Rückgabe

Ikea nimmt Möbel zurück - Andrang bleibt bisher aus

Das Möbelhaus Ikea nimmt jetzt gebrauchte Möbel in Zahlung. Doch in der Filiale in Tempelhof nutzte bis zum Mittag niemand das Angebot.

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Berlin. Ist es die Ruhe vor dem Sturm – oder stößt der Markt für Gebrauchtmöbel von Ikea doch nicht auf so hohe Resonanz wie erhofft? Seit Montag bieten alle 53 Filialen der Möbelhauskette in Deutschland für ihre Kunden einen neuen Service an: 1000 ausgewählte Artikel können gebraucht gegen einen Wertgutschein zurückgegeben werden. Dabei ist es egal, wie alt die Möbel sind. In der "Fundgrube" soll die Second-Hand-Ware an einen neuen Besitzer weiter verkauft werden.

Doch am ersten offiziellen Tag hält sich die Zahl der Rückgabewilligen in der Ikea Filiale in Tempelhof in Grenzen. Am Vormittag war dort niemand mit aufgebauten Möbelstücken an den Umtauschschaltern zu sehen. Laut Auskunft einer Mitarbeitern wurde das neue Angebot bis dahin von keinem Kunden genutzt. „Wir haben damit bereits gerechnet, dass das neue ‚Zweite-Chance-Programm‘ am ersten Tag noch nicht so gut angenommen werden wird“, sagt die Sprecherin des Unternehmens, Kim Steuerwald. „Das neue Angebot ist von langfristiger Dauer – wahrscheinlich werden die meisten Kunden erst in den nächsten Tagen mit ihren gebrauchten Möbelstücken zum Umtauschschalter kommen“, so Steuerwald.

„Unsere Testphase, die seit September 2018 in fünf ausgewählten Häusern stattgefunden hat, hat gezeigt, dass der Markt für Gebrauchtmöbel bei unseren Kunden auf großes Interesse stößt“, so Steuerwald. Das Pilotenprojekt habe ergeben, dass die meisten Möbelstücke innerhalb von zwei Wochen an einen neuen Besitzer verkauft werden konnten. „Mit diesem Service wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, dem wachsenden Bedürfnis nach nachhaltigem Konsum nachzukommen“, sagt Armin Michaely, Manager für Nachhaltigkeit und Innovation bei Ikea Deutschland. Genaue Zahlen dazu veröffentlichte das Unternehmen bisher nicht. So bleibt die Frage offen, wie viele Möbelstücke genau wieder zurückgekauft wurden.

Im Internet kann man prüfen, welche Artikel zurück genommen werden

Im Internet kann man überprüfen, ob man das eigene Möbelstück zurückgeben kann, denn nicht alle Ikea-Produkte zählen zu der Aktion.Laut der Kriterien werden nur Artikel zurück genommen, die sich in einem sehr guten bis guten Zustand befinden und keine Gebrauchsspuren aufweisen. Außerdem müssen sie in aufgebauter Form an den Umtauschschalter gebracht werden, damit die Mitarbeiter ihren Zustand überprüfen können. Das könnte vor allem für größere Möbelstücke, wie beispielsweise Bücherregale eine Herausforderung darstellen.

Zum Weiterverkauf werden die Second-Hand-Möbelstücke in einem gesonderten Bereich, der „Fundgrube“, ausgestellt. Hier treffen sie auf die reguläre Umtauschware und die Ausstellungsstücke. Gekennzeichnet sind die „Zweite-Chance-Produkte“ durch einen Anhänger. Die Ware wird zum Preis des Rückkaufs plus einem Aufschlag von 19 Prozent Mehrwertsteuer weiter verkauft. „Wir wollen am Weiterverkauf der gebrauchten Möbel nicht verdienen“, betont die Sprecherin.

Die Rückkaufaktion ist nicht das einzig nNue bei Ikea. Das unbefristete Rückgaberecht für gebrauchte Möbel gilt nicht mehr. Kunden bekommen nur noch für neue und unbenutzte Ware den vollen Kaufpreis zurück. Damit solle „sichergestellt werden, dass der Ressourceneinsatz, der für ein Produkt notwendig ist, eine höhere Wertschätzung erhält“, heißt es offiziell. Wurde das Produkt schon benutzt, stehen dem Kunden die Möglichkeit der „Zweiten-Chance“ offen.