Städtebau

Diese Plätze in Berlin werden neu gestaltet

In den Bezirken sollen mehrere Plätze schöner werden. In Spandau werden vier Anlagen neu gestaltet, auch für Friedenau gibt es Pläne.

Der Marktplatz in Spandau soll umgestaltet werden (Archivbild).

Der Marktplatz in Spandau soll umgestaltet werden (Archivbild).

Foto: pa

Berlin. In den Bezirken werden in nächster Zeit viele Plätze verschönert. Andere müssen noch warten. