175 Jahre Zoo Berlin

Selfies und Streicheleinheiten zum Zoo-Jubiläum

Berliner feiern das 175-jährige Bestehen des Zoologischen Gartens. Vor allem der Einsatz für den Artenschutz kommt gut an

Yvonne und Patrick Wustrack nehmen ein Erinnerungsfoto mit ihren Kindern Greta und Oscar auf.

Yvonne und Patrick Wustrack nehmen ein Erinnerungsfoto mit ihren Kindern Greta und Oscar auf.

Foto: Jörg Krauthöfer

Orang-Utan-Dame Mücke baumelt gelassen am Zaun. In ein paar Minuten beginnt die Fütterung. Vor dem Affen-Gehege im Berliner Zoo ist die Aufregung groß. Zoo-Besucherin Ingrid steht direkt vor dem Gehege und streckt ihre Hand aus. Die Affendame erwidert die Geste. „Sie kennt mich“, meint die 79-Jährige und strahlt übers ganze Gesicht. „Ich besuche Mücke immer, wenn ich hier bin, da baut man schon eine Beziehung auf.“ Seit 20 Jahren hat sie eine Jahreskarte für den Zoo – und kommt noch immer zweimal in der Woche her.

An diesem Augustwochenende ist der Andrang besonders hoch. Anlässlich des 175. Jubiläums des Berliner Zoos gibt es ein Familienfest mit buntem Bühnenprogramm. Am Donnerstag hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) das Fest mit einer 1,75 Meter hohen Torte eröffnet. Mit mehr als 20.000 Tieren in 1400 Arten gilt der Berliner Zoo heute als einer der vielfältigsten Tiergärten der Welt. Gegründet durch Martin Hinrich Lichtenstein, war der Zoo zu allen Zeiten ein prägender Ort der Berliner Stadtgeschichte. Den Zweiten Weltkrieg überlebten nur 91 Tieren. Heute profiliert sich der Zoo mit seinen Bemühungen für den Schutz bedrohter Arten.

Anblicke wie sonst nur im Bilderbuch der Tiere

Rund um den Eisbärbrunnen können Kinder auch am Sonntag basteln und sich schminken lassen. Für alle anderen Zoo-Besucher gibt es drei historische Führungen zur Geschichte des ältesten Zoos des Landes und einen musikalischen Abschluss am Abend. „Im Zoo hat sich mit den Jahren viel getan“, sagt Ingrid – und hält das für einen Verdienst des Direktors Andreas Knieriem: „Der setzt sich für größere Gehege und weniger Tiere ein, das ist toll.“

Knieriem macht sich am Wochenende außerdem für Artenerhalt und Naturschutz stark und appelliert an die Mithilfe aller Zoo-Besucher. Wenige Meter weiter schaut die zweijährige Martha gespannt auf Orang-Utan-Anführer Mano, der schon stolze 42 Jahre alt ist. Affen findet sie besonders toll. „Vor allem wenn sie mal wieder Fangen spielen“, sagt Mutter Hannah. Sie besucht mit ihrer Familie regelmäßig den Berliner Zoo. Sie sagt: „Die Flusspferde sind Pflicht, am besten zur Fütterungszeit.“

Emily und Noah (2) – auch große Affenfans – beobachten gerade den schlafenden Bären im ehemaligen Gehege des berühmten Eisbären Knut. „Der Bär ist immer ein Highlight für die Zwillinge“, sagt Vater Norman. Der Berliner ist mit seiner Frau Maria und den Kindern schon das dritte Wochenende in Folge im Zoo, denn seit Mai haben sie eine Jahreskarte. Ob sie das mit gutem Gewissen machen? „Der Zoo ist wichtig für den Artenerhalt“, sagt die 31-jährige Mutter. „Und nicht nur Pandas und andere Tiere werden erhalten, es ist auch immer schön für die Kinder, die sehen ja die Tiere sonst nur in Bilderbüchern.“

Zoo hofft auf ein Panda-Baby

Vor dem Gehege der Großen Pandas lässt sich gerade ein Blick auf ein Tier werfen, dass sich genüsslich in der Sonne räkelt. „Pandas finde ich echt süß“, sagt der achtjährige David, der mit seiner Familie aus dem Saarland gekommen ist und ganz begeistert von Panda-Dame Meng Meng und ihren Artgenossen ist. „Also in Neunkirchen im Saarland gibt es auch einen Zoo“, sagt er. „Da gibt es aber nicht so viele Tiere wie hier.“ Nachdem es im Mai Nachwuchs bei den Bonobos gab, wartet der Zoo gespannt darauf, ob es auch bei der sechsjährigen Meng Meng Aussicht auf ein Pandababy gibt. Das wird sich bald herausstellen.

Dass der Zoo für Kinder wichtig ist, findet auch die 78-jährige Renate. „Und die Tiere werden ja gut versorgt.“ Die Berlinerin und ihr Mann Wolfgang gehen etwa einmal im Jahr in den Zoo. „Zu Hause gucken wir sehr gerne ,Panda, Gorilla und Co’ und andere Tiersendungen“, sagt Renate. Ab und an wollen sie die Tiere dann aber selbst anschauen.

Nur zu Besuch sind Jessica (20) und ihre kleine Schwester Mirabelle. Die zehnjährige Kölnerin streichelt gerade in „Hans im Glück“, dem Streichelzoo des Berliner Zoos, eine weiß-schwarz-gescheckte Ziege. „Der Zoo ist gepflegter und grüner als der Kölner Zoo“, sagt Jessica. Und auch den Spielplatz finden die Schwestern „super“.