Späterer Ferienbeginn

Scheeres bekommt Unterstützung für Vorstoß zu Sommerferien

FDP und Linke begrüßen den Vorschlag der Bildungssenatorin, dass die Sommerferien später beginnen sollen.

 Schulsenatorin Sandra Scheeres. (Archivbild)

Schulsenatorin Sandra Scheeres. (Archivbild)

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berliner Sommerferien erst ab Juli – dieser Vorschlag von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) findet in anderen Parteien Zustimmung. Er begrüße diesen Vorstoß sehr, sagte Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Wenn wir die Debatte um bundeseinheitliche Bildungsstandards bis hin zum Zentralabitur führen, müssen die Chancen den Lehrstoff zu vermitteln und zu erlernen zumindest ähnlich sein“, so der FDP-Politiker. „So kurze Schuljahre wie dieses verkürzen die Zeit für das Lernen enorm.“

Nun müsse die Bildungssenatorin es nicht nur bei einer Ankündigung belassen, „sondern dieses Thema intensiv in der Kultusministerkonferenz vorantreiben und zeitnah umsetzen“, so der Liberale.

Lesen Sie auch: Spätere Sommerferien in Berlin? Ein Pro und Contra

Weil die Ferien bereits am 20. Juni begonnen haben, war das vergangene Schuljahr in Berlin besonders kurz. Das trifft auch für Brandenburg zu. In den meisten anderen Bundesländern hat die unterrichtsfreie Zeit erst im Juli begonnen, in Bayern und Baden-Württemberg fängt sie sogar erst am 29. Juli an. Dies sei ungerecht, denn die Berliner Schüler müssten in kürzerer Zeit genauso viel lernen wie die Schüler in den anderen Bundesländern, hatte Senatorin Scheeres am Freitag gesagt. Dies führe zu einseitiger Mehrbelastung. Auch die Vergleichbarkeit von Abschlüssen sei dadurch in Frage gestellt.

Zustimmung bekommt die Senatorin auch von den Linken. „Ich sehe es genauso“, sagte die Abgeordnete Regina Kittler, Sprecherin für Schule der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus. „Für die, die das Abitur machen, ist es wirklich ein Problem. Weil die Zeit, die Prüfungen vorzubereiten, und die Zeit für die Lehrkräfte, die Arbeiten zu korrigieren, sehr kurz ist.“

„Die Sommer werden immer heißer“

Hinzu komme ein weiteres Argument. „Die Sommer werden immer heißer“, so die Abgeordnete. „Aber die Berliner Schüler haben fast den ganzen August über bereits wieder Unterricht. Man kann sich vorstellen, wie es ihnen und den Lehrern dabei geht.“ Wegen der Hitze könne es verkürzten Unterricht geben, „dadurch fallen auch wieder Stunden aus.“ Sommerferien sollten tatsächlich im Sommer stattfinden, „wenn es richtig warm ist.“ Aus der CDU-Fraktion hieß es, man mache sich eher Gedanken über die Zeit des Unterrichts als über die der Ferien. „In der Amtszeit von Frau Scheeres haben 30.000 Schüler die Schule ohne Abschluss verlasse“, so Fraktionsvize Mario Czaja, „und bis zu 20 Prozent gibt es an Schulen fachfremde Vertretung oder Unterrichtsausfall.“ Darum müsse Scheeres sich kümmern.