Exzellenz-Universitäten

Für die Berliner Unis geht es um Millionen Euro

Hochschulen und Charité haben einen gemeinsamen Antrag für den Elite-Titel gestellt. Die Entscheidung fällt in dieser Woche.

Die Humboldt-Universität ist eine von drei Berliner Unis, die sich gemeinsam mit der Charité beworben haben.

Die Humboldt-Universität ist eine von drei Berliner Unis, die sich gemeinsam mit der Charité beworben haben.

Foto: dpa

Berlin. Für die drei großen Berliner Universitäten und die Charité geht es in dieser Woche um Förder-Millionen und Ansehen. Sie erfahren, ob ihr Teamantrag ihnen den Elite-Titel in der sogenannten Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder einbringt. Unter bis zu elf erfolgreichen Bewerbern aus dem ganzen Bundesgebiet wird eine Summe von jährlich 148 Millionen Euro verteilt – an Berlin könnten dabei maximal 28 Millionen Euro gehen. Der Wettbewerb hat die Stärkung der Spitzenforschung zum Ziel.

Zunächst beraten Experten von Dienstag bis Donnerstag die Anträge von 17 Einzel-Unis und zwei Verbünden, wie der Wissenschaftsrat ankündigte. Am Freitag wird die Entscheidung in Bonn verkündet. Wie die Mittel unter den Gewinnern aufgeteilt werden, steht laut einer Sprecherin des Wissenschaftsrats noch nicht fest. Klar sei, dass sie zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Land kommen.

Die Exzellenzstrategie ist die Fortsetzung der 2005/06 gestarteten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Dabei haben die Freie Universität (FU) und die Humboldt-Universität (HU) jeweils bereits den Titel als Elite-Universität eingeheimst. Man muss ihn sich aber stets neu verdienen.

Zum ersten Mal konnte auch gemeinsam ein Antrag gestellt werden

Erstmals konnten sich Bewerber dieses Mal auch zu Verbünden zusammenzuschließen. Entsprechend haben FU, HU, Technische Universität und Charité einen gemeinsamen Antrag eingereicht. Für Berlin werteten einige Beobachter die Kooperation als positives Signal, denn früher herrschte teils Konkurrenzdenken vor. Allerdings birgt das Vorgehen auch Risiken: Entweder gewinnen die vier Einrichtungen gemeinsam – oder sie verlieren gemeinsam. Ein Misserfolg wäre für die Titelverteidiger FU und HU ein Rückschlag und würde generell einen Imageschaden für den Standort bedeuten.

Im Elite-Rennen ist ansonsten nur noch ein anderer Verbund: Hannover. In München etwa nehmen LMU und TU einzeln teil. Aus dem Osten Deutschlands ist neben Berlin nur noch die TU Dresden im Rennen, die meisten Finalisten kommen aus dem Süden und Westen der Republik.

Eine Vorentscheidung im Wettbewerb war im September 2018 gefallen: Die Berliner warben bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) rund 350 Millionen Euro für sieben Großprojekte ein. Nur zwei Projekte fielen durch. Eine Mindestanzahl an solchen erfolgreichen Projekten war auch Voraussetzung, um weiter Chancen auf den Elite-Titel zu haben. Dieser soll den Unis auch mehr Sichtbarkeit auf internationalem Parkett und bessere Karten zum Anwerben von Spitzenforschern verschaffen.

Kritik an dem Verfahren kam in der Vergangenheit unter anderem von Studentenvertretern. Sie kritisierten, dass die Fördermillionen ungerecht verteilt würden - zu Lasten von Unis, die eigentlich Gelder für ihre Entwicklung benötigten. Sie befürchteten außerdem, dass die Lehre im Vergleich zur Spitzenforschung zu kurz kommen könne. Hochschulleitungen und DFG wiesen diese Sorgen zurück.