Prozesse

Menschenschleusung: 31-Jähriger gesteht vor Berliner Gericht

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand.

Foto: dpa

Berlin. Ein Mann (31), der in Berlin als Mitglied einer international agierenden Schleuserorganisation agiert haben soll, hat vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Für vietnamesische Staatsbürger, die über Deutschland nach Großbritannien geschmuggelt werden sollten, habe er in einigen Fällen Unterkünfte in Berlin besorgt und an ihrer Weiterschleusung nach Frankreich mitgewirkt, erklärte der Angeklagte zu Prozessbeginn am Mittwoch. Ihm werden sechs Taten im Jahr 2010 zur Last gelegt. Viele der Geschleusten wurden den Ermittlungen zufolge im Zielland zum illegalen Anbau von Cannabis eingesetzt.

Die Bande habe eine Vielzahl vietnamesischer Staatsbürger geschleust, heißt es in der Anklage. Die Geschleusten hätten bis zu 25 000 Euro gezahlt. Der Schmuggel sei von Vietnam aus über Transitstationen erfolgt, in denen Komplizen den Weitertransport organisiert hätten. "Der Angeklagte war in der Weiterschleusung per Pkw nach Frankreich involviert." In vier Fällen sei es bei einem Versuch geblieben.

Der aus Vietnam stammende 31-Jährige war nach den Taten zunächst untergetaucht. Er soll sich längere Zeit in seinem Heimatland aufgehalten haben. Im Januar 2019 wurde er nach seiner Auslieferung aus Lettland in Deutschland festgenommen. Ein Kriminalbeamter sagte als erster Zeuge, der Angeklagte sei "schon in einer höheren Organisationsebene" eingebunden gewesen. Der Prozess wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz wird am 22. Juli fortgesetzt.