Politik

Umweltministerin über E-Tretroller-Flut: "Finde sie nervig"

Immer mehr E-Tretroller gibt es in Berlin. Viele Bürger finden sie lästig, auch Umweltministerin Svenja Schulze sieht es ähnlich.

Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat die große Zahl von E-Tretrollern - Mietrollern mit Elektroantrieb - in Berlin kritisiert. „Ja, ich finde sie hier in der Stadt auch total nervig“, sagte Schulze am Sonnabend bei einer sogenannten Bürgerpressekonferenz beim Tag der offenen Tür der Bundespressekonferenz in Berlin. „Sie sind für mich auch kein Beitrag zum Klimaschutz, sondern wirklich Spaß.“

Eine Studentin aus Berlin, die ebenfalls im Publikum saß, stellte der Umweltministerin eine persönliche Frage: „Ich würde gern wissen: Was tun Sie denn persönlich für den Klimaschutz?“ Schulze erklärte, dass sie bevorzugt Fahrrad fahre, seit Jahren kein Fleisch mehr esse und soweit wie möglich aufs Fliegen verzichte. „Privat in den Urlaub zu fliegen ist unvorstellbar für mich. Dienstlich fliege ich manchmal, aber privat verzichte ich darauf.“

Sperrzonen in Berlin für E-Tretroller

Angesichts der bereits vorhandenen Probleme mit den E-Tretrollern kündigte die Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) vor kurzem an, dass Verleihroller zunächst nicht mehr am Brandenburger Tor samt Pariser Platz und dem Holocaust-Mahnmal geparkt werden können. In den Apps mehrerer großer Verleihfirmen sind sie inzwischen als Sperrzonen eingetragen.

Im Bezirk Mitte ist das Abstellen auch in allen öffentlichen Grünflächen nicht mehr möglich. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) beklagte in den vergangenen Wochen die Masse an E-Scootern und zahlreiche Verstöße der Fahrer. Es habe zahlreiche Bürgerbeschwerden gegeben. Betroffen seien vor allem Orte, die viel von Touristen besucht würden.

Verleiher bieten Fahr- und Sicherheitstrainings an

Für die Zukunft ist geplant, dass E-Tretroller in Berlin künftig nicht mehr auf dem Gehweg abgestellt werden - vielmehr sollen am Straßenrand eigens Flächen zum Abstellen von Leihfahrzeugen und auch privaten Rädern geschaffen werden. Dazu sollen auch Autoparkplätze umgewidmet werden. Mehrere Verleiher bieten außerdem Fahr- und Sicherheitstrainings an. Ziel der Schritte ist es, die Akzeptanz für das neue Verkehrsmittel zu erhöhen. In den ersten Wochen seit der Zulassung Mitte Juni war von vielen Seiten Kritik gekommen - unter anderem wegen verstellter Gehwege, wo die Roller zu Stolperfallen werden können.