden – der Bonus soll in die Hauptstadt locken. Eine weitere Forderung: Schulen dürften maximal zwanzig Prozent Quereinsteiger im Kollegium haben, denn klar ist, die Verteilung dieser pädagogisch ungelernten Fachkräfte ist in der Stadt höchst ungerecht. Und im ersten Arbeitsjahr sollten diese Quereinsteiger keinesfalls in einer ersten Klasse eingesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Sofortprogramms ist die Schulqualität. Ein Problem von Berliner Grundschülern sind häufig mangelnde Deutschkenntnisse. Das erschwert den Schulstart. Die Berliner CDU verlangt daher eine „kurzfristige Wiedereinführung der Vorschule“. Gerade Brennpunktschulen sollten die Möglichkeit haben, „Starterklassen“ als temporäre Lerngruppen einzurichten, in denen besonders auf den Spracherwerb geachtet werden könne. „Wir wollen eine Sprach-Offensive, um Bildungschancen zu eröffnen“, erläuterte Wegner. Zuletzt hatten fast 30 Prozent der Berliner Drittklässler die Mindeststandards in Deutsch verfehlt.