Versteigerung

Die Flasche Whiskey zum Ersten, zum Zweiten, ...

Das Bundesfinanzministerium versteigerte Spirituosen und Schmuckstücke aus der Asservatenkammer des Zolls.

Alkoholische Getränke waren bei der Auktion besonders beliebt.

Alkoholische Getränke waren bei der Auktion besonders beliebt.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Um zwei große stabile Stahlboxen stehen zehn Männer und Frauen, auf deren T-Shirts „Team Zoll-Auktion“ steht. Sie bewachen die „Schätzchen“, wie das Bundesfinanzministerium die Auktionsgegenstände bezeichnet, die an diesem Sonntagmittag im Garten des Ministeriums versteigert werden. An Biertischgarnituren habe es sich unzählige Gäste bequem gemacht. Sie warten auf die große Auktion.

Insgesamt 25 „Schätzchen“ kann man hier erwerben, sie stammen zum Großteil aus der Asservatenkammer des Zolls. Darunter eine Goldkette, deren Anfangsgebot bei 187 Euro liegt, ein orientalischer Wandteller für 15 Euro, eine Damenhandtasche für 48 Euro – und zwölf verschiedene Flaschen Alkohol. Darunter Champagner, Whiskey oder Rum.

Der Moderator, der selbst beim Hauptzollamt Gießen arbeitet, erklärt: „Das sind entweder Sachen, die illegal nach Deutschland eingeschmuggelt werden sollten. Oder Gastgeschenke von ausländischen Staatsgästen.“ Der Schmuck aber sei gepfändet worden „von Menschen, die irgendwie Schulden beim Staat hatten“, berichtet er weiter.

Der Auktionator erklärt anschließend kurz die Regeln. Beim Alkohol, sagt er, müsse man natürlich volljährig sein. Auch solle man vorsichtig sein, wie man sich während der Auktion bewegt. „Ein Kratzen am Kopf kann hier oben aussehen wie ein Gebot.“ Nach der kurzen Einführung geht es los. Ein Mitarbeiter des Zolls läuft über die Bühne, reckt eine Flasche Whiskey in die Höhe: „Das Anfangsgebot liegt bei sechs Euro.“ Wie Kanonenschüsse rattert der Auktionator die Gebote runter. „Sieben Euro, wer bietet mehr, acht, neun, zehn. Wer biete mehr?“ Zack, Zack, Zack. Immer mehr wird geboten. „36 Euro zum Dritten“ - rummst, der Hammer knallt auf den Tisch - heißt es zum Schluss.

Auffällig: Die Gäste bieten fleißig bei Spirituosen mit. Die Goldkette hingegen geht für das Einstiegsgebot an einen neuen Besitzer, der orientalische Wandteller – ein Gastgeschenk – für immerhin 21 Euro, die Handtasche für 60 Euro. Der Alkohol dafür meist für das fünf- oder Zehnfache.

Der Gesamtwert der Auktion war insgesamt bei 805 Euro angesetzt. Eingenommen wurden schließlich nach einer guten Stunde Auktion für alle 25 „Schätzchen“ insgesamt 1314 Euro. Die Versteigerung fand im Rahmen der Tag der offenen Tür der Bundesregierung statt. Sonnabend und Sonntag öffneten das Bundeskanzleramt, die 14 Ministerien und das Bundespresseamt ihre Türen für Bürger zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Mehr als 800 Veranstaltungen – Führungen, Diskussionsrunden, Ausstellungen, Mitmachaktionen und Musik – standen an den beiden Tagen auf dem Programm.

Bereits am Sonnabend teilte die Bundesregierung mit, dass sie rund 67.000 Besuche gezählt habe. Bei der 21. Auflage des Tags der offenen Tür wurden insgesamt mehr als 100.000 Besuche gezählt. Im Vorjahr waren es mehr als 130.000. Besonders beliebt bei den Gästen war traditionell das Bundeskanzleramt. Vor allem der Führung von Angela Merkel durch ihren Amtssitz mit anschließender Diskussion im Garten lockten viele Besucher an.

Glück: Pünktlich zur Tour verzogen sich die Wolken, die Berlin am Vormittag noch Regenschauer beschert hatten, und die Sonne brach durch.