Morgenpost vor Ort

Wohin steuert der Südwesten Berlins? Jetzt anmelden!

„Morgenpost vor Ort“ am 26. August mit Hajo Schumacher: Es geht um die Probleme und Perspektiven von Steglitz-Zehlendorf.

Die Schloßstraße ist die wichtigste Einkaufsmeile im Südwesten. Im Hintergrund der Kreisel, eines der größten Bauprojekte in Steglitz-Zehlendorf.

Die Schloßstraße ist die wichtigste Einkaufsmeile im Südwesten. Im Hintergrund der Kreisel, eines der größten Bauprojekte in Steglitz-Zehlendorf.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Der Südwesten Berlins gilt seit eh und je als gute Adresse, Steglitz-Zehlendorf gehört zu den beliebtesten und begehrtesten Wohnbezirken. Sozialstruktur, Einkommens- und Bildungsniveau sind überdurchschnittlich, viele Probleme der Metropole treten dort nicht so massiv zutage wie in anderen Teilen der Stadt. Eine Insel der Glückseligen also?

Natürlich nicht, auch in diesem Bezirk gibt es große Herausforderungen. Wo ist noch Platz für den in Berlin dringend benötigten Wohnungsbau? Hält die Infrastruktur, zum Beispiel im Schul-, Kita- und Verkehrsbereich, mit dem Wachstum Schritt? Hat die Kriminalität zugenommen? Kurzum: Wie entwickelt sich Steglitz-Zehlendorf, wo liegt was im Argen, welches sind die Potenziale? Worüber ärgern sich die Menschen, welche Aufgaben muss die Politik angehen?

Solche Fragen wollen wir am 26. August bei einem großen Leserforum mit Ihnen erörtern. Unsere nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Steglitz-Zehlendorf – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“.

Sechs Experten bieten Informationen aus erster Hand

Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern dabei die Möglichkeit, sich aus erster Hand zu informieren und mit unseren Experten auf dem Podium darüber zu sprechen, wie der Bezirk lebenswert bleiben kann. Auf dem Podium diskutieren: Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf und stellvertretende CDU-Landesvorsitzende; Gösta Köhler, Leiter des Polizeiabschnitts 43; Ulrike Kipf, Vorsitzende des Bezirkselternausschusses; Jens Wieseke, stellvertretender Landesvorsitzender und Sprecher des Fahrgastverbandes Igeb sowie Katrin Lange, Bezirksreporterin der Berliner Morgenpost für Steglitz-Zehlendorf. Moderator des Abends ist Morgenpost-Autor Hajo Schumacher.

Das Leserforum beginnt am Montag, 26. August, um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf, Teltower Damm 18 (Ecke Kirchstraße) und dauert circa zwei Stunden. Nach der etwa 60 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Gäste im Publikum Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten. Die Teilnahme ist für alle Leser kostenlos, die Gäste müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, erläutern wir am Ende des Textes.

Themen sind Stadtentwicklung, Infrastruktur, Verkehr und Kriminalität

Zentrales Thema des Abends ist die Zukunft des Südwest-Bezirks, insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung, soziale Infrastruktur, Verkehr, Verwaltung und Finanzen. Dabei soll zum Beispiel die Frage, ob es auch künftig genügend Schulplätze gibt, ebenso diskutiert werden wie das Tempo bei der Schulsanierung.

Wir werden die Verkehrsbelastung durch Berufspendler besprechen und die Pläne, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Zudem wollen wir uns damit beschäftigen, wie es um öffentliche Sicherheit und Kriminalität im Bezirk bestellt ist.

330 Eigentumswohnungen im Steglitzer Kreisel

Steglitz-Zehlendorf kann sich rühmen, eines der höchsten und eines der größten Bauprojekte zu haben. Unübersehbar, allein schon aufgrund seiner prominenten Lage an der Schloßstraße, ist der Steglitzer Kreisel. Nach Jahren des Leerstands hat der Umbau des ehemaligen Bürogebäudes in ein Wohnhaus begonnen. Bauherr ist die CG-Gruppe, sie errichtet 330 Eigentumswohnungen auf 30 Etagen in dem 120 Meter hohen Gebäude, in dem einst die Bezirksverwaltung saß.

2022 sollen die ersten Bewohner einziehen. Mit Quadratmeterpreisen zwischen 7800 und 8500 Euro ist der Neubau eher in das Luxussegment einzuordnen. Derzeit ist das Gebäude bis auf das Stahlskelett zurückgebaut. Viele Arbeiten, so heißt es bei der CG-Gruppe, würden jetzt im Inneren stattfinden. Nachts wird jede zweite Etage angestrahlt – Probelauf für das Lichterfest „Berlin leuchtet“, bei dem der Kreisel im Herbst dabeisein wird.

In Lichterfelde Süd liegt eines der größten Berliner Baugebiete

Zu den größten Bauprojekten Berlins gehört das neue Stadtquartier in Lichterfelde Süd. Die Groth-Gruppe will dort 2500 Wohnungen errichten, zudem eine Schule, eine Kita und Geschäfte. Derzeit wird der Bebauungsplan erstellt, der Hochbau soll im Herbst 2020 beginnen. Die Groth-Gruppe muss noch einmal umplanen, nachdem auf dem Gelände alte Baracken von Kriegsgefangenen entdeckt wurden. Der Denkmalschutz möchte sie erhalten (siehe unten).

