Verkehr in Berlin

Senatorin Günther will weniger Platz für Autos in Berlin

Die Verkehrssenatorin plant, Straßenflächen wie vor der Urania, vor dem Ernst-Reuter-Platz oder vor dem Rathaus Spandau umzugestalten.

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) will vom Autoverkehr dominierte Plätze fußgängerfreundlich umgestalten.

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) will vom Autoverkehr dominierte Plätze fußgängerfreundlich umgestalten.

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / Jens Kalaene/

Berlin sollte dem Vorbild von Paris nacheifern und vom Autoverkehr dominierte Stadtplätze fußgängerfreundlich umgestalten. „Plätze umzubauen, ist eine der nächsten großen Aufgaben für die Politik, die wir angehen müssen“, sagte Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) der Berliner Morgenpost. Handlungsbedarf sieht die Politikerin vor allem am Platz vor der Urania in Schöneberg, dem Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg, der Fläche vor dem Rathaus Spandau und am Breitenbachplatz in Steglitz.

Die französische Hauptstadt hat vor einigen Jahren begonnen, Verkehrsachsen und Knotenpunkte wie die Seine-Uferstraßen, den Place de la République oder den Place de la Nation umzubauen, dem Autoverkehr Flächen zu entziehen sowie mit Grünzonen und Platz für Fußgänger Menschen anzulocken. Die Projekte gelten allgemein als erfolgreich.

Das will Günther auch in Berlin erreichen. Der Straßenzug vor der Urania sei ein „komplett unwirtlicher Ort, an dem es kurioserweise eine Kontroverse gibt, ob man die Platanen abhacken sollte, damit das Kunstwerk besser zu sehen ist“, sagte die Senatorin. Dabei störten weniger die Bäume am Kunstwerk als die Autos, „die da außen herum vorbeirasen“, sagte die Grünen-Politikerin. „Wir werden solche Plätze verändern müssen, um sie wieder zu Orten der Begegnung zu machen.“ Zu einer menschenfreundlichen Stadtgestaltung gehöre es, die alten „autobahn-ähnlichen Elemente“ herauszunehmen. „Wir müssen die Sünden der autogerechten Stadtplanung zurückbauen“, forderte Günther. Sie räumte aber ein, noch keine fertigen Pläne zu haben.

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Generell sprach sich die Senatorin dafür aus, nicht jede Ecke in Berlin zuzubauen und stattdessen mehr Grünflächen anzulegen. Auch kleine „Pocket-Parks“ verbesserten in Zeiten des Klimawandels und der Erderwärmung das Mikroklima in den Kiezen. „Berlin muss eine grüne Stadt bleiben“, sagte Günther. Dabei helfen soll ein neuer Ankaufsfonds, über den das Land auch Flächen für neue Grünanlagen erwerben kann. Sie kündigte an, die Areale um das Westkreuz in Charlottenburg sowie um den Flughafensee in Tegel über diesen Fonds sichern zu wollen. Der Senat kaufe damit auch Kompensationsflächen, die als Ausgleich für neue Stadtgebiete benötigt würden. „Wir wollen, dass das Grün mitwächst.“

Im Streit um die mögliche Verlängerung von U-Bahnlinien warb Günther für eine nüchterne Analyse der erwarteten Fahrgastzahlen. Für sie gehöre die U-Bahn zu einer wachsenden Metropole. Könne eine Linie ausgelastet werden, sollte sie gebaut werden. Falls nicht, sollten Straßenbahnen oder Elektrobusse fahren.