Prozesse

Nach Tod der Tochter: Lebensgefährtin von Vater vor Gericht

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters.

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters.

Foto: dpa

Nachdem ein Vater wegen Mordes an seiner kleinen Tochter zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist, steht ab heute seine Lebensgefährtin vor Gericht. Sie muss sich wegen Mordes und Kindesmisshandlung verantworten. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) soll die Anklage verlesen werden. Anschließend hat die Angeklagte Gelegenheit, sich zu äußern. "Ob das passiert, ist offen", sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau nach Angaben der "Märkischen Oderzeitung" vor, den lebensbedrohlichen Zustand des Kindes erkannt zu haben, ihr aber nicht zu Hilfe gekommen zu sein.

Der Vater der Kleinen wurde mehr als ein Jahr nach ihrem Tod im Juni zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht Frankfurt (Oder) sprach den 29-Jährigen wegen Mordes schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann die Kleine im Jahr 2017 über sechs bis acht Wochen lang schwer misshandelte. Das Kind war nach schweren Verletzungen zunächst ins Koma gefallen und im April 2018 im Alter von zweieinhalb Jahren gestorben.