Arbeit

Studie: Lohnlücke zwischen Ost- und West leicht verringert

Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Dresden.

Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Dresden.

Foto: dpa

Berlin/Nürnberg. Beschäftigte in Ostdeutschland müssen sich weiterhin mit deutlich geringeren Löhnen und Gehältern zufriedengeben als Vollzeitkräfte im Westen. Allerdings sei die Lohnlücke zuletzt leicht geschrumpft, geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Sie basiert auf Daten einer alljährlichen repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Danach hat im Vorjahr der durchschnittliche Brutto-Monatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten in Ostdeutschland bei 2790 Euro gelegen; dies seien 84 Prozent des entsprechenden Westverdienstes. Beschäftigte in den alten Bundesländern bekamen im Schnitt 3340 Euro. 2017 hatte der Anteil der entsprechenden Ostverdienste lediglich 81 Prozent des Westniveaus betragen. 2016 seien es 82 Prozent gewesen, nach ausgesprochen moderaten Anstiegen seit 2005.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sieht daher bei der Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland weiteren Handlungsbedarf. Dennoch zeigten die Zahlen, dass sich der Abstand verringere. "Dem muss man die geringeren Lebenshaltungskosten, zum Beispiel für Wohnraum oder Kinderbetreuung, gegenüberstellen", gab er zu bedenken. "Gerade für junge Leute lohnt es sich, in der Heimat zu bleiben oder in den Osten zurückzukehren." Er könne nur dazu ermuntern, die Chancen im Osten zu entdecken.