Mega-Sportereignis

Die Finals 2019 - ein Sieg für Berlin

An zwei Tagen kämpften mehr als 3300 Athleten um insgesamt 202 Titel. Das lockte viele Zuschauer. Eine Bilanz.

Zum Mitmachen und Ausprobieren: Fechten beim Familienfest im Olympiapark.

Zum Mitmachen und Ausprobieren: Fechten beim Familienfest im Olympiapark.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE FOTO SERVICE / FUNKE Foto Service

Berlin. Tausende begeisterte Zuschauer, starke TV-Quoten, sportliche Höchstleistungen und Rekorde: Die gelungene Premiere der Finals in Berlin macht Lust auf mehr. „Wenn es nach mir geht, können wir das gern wiederholen“, sagte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) der Berliner Morgenpost.

An zwei Tagen kämpften mehr als 3300 Athleten um insgesamt 202 Titel. Die Tribünen an den zehn Wettkampfstätten waren meist bestens gefüllt, selbst Exoten wie Stand-Up-Paddler oder die Fahrrad-Artisten im Trial durften sich über großes Publikum freuen. „Was Berlin geleistet hat – das hätte ich niemals für möglich gehalten. Da zeigt sich: Berlin ist sensationell, einzigartig und eine Sportstadt“, sagte Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe. Der 37-Jährige gewann seinen Titel im Kanu-Parallelsprint auf der Spree vor der historischen Kulisse der Mauer. Viele Touristen hielten bei bestem Sommerwetter an, um sich das anzusehen und bescherten den Sportlern viel mehr Aufmerksamkeit als üblich.

Friedliche Unterstützung der Fans

Ähnlich sah es auch an den anderen zehn Sportstätten in der ganzen Stadt aus: Vom Olympiastadion über den Wannsee nach Friedrichshain und Prenzlauer Berg – überall feuert das Publikum die Athleten an und feierte friedlich die Finals.

Und auch das Familiensportfest des Landessportbunds (LSB) im Olympiapark war wieder gut besucht. Auf den Grasflächen wurde gesportelt was das Zeug hielt – Familien konnten sich bei sonnig-warmem Wetter austoben. Neben Tischtennis, Basketball, Minigolf, Fußball und Rugby hatten auch weniger bekannte Sportarten zum Mitmachen eingeladen. 23 Sekunden Seilspringen für eine Cocktailtomate: Das konnte man am Stand der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit (GSJ). Wer dagegen ein Kaubonbon haben wollte, musste schon zwei Minuten schwitzen. Den Hauptpreis gab es nach dreieinhalb Minuten: Einen Traubenzucker-Lolly. Vicktoria hüpfte für drei Tomaten. „Ich mag Tomaten lieber als Lollys, die schmecken einfach besser“, sagte die Neunjährige. Der GSJ will besonders Kindern mit der Aktion Sport und Ernährung näher bringen. „Wir haben anfangs überlegt, wie wir das machen sollen. Seilspringen war die Lösung, weil es einfach allen Spaß macht“, sagte Laura Tobehn (22), die mit einer Stoppuhr in der Hand die Zeit der Hüpfenden stoppte.

Das Familienfest ließ keine Sportart aus, so auch die Kampfsportart Vovinam. „Das ist Kampfkunst aus Vietnam mit Elementen aus Kung Fu, Taekwondo und Karate“, erklärte Trainer Tom Uhlig vom Verein Vovinam Berlin. Seine zwölfköpfige Trainingsgruppe übte in Zweierteams auf der Wiese. In der ganzen Stadt gab es bisher nur zwei Vereine, die Vovinam anbieten.

LSB-Präsident Thomas Härtel zeigte sich Begeistert von dem Mega-Sportereignis in Berlin: „Es ist uns mit dem Familiensportfest und den Finals gelungen, die Stadt zu bewegen und dank unserer Verbände und Vereine die Vielfalt des Berliner Sports zu zeigen.“ Er sprach von „eine Art Miniolympiade, die Lust auf Fortsetzung und Mehr macht.“ Er versprach, sich für eine Fortsetzung des Events in Berlin einsetzen zu wollen. Laut LSB kamen Zehntausende Familien am Wochenende zu dem Sportfest in den Olympiapark.

Geisel: Spitzensport auf höchstem Niveau

Sportsenator Geisel hob die Bedeutung der Finals für die Sportstadt Berlin hervor: „Wir haben an diesem Wochenende Spitzensport auf höchstem Niveau erlebt, und das in einer noch nie dagewesenen Form. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.“ Zehntausende Besucher an den Wettkampfstätten und Millionen an den Fernsehern hätten ein Fest des Sports erlebt, so Geisel weiter. Er selbst war am Wochenende an den verschiedenen Sportstätten unterwegs. „Ich habe überall in glänzende Augen geblickt und begeisterte Menschen getroffen. Berlin war wieder einmal hervorragender Gastgeber für ein sportliches Großereignis.“

In diesem Zusammenhang wollte Geisel auch eine erneute Olympiabewerbung nicht ausschließen. Dabei werde Berlin aber „nicht vorpreschen“: „Wenn wir über Olympia reden, brauchen wir ein Bekenntnis der Bundesregierung“, so der Berliner Sportsenator weiter. Zunächst muss aber geklärt werden, wie es mit den Finals in den kommenden Jahren weitergeht – Berlin wäre für eine Neuauflage jedenfalls bereit. „Wir haben kein Abo auf die Finals, würden es aber gerne auch wieder machen“, erklärte Geisel.