Festsaal Kreuzberg

Berliner Linke feiern erstmals mit Bier-Limit

Weil die Gäste voriges Jahr so viel tranken, gibt es diesmal ein Getränkelimit beim traditionellen Sommerfest der Linken.

Die Fraktionschefs der Linken im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf und Carola Bluhm (r.), mit Landeschefin Katina Schubert.

Die Fraktionschefs der Linken im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf und Carola Bluhm (r.), mit Landeschefin Katina Schubert.

Foto: Maurizio Gambarini

Das diesjährige Motto des traditionellen Sommerfestes der Berliner Linken lautete: „Volle Kanne Berlin“. Die Gäste durften das am Freitagabend im Festsaal Kreuzberg allerdings nicht allzu wörtlich nehmen.

Denn anders als in den Vorjahren wurden Getränke in diesem Jahr erstmals nicht mehr unbegrenzt ausgeschenkt. „Wir haben uns diesmal ein finanzielles Limit gesetzt“, sagte Sprecherin Stefanie Graf.

Schließlich sei das Fest immer größer geworden, begründete sie die Änderung. Erwartet wurden 600 bis 700 Gäste. Die Linksfraktion veranstaltet ihr Sommerfest bereits seit 2012. Damals feierten die Linken mit etwa 400 Gästen noch im alten Festsaal Kreuzberg an der Skalitzer Straße, der 2013 komplett abbrannte. Am neuen Standort des Festsaals mit seinem attraktiven Außengelände Am Flutgraben stieg die Gästezahl von Jahr zu Jahr kontinuierlich – und damit natürlich auch die Kosten. Ab welcher Höhe das neue Limit nun gelten sollte, wollte die Sprecherin allerdings nicht verraten.

Singende Abgeordnete und rot-rot-grüne Prominenz

Mit „Volle Kanne Berlin“ beziehe man sich auf den Umstand, dass Berlin weiter wachse, klärte Fraktionschefin Carola Blum die Gäste schließlich auf. „Berlin wächst und gedeiht. Dieses Wachstum sozial und ökologisch zu gestalten, braucht vollen Einsatz von uns allen“, sagt die Politikerin. „Wir als Linke wollen dafür das Öffentliche stärken; Häuser und Grundstücke wieder in die öffentliche Hand bringen, durch den Mietendeckel bezahlbares Wohnen sichern, Bildung und Mobilität für alle ermöglichen und Stadtnatur und Klein­gärten erhalten.“

Zu feiern habe die Linke in diesen Tagen schließlich so einiges, ergänzte Fraktionschef Udo Wolf: „Unter anderem eine rot-grün-rote Regierung in Bremen und in jüngsten Umfragen eine Zustimmung von mehr als 60 Prozent zu Rot-Rot-Grün in Berlin.“ Und noch mit einer weiteren Neuerung wartete die Linke am Freitag auf, und zwar in ihrem musikalischen Rahmenprogramm: Hinter dem Konzert von „Seeroiberjenny“ um 20 Uhr verbirgt sich die Berliner Abgeordnete Anne Helm, die einige Chansons darbieten sollte.

Für koalitionsinternen Diskussionsstoff war reichlich gesorgt

Neben allen linken Senatoren Klaus Lederer (Kultur), Elke Breitenbach (Soziales) und Katrin Lompscher (Wohnen) waren auch die Senatoren der Grünen, Dirk Behrendt (Justiz) sowie von der SPD Andreas Geisel (Inneres) zu dem Fest gekommen. Für koalitionsinternen Diskussionsstoff war damit reichlich gesorgt, schließlich gibt es zwischen den Koalitionären bekanntermaßen unter- schied­liche Auffassungen über das Voranschreiten der Schulbauoffensive, den Ausweis neuer Wohnungsbaugebiete, die Herrichtung neuer Radwege und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

Auch zahlreiche Vertreter der Stadtgesellschaft waren zum Festsaal Kreuzberg gekommen: unter anderem Dieter Puhl von der Stadtmission, Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sowie Roland Jahn, Leiter der Stasiunterlagenbehörde, und Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg.