Zoo Berlin

175 Jahre Zoo: Berlin feiert seine Arche Noah

Zum 175. Geburtstag gab es eine 1,75 Meter hohe Torte mit zuckersüßen Tieren. Aber das ist nicht die letzte Geburtstagsüberraschung

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (r.) schneidet die 1,75 Meter hohe Geburtstagstorte auf der Bühne im Zoo an, während Klaus Wowereit (l.), Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister, das bunte und exotische Meisterwerk noch bewundert.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (r.) schneidet die 1,75 Meter hohe Geburtstagstorte auf der Bühne im Zoo an, während Klaus Wowereit (l.), Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister, das bunte und exotische Meisterwerk noch bewundert.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berlin. Den Pandas ging es als erstes an den Kragen – sie saßen ganz oben auf der Torte, dort wo Michael Müller (SPD) zielsicher das Messer ansetzte. Mit dem Anschnitt der 1,75 Meter hohen Geburtstagstorte hat der Regierende Bürgermeister am Donnerstag die Festtage rund um das Zoo-Jubiläum eröffnet. Bis Sonntag soll gefeiert werden: mit einem Familienfest, längeren Öffnungszeiten und Konzerten.

Das wohl außergewöhnlichste Geburtstagsgeschenk haben die Mitarbeiter des Berliner Konditors „Der Kuchenladen“ in Charlottenburg gemacht. Zwei Wochen waren fünf Angestellte damit beschäftigt, Elefanten, Flamingos, Gorillas, Flusspferde, Eisbären, Giraffen aus Zuckerpaste zu formen. Dazu kamen Blumen und Gebäude. Allein für die Nachbildung des Elefantentores benötigten zwei Mitarbeiter 26 Arbeitsstunden. Die kunterbunte Geburtstagstorte aus hellem Biskuit, weißer Schokolade und Himbeeren wurde sofort nach dem Anschnitt von geladenen Gästen und Zoobesuchern verspeist.

Die Berliner hatten immer persönliche Lieblingstiere

Zur Eröffnung des 175. Zoo-Geburtstages hatte sich eine Menge Publikum vor der Bühne, auf der die Torte stand, versammelt: Besucher, Gäste, Zooaktionäre, -freunde und -förderer. Aber auch Politiker waren gekommen, darunter die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Walter Momper (SPD), Eberhard Diepgen (CDU) und Klaus Wowereit (SPD) sowie die Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), und von Mitte, Stephan von Dassel (Grünen).

„Der Zoo gehört zu Berlin“, sagte Michael Müller in seiner Eröffnungsrede. Jedes Jahr würden mehr als 3,5 Millionen Besucher kommen – so viele, wie die Stadt Einwohner hat. Zu jeder Zeit hätten die Berliner ihre persönlichen Lieblinge gehabt, wie Knut, Knautschke oder Bobby. Der Zoo habe sich aber auch immer weiterentwickelt – er sei Labor, Forschungsstätte, Bildungseinrichtung, grüne Oase und heute nicht nur der älteste Zoo Deutschlands sondern auch der artenreichste der Welt. „Auf einer Ebene mit Zoos in New York, San Diego und Singapur“, stehe der Berliner Zoo, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Frank Bruckmann.

Knieriem: „Die Natur braucht unsere Hilfe“

Die Bedeutung als „Arche Noah der Gene“ hob Zoodirektor Andreas Knieriem später im Gespräch hervor. Die Tiere würden nicht zum Selbstzweck gehalten werden, „dafür habe ich zu Hause einen Hund“. Sein Ziel sei es, die bedrohten Tierarten eines Tages von der Roten Liste zu streichen. Nicht weil sie ausgestorben, sondern erfolgreich ausgewildert worden sind. „Die Natur braucht unsere Hilfe“, appellierte Knieriem. Der Zoo habe nicht zuletzt die Aufgabe, Menschen für Tiere und Natur zu begeistern.

Im Publikum vor der Bühne hatte Maria Heigl die kurzen Ansprachen verfolgt. Sie habe sich schon auf den Tag gefreut, weil sie unbedingt die riesige Torte sehen wollte, sagte die Zoo-Aktionärin. Sie wurde nicht enttäuscht, angesichts des Prachtexemplares.

Die Wilmersdorferin ist Patin von einem Affen und einem Vogel. Drei- bis viermal im Monat besucht sie ihre Tiere, „das hängt davon ab, wie der Enkel Zeit hat“. Was sie dem Zoo für die Zukunft wünscht? „Ein artenreiches Fortbestehen, zufriedene Mitarbeiter und ganz viele Besucher“, sagt Maria Heigl. Und ein Pandababy – das hätte der Zoo endlich mal verdient.

Von der Torte wollte sie auch noch kosten, die unterdessen auf der Bühne immer kleiner wurde. Die Politiker hatten das Aufschneiden zu ihrer persönlichen Aufgabe gemacht und reichten unentwegt Teller und Gabeln herunter.

Vincent hatte schon ein Stück Torte erwischt. „Ich bin einfach nach vorn gegangen, und dann hat mir Eberhard Diepgen das Stück Kuchen gegeben“, erzählt der 13-Jährige. Ja, es schmecke richtig gut. Zu den Tieren wolle er dann auch noch. „Ich mag alle“, sagt Vincent. Vor allem Mäuschen finde er sehr süß.

Am Freitag bleibt der Zoo 175 Minuten länger auf – bis 21.25 Uhr. Am Wochenende ist ein Familienfest mit Bühnenprogramm und Aktionen im Zoo. Für die Konzerte am Sonnabend und Sonntag, 19.30 Uhr, gibt es Restkarten unter www.zoo-berlin.de/karnevaldertiere.