Neues Schuljahr

Blick in die Bezirke: So lief der Schulstart in Berlin

Berlins Schulen melden nur vereinzelt Probleme, vor allem beim kostenlosen Mittagessen, wegen mangelnder Reinigung und unfertiger Bauarbeiten.

Für das kostenlose Mittagessen für alle wurde an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Spandau ein Zelt auf dem Lehrerparkplatz aufgestellt.

Für das kostenlose Mittagessen für alle wurde an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Spandau ein Zelt auf dem Lehrerparkplatz aufgestellt.

Foto: Bezirksamt Spandau

Berlin. Im vergangenen Jahr war der Start ins neue Schuljahr in Neukölln an manchen Schulen eher holprig. So musste beispielsweise die Fritz-Karsen-Gesamtschule in Britz ihre Schüler am ersten Tag nach Hause schicken, weil eine Reinigungsfirma in den Ferien nicht sauber gemacht hatte. Dieses Jahr sei zwar gereinigt worden, sagt Schulleiter Robert Giese. „Aber zufriedenstellend geputzt wurde nicht.“ Und weil das Unternehmen nur einen Halbjahresvertrag habe, sei unklar, wer danach übernehme.

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Nord-Neukölln haben am Montag hingegen 200 Schüler kein Mittagessen bekommen. Ende des vergangenen Schuljahrs sprang der Caterer ab. Zwar wurde auch im Bezirksamt händeringend um eine Lösung gerungen – bislang aber ohne Erfolg. Unklar bleibt, wann wieder Essen auf dem Tisch steht.

Deutlicher Mehraufwand für Lehrer

Aus dem Bezirksamt Spandau wurde mitgeteilt, dass „der Unterricht ohne wesentliche Einschränkungen aufgenommen werden konnte“. Allerdings sorgt das kostenlose Mittagessen, das es ab diesem Jahr an Berlins Grundschulen gibt, für einige offene Fragen. Thorsten Hartje, Vorsitzender des Bezirkselternausschusses, fordert, dass die Lehrer Unterstützung für den Mehraufwand bekommen. „Das wird uns sonst in ein paar Wochen auf die Füße fallen.“ Von einem „immensen zusätzlichen Aufwand“ spricht auch Sven Olsok-Becker, Leiter der Grundschule im Beerwinkel. Es werde verteilt über drei Unterrichtsstunden in sechs Gruppen gegessen.

Außerdem wurde an zahlreichen Spandauer Schulen gebaut. „Leider sind sie in den Sommerferien nicht ganz fertig geworden“, sagt Bärbel Pobloth, Leiterin der Carlo-Schmid-Oberschule. Dafür habe die Reinigung, im Vergleich zum Vorjahr, gut funktioniert.

Auch in Friedrichshain-Kreuzberg waren die in den Sommerferien begonnenen Renovierungen noch nicht gänzlich abgeschlossen. So sagt die Schulleiterin der Charlotte-Salomon-Grundschule in Kreuzberg, dass in der Mehrzweckhalle noch Arbeiten an der Elektrik stattfänden. Diese seien aber bis zur Einschulung der Erstklässler am Wochenende beendet. Weil der Bezirk die Schulreinigung neu ausgeschrieben hatte, starteten am 1. August an vielen Schulen andere Unternehmen. Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) räumt ein, dass dies vereinzelt zu Anlaufschwierigkeiten führen könne.

Vier Schulleiterstellen in Friedrichshain-Kreuzberg unbesetzt

Für die neue Essenversorgung habe man beim Mobiliar vereinzelt improvisieren müssen, so Hehmke weiter. Auch Gökhan Akgün, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Friedrichshain-Kreuzberg, spricht von Startproblemen rund um das Mittagsangebot. „Es sieht aber in unserem Bezirk weit besser aus als in anderen.“ Darüber hinaus seien bei vier Schulen die Stellen der Schulleiter noch unbesetzt.

„Es gibt kleinere Probleme, die den Schulablauf aber nicht stören“, sagt Charlottenburg-Wilmersdorfs Schulstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD). Alarmmeldungen wie im vergangenen Jahr habe es nicht gegeben. Sie habe im Vorfeld einen Großteil der Schulen im Bezirk befragt. Der Unterricht sei überall geregelt aufgenommen worden und das kostenlose Mittagessen ohne Probleme gestartet. Einzig in der Wilmersdorfer Johann-Peter-Hebel-Grundschule müssten noch Bauarbeiten nachgebessert werden. „Wir gehen davon aus, dass das zeitnah passiert.“ Die Schulleitung habe sich außerdem über eine mangelhafte Reinigung beklagt.

Katastrophenmeldungen blieben aus

Auch Tempelhof-Schönebergs Schulstadtrat Oliver Schworck (SPD) vermeldet einen offenbar ruhigen Schulbeginn. „Zum Start des kostenlosen Mittagessens für alle Schüler blieben Katastrophenmeldungen bislang aus.“ Allerdings mussten in einigen Schulen Zwischenlösungen gefunden werden, wie am Eckener-Gymnasium in Mariendorf. Dort bekamen die Kinder mangels Zubereitungsmöglichkeit eine abgepackte Portion.

An der Spreewaldschule in Schöneberg mussten die Kinder wie schon im vergangenen Schuljahr nach den großen Ferien zum Teil in Klassenzimmern und einem Durchgangsraum essen. Die ursprünglichen Räume sollen aber laut Schworck ab kommender Woche zur Verfügung stehen. Über ein so gut wie neues Schulgebäude können sich die Schüler der Marienfelder Grundschule freuen. Und an der Paul-Klee-Grundschule in Tempelhof ist der temporäre, modulare Holzbau als zusätzlicher Klassenraum fertig geworden.