Ein wichtiger Ort, der städtebaulich weiterentwickelt werden soll, ist die alte Lungenklinik in Heckeshorn. Während der Senat dort bis zu 700 Flüchtlinge unterbringen will, setzen sich die Ortsverbände von CDU und FDP dafür ein, das Areal zu einem Pflege- und Gesundheitsstandort auszubauen. Die Fronten sind verhärtet, der Senat hat das Verfahren an sich gezogen. Im Moment hat aber die Fledermaus das Sagen – sie hat für einen Baustopp gesorgt.

Zwischen „Geisterhäusern“ und neuen Wohnquartieren

Selbst Steglitz-Zehlendorf hat seine prominenten „Geisterhäuser“. Das Wohngebäude an der Ecke Hindenburgdamm und Gardeschützenweg verfällt seit Jahren. Der Bezirk will es nun über einen Treuhänder auf Kosten des Eigentümers sanieren lassen. Unklar ist auch, was aus dem ehemaligen Anatomie-Institut der Freien Universität werden soll. Aldi hat das Grundstück gekauft und wollte dort einen Supermarkt errichten. Das lehnt der Bezirk ab. Während der Streit andauert, verfällt das Gebäude.

In Zehlendorf sind in den vergangenen Jahren einige neue Wohnquartiere entstanden, darunter das von der Stofanel Investment AG gebaute Stadtviertel „Fünf Morgen“ an der Marshallstraße in Dahlem. Die Stadtvillen gruppieren sich um einen künstlichen See, dazu wurde eine Ladenzeile an der Clayallee errichtet. Debattiert wird derzeit, wie es städtebaulich am S-Bahnhof Zehlendorf und an der alten Dorfaue am Teltower Damm weitergeht. Eine Bürgerinitiative fordert ein Gesamtkonzept. Im Zuge des Brückenneubaus soll es einen neuen S-Bahn-Zugang am Postplatz geben.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Cerstin Richter-Kotowski (57) ist Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU. Im Bezirksamt ist sie auch für Finanzen, Personal, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung zuständig. Zuvor war die Juristin unter anderem Stadträtin für Bildung, Kultur und Bürgerdienste sowie etliche Jahre Mitglied des Abgeordnetenhauses.

Jens Wieseke (55) gehört seit 1996 dem Vorstand des Berliner Fahrgastverbandes Igeb an, seit 15 Jahren ist er dessen stellvertretender Vorsitzender. Als Sprecher des Verbandes gilt er als kritische Stimme für Hunderttausende Bahn- und Busfahrgäste. Der gebürtige Köpenicker arbeitet bei der Deutschen Post, dort hat er auch eine Lehre absolviert und studiert.

Ulrike Kipf (55) engagiert sich seit 2009 in Berliner Schulen. Seit 2014 ist die Ärztin und Mutter dreier Söhne Mitglied im Vorstand des Bezirkselternausschusses Steglitz-Zehlendorf, leitet diesen seit 2016. Zudem wirkt sie im Bezirksschulbeirat, in Arbeitsgruppen des Landeselternausschusses sowie im Landesbeirat Schulbau mit und ist Mitglied der Schulinspektion.

Gösta Köhler (56) leitet seit Mitte Mai dieses Jahres den Polizeiabschnitt 43. Zuvor hatte der Polizeioberrat in der Senatsinnenverwaltung gearbeitet und war Leiter des Führungsdienstes im Abschnitt 45 (Steglitz/Lichterfelde). Der gebürtige Schwabe kam 1995 nach Berlin. Der Abschnitt 43 umfasst Nikolassee, Schlachtensee, Wannsee und den Westen von Zehlendorf.

Katrin Lange (54) ist seit 1999 Redakteurin bei der Berliner Morgenpost, seit 2002 berichtet sie aus Steglitz-Zehlendorf. In Berlin lebt sie seit 1984, Anfang 1989 zog die studierte Publizistin und Germanistin in den Südwesten, in die Nähe der Schloßstraße. Dort lebt sie heute noch und hat den Wandel der Einkaufsstraße und des Bezirks miterlebt und journalistisch begleitet.

Hajo Schumacher (55), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher („Männerspagat“, „Restlaufzeit“), auch unter dem Läufer-Pseudonym Achim Achilles.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Steglitz-Zehlendorf – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“ beginnt am Montag, 26. August, um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf, Teltower Damm 18 (Ecke Kirchstraße). Es dauert zwei Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Voraussetzung ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer (030) 8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin.

Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe zuerst berücksichtigt. Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Freitag, 23. August, 15 Uhr, in der Morgenpost-Redaktion vorliegen. Der Zugang ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung der Redaktion möglich.

Das Rathaus Zehlendorf ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der S-Bahnhof Zehlendorf (S1, Wannsee–Oranienburg) ist nur wenige Meter entfernt, auch die BVG-Buslinien X10, X11, M48, 101, 112, 115, 118, 285 und 623 halten ganz in der Nähe. Parkplätze gibt es am Rathaus und in den umliegenden Straßen.