Freizeit

Das sind die besten Tipps zum Wochenende in Berlin

Kunst, Sport, Straßenfeste: In den Bezirken der Hauptstadt ist eine Menge los. Hier gibt es Ideen für die Freizeitgestaltung.

Tolle Stimmung wird auch in diesem Jahr beim Lesbisch-Schwulen Stadtfest in Schöneberg erwartet.

Tolle Stimmung wird auch in diesem Jahr beim Lesbisch-Schwulen Stadtfest in Schöneberg erwartet.

Foto: Carsten Koall / dpa

Event-Tipp: Lesbisch-Schwules Stadtfest am Schöneberger Nollendorfplatz

Zum 27. Mal veranstaltet der Regenbogenfonds e.V. Europas größtes Lesbisch-Schwules Stadtfest. Mehr als 350.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Das Event findet an Sonnabend und Sonntag am Nollendorfplatz in Schöneberg statt. Los geht es jeweils um 11 Uhr. Erneut will die Community beim Straßenfest rund um den Nollendorfplatz zeigen, wie man gemeinsam Spaß hat. Auf den 20.000 Quadratmetern zwischen der Motz-, Eisenacher-, Fugger- und Kalckreuthstraße präsentieren Vereine und Organisationen das breite Spektrum lesbischer, schwuler, bisexueller und transidentischer Projekte und Themen. Zu den Höhepunkten gehört die Promi-Talkshow „Das rote wilde Sofa“. Gerhard Hoffmann interviewt unter anderem Juso-Bundeschef Kevin Kühnert. Im Anschluss an die Eröffnung wird der Rainbow Awards verliehen.

Lesbisch-Schwules Stadtfest: Sbd., 20. Juli, 11 bis 24 Uhr, So., 21 Juli, 11 bis 22 Uhr. Nollendorfplatz 5, Schöneberg. Eintritt frei.

Ausstellungs-Tipp: Zukunftsfantasien um 1900 im Bröhan-Museum

Jede Generation entwickelt ihre Fantasien über die Entwicklungen der Zukunft. Vieles, was vor 100 Jahren geträumt wurde, ist heute Realität. Das Bröhan-Museum in Charlottenburg wirft in seiner Ausstellung „Reaching Out for the Future. Zukunftsfantasien um 1900“ einen Blick auf die Vorstellungen vom künftigen Leben in Kunst und Grafik in der Vergangenheit.

Retrofuturistische Bilder, Filme, Bücher, Kostümentwürfe und Filmplakate zeugen vom unaufhaltsamen Optimismus und dem romantischen Wunsch nach fantastischen Welten. Einer der größten Träume der Menschheit war es seit jeher, von der Erde ins All zu fliegen. Expeditionen zum Mond, Besiedlung anderer Planeten, Unterwasserwelten und voll automatisierte Städte – an der Schwelle zum 20. Jahrhundert schien die Welt noch voller Verheißungen.

Ausstellung bis 27. Oktober, Bröhan-Museum, Schloßstraße 1a, Öffnungszeiten: Di. bis So. und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: acht, erm. fünf Euro, jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei.

Sport-Tipp: Fußballturnier und Festival für Frieden im Moabiter Poststadion

Kicken für den Frieden heißt es am Wochenende in Moabit. Dort treffen am Sonnabend und Sonntag rund 30 Betriebs-, Freizeit- und Sportvereinsteams im Poststadion aufeinander. Gespielt wird in Fünfer-Mannschaften aus den Klassen E-Jugend, G-Jugend, Frauen und Männern. Doch dabei geht es nicht nur ums runde Leder. Das Anliegen der Veranstalter des Turniers, dem ASV Berlin und dem Netzwerk „Abrüsten statt Aufrüsten“ ist, ein Zeichen für den Frieden in der Welt zu setzen.

Dafür gibt es neben dem Sportfest ein Friedensfestival mit abwechslungsreichem Programm, etwa am Sonnabend Live-Musik. Spielen werden der Singer-Songwriter Frank Viehweg, die Band Senat sowie die Gruppe bots aus den Niederlanden. Am Nachmittag und Abend gibt DJ Ben Green ein Set. Dazwischen gibt es mehrere Redebeiträge und Gespräche zum Thema Frieden sowie Abrüstung in Deutschland und Weltweit. Essbuden und eine Tombola runden die Veranstaltung ab.

Poststadion, Lehrter Straße 59, Moabit. Sbd., 10-23 Uhr, So., 10-15 Uhr. Eintritt frei.

