Lärmschutz

Lollapalooza-Festival: Anwohner sollen im Hotel wohnen

Strengere Vorgaben: Wer sich als Anwohner vom Lollapalooza-Festival im Olympiapark gestört fühlt, soll für diese Zeit im Hotel wohnen.

Bereits 2018 fand das Musikfestival Lollapalooza auf dem Gelände des Olympiaparksstatt. Es gab zahlreiche Beschwerden wegen des Lärms. Das soll dieses Jahr anders werden.

Bereits 2018 fand das Musikfestival Lollapalooza auf dem Gelände des Olympiaparksstatt. Es gab zahlreiche Beschwerden wegen des Lärms. Das soll dieses Jahr anders werden.

Foto: Gregor Fischer / picture alliance/dpa

Berlin. Die Senatsumweltverwaltung in Berlin macht dem Veranstalter des Lollapalooza-Festival in diesem Jahr strengere Auflagen beim Lärmschutz. Das berichtet der Sender RBB. Laut Genehmigungsentwurf, der dem Sender vorliegt, sind die Veranstalter auch dazu verpflichtet, Anliegern, die besonders nah am Festival-Gelände wohnen, für die Zeit des Festivals am 7. und 8. September eine „angemessene“ Ersatzunterkunft anzubieten.

Die betroffen Zone rund um den Olympiapark in Charlottenburg bemisst sich aus der Schallgrenze von 76 Dezibel. Nach Angaben des Veranstalters soll das etwa 1400 Haushalte betreffen. Im letzten Jahr galt für den Nahbereich rund um das Lollapalooza-Festival noch eine Lärmgrenze von 80 Dezibel. Laut Veranstalterangaben waren damals nur etwa 80 Haushalte betroffen. Der Schallpegel muss nun um vier Dezibel sinken.

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Lollapalooza in Berlin: Anwohner können während des Festivals im Hotel wohnen

In diesem Jahr sollen die Anwohner für die Zeit des Festivals vor der lauten Musik flüchten und in einem Ausweichquartier wohnen können. Laut RBB bezeichnet die Umweltverwaltung in dem Genehmigungsentwurf ein Doppelzimmer mit Halbpension für eine Zwei-Personen-Haushalt als „angemessen“. Dabei sollte die Unterkunft nicht mehr als zehn Kilometer von der Wohnung entfernt liegen.

Nehmen die Anwohner eine Ersatzunterkunft nicht in Anspruch, sollen sie finanziell entschädigt werden. „Das bedeutet eine massive Ausweitung (der Vorgaben, Anm. d. Red.) für uns, die wir nicht nachvollziehen können“, zitiert der RBB die Veranstalterin Jule Kauert am Rande einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Olympiapark.

Nicht nur die strengen Auflagen in Bezug auf die Lautstärke, auch Entschädigungen seien schwer umsetzbar. „Dadurch werden uns Handschellen angelegt“, so Kauert. „Wir müssen den Entwurf erst gründlich prüfen.“

Lollapalooza-Festival: Im letzten Jahr häuften sich die Lärmbeschwerden

Außerdem seien bereits Maßnahmen getroffen worden. Anwohner bekämen 20 Prozent Nachlass auf die Tickets, eine Lärmschutz-Hotline werde eingerichtet und weitere Info-Abende mit den Anliegern seien geplant.

Die deutliche schärferen Vorgaben begründet die Umweltbehörde damit, dass es im vergangenen Jahr zahlreiche Beschwerden wegen Lärmbelästigung gegeben habe. „Es geht nicht nur um ein paar Stunden, sondern um zwei ganze Tage Dauerbeschallung“, sagte eine Anwohnerin laut RBB bei dem Info-Abend.