Crowdfunding-Projekt

Berliner will Denkmal für Air Berlin und Germania errichten

Einst zierten die Logos der früheren Airlines einen Hanger am Flughafen Schönefeld. Marius Langas hat mit den Schriftzügen große Pläne.

Marius Langas hat die Logos von Air Berlin und Germania gekauft – und hofft nun auf Unterstützung für den Bau eines Denkmals.

Marius Langas hat die Logos von Air Berlin und Germania gekauft – und hofft nun auf Unterstützung für den Bau eines Denkmals.

Foto: Marius Langas

Berlin. Der Berliner Marius Langas (30) plant den Bau eines Denkmals für die früheren Fluggesellschaften Air Berlin und Germania. Langas sammelt dafür derzeit über die Crowdfunding-Plattform „GoFundMe“ Geld ein. Insgesamt sollen 8000 Euro zusammenkommen. „Da Air Berlin und Germania vor allem für ihre hochmotivierten und fest zusammenhaltenden Mitarbeiter standen, kam mir die Idee, dass diese Menschen ein Art Denkmal brauchen“, schreibt Langas, der für die Deutsche Flugsicherung am Standort Schönefeld arbeitet, auf der Projektseite.

Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz anmelden müssen, Germania im Februar 2019. Beide Airlines hatten ihren Sitz in der deutschen Hauptstadt. Als Folge der Pleiten hatten insgesamt mehr als 9000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren.

Logos und Schriftzüge hingen an Hangar nahe dem Flughafen Schönefeld

Bauliche Grundlage für den geplanten Erinnerungsort sollen zwei große Logos nebst Schriftzügen sein, die zuletzt an dem Hangar der Lufthansa Bombardier Aviation Services (LBAS) in Selchow nahe dem Flughafen Schönefeld angebracht waren. Er habe mit der LBAS eine Einigung über den Kauf von Logos und Schriftzügen erzielt, erzählt Langas im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Der Preis für die Erinnerungsstücke liege im vierstelligen Bereich. Erwerb, Transport und letztlich auch den Bau des Denkmals will er über das Crowdfunding finanzieren.

Bis spätestens zum Start der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im Mai des kommenden Jahres sollen Logos und Schriftzüge einen neuen Platz gefunden haben. „Die Standortsuche ist aktuell neben dem Crowdfunding die größte Herausforderung“, sagt Langas. Ziel sei es, ein eingezäuntes Gelände zu finden, das auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen sei, erzählt Langas, der in seiner Freizeit die Internetseite „Bike2BER“ betreibt und sich deswegen immer mal wieder mit Ämtern und Gemeinden in der Flughafenregion austausche.

Denkmal soll auch Mahnung für Missmanagement sein

Das neue Denkmal soll dann aber auch aus der Entfernung sichtbar sein. Nach Angaben von Initiator Langas sind die Buchstaben bis zu drei Meter hoch, die Logos haben sogar einen Durchmesser von bis zu fünf Metern. „Jeder, der diese riesigen Buchstaben und Logos sieht, soll sich ein bisschen erinnert fühlen an diese Zeit“, schreibt Langas.

Gleichzeitig solle das geplante Denkmal aber auch „Mahnung sein, wie Missmanagement und Gier ein ganze Luftfahrtregion ins Wanken bringen kann“, so Langas weiter. Air Berlin etwa hatte vor der Insolvenz einen Schuldenberg in Höhe von rund zwei Milliarden Euro angehäuft.

Die Branche halte aber weiter zusammen, sagt Marius Langas. „Ich habe zahlreiche Anrufe von ehemaligen Mitarbeitern der Fluggesellschaften bekommen“, so der Initiator. Der Zuspruch ist auch auf der Crowdfunding-Seite des Projekts abzulesen: Seit dem 14. August läuft die Aktion. Bis Montagabend waren durch 47 Unterstützer bereits 1365 Euro zusammengekommen.