Literatur-Tipp: Story to Go in Steglitz

„Wir leben in einer Mitnahme-Gesellschaft“, sagt Rea Schön, Geschichtenerzählerin und Theaterpädagogin. Tee, Kaffee, ein Buch. Warum soll man da nicht auch mal eine Geschichte – etwas Immaterielles – mit nach Hause nehmen können? „Storys to Go“ heißt es deshalb erstmals am 22. Juli in der Stadtbibliothek Steglitz und künftig an jedem vierten Montag im Monat. Zwei bis drei Geschichten, „darunter vielleicht ein Schwank“, wird Rea Schön in etwa 20 Minuten frei erzählen. „Es soll etwas zum Lachen sein, aber auch besinnlich“, sagt die Erzählerin, die unter anderem Mitglied in der Europäischen Märchengesellschaft ist. Die Idee, die hinter den kurzen Geschichten steckt: Zum Tagesausklang auf andere Gedanken kommen und entspannt nach Hause gehen. Und damit bereit sein für den Abend, der vor einem liegt.

„Story to Go – Geschichten zum Tagesausklang“, 22. Juli, 16. – 16.20 Uhr, Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Veranstaltungsraum, Grunewaldstraße 3, Eintritt frei, ohne Voranmeldung.

Fest-Tipp: Anmeldungen für das Rixdorfer Strohballenrollen ab jetzt möglich

Das Strohballenrollen in Rixdorf ist für viele Neuköllner und Berliner einer der Veranstaltungshöhepunkte im Jahr. Im Spätsommer werden dann nämlich traditionell riesige Strohballen über den Richardplatz in Rixdorf gerollt – wer am schnellsten seinen Ballen rollt, der gewinnt. Das dörfliche Spektakel hatte 1737 begonnen, als sich die ersten böhmischen Glaubensflüchtlinge in Rixdorf niederließen. Die Tradition hielt bis 1911 und wurde 2008 wiederbelebt. Dieses Jahr findet das Rennen am 14. September statt. Bis dahin dauert es zwar noch ein bisschen, aber bereits jetzt kann und sollte man sich und seine Mannschaft anmelden. Denn immer mehr Menschen wollen beim Strohballenrollen nicht nur zusehen, sondern auch mitmachen. Die Teilnehmerzahl, so die Veranstalter, würde seit Jahren kontinuierlich wachsen. Wer übrigens keine eigene Mannschaft aufstellen kann, der wird einer bestehenden zugewiesen. Etwa 30 Teams werden dieses Jahr antreten.

Strohballenrollen am Richardplatz, 14. September 2019. Anmeldung per Mail an anmeldung@popraci.de

Restaurant-Tipp: Neuentdeckung des kulinarischen Israel

Masel Tov – das sagt der Israeli, wenn er jemandem viel Glück wünscht. Gegenüber des Wasserturms an der Rykestraße in Prenzlauer Berg dient der Ausspruch leicht abgewandelt als Name eines Restaurants, das Klassiker der jüdischen Küche frisch interpretiert. Fünf Jahre sind seit der Eröffnung des „Masel Topf“ vergangen. Es sind fünf Jahre, in denen Inhaber Kostja Pinski (31) und sein Team ihre Idee einer Neufassung von altbewährten Gerichten wie „Gefilte Fisch“ oder „Baba Ghanoush“ immer weiter verfeinert haben. „Es ist eine mediterrane Küche mit arabischen und osteuropäischen Einflüssen“, beschreibt Pinski, der in Ukraine geboren wurde, die kulinarische Ausgangslage. „Wir wenden diese Einflüsse ins Moderne. Wir wollen Klassiker so abwandeln, dass man sie nicht mehr nachkochen kann.“

Dank Garmethoden der gehobenen Küche lässt sich alten Familienrezepten ein festliches Geschmackserlebnis entlocken. Dafür braucht es in der „Masel Topf“-Küche entsprechend mehr Sorgfalt, Planung und Kreativität im Detail. Während Pinskis Oma bei der Zubereitung des „Gefilte Fisch“ einen Karpfen ausschabte und mit gehacktem Fischfleisch und roter Beete füllte, greift der Koch im „Masel Topf“ stattdessen zum Zanderfilet. Darin wird die Gemüse- und Fischfüllung als Roulade eingerollt. Sie gelangt erst als Ganzes in den Ofen und gart dann noch einmal in Scheiben geschnitten nach. Serviert wird der „Gefilte Fisch“ (19 Euro) mit blanchiertem Spinat, Kartoffeln und Weißwein-Sahnesauce. Als Dessert empfiehlt Kostja Pinski „Sawta’s Fluden“ (6,50 Euro), einen Dreischichtenkuchen aus Mohn, Apfel und Walnuss, garniert mit Mango-Sorbet. „Sawta“ ist das hebräische Wort für Großmutter.

So vorwärtsgewandt die Küche erscheint, so traditionell ist die Einrichtung. Unter Kronleuchtern hat Pinski Mobiliar im Stil der 20er-Jahre gruppiert. Dieser Epoche entstammt oft auch die Live-Klavier-Musik.

Masel Topf, Rykestraße 2, Prenzlauer Berg, Mo. – So., 12 bis 0 Uhr. Reservierung unter Telefon: 030/44 31 75 25. www.restaurant-maseltopf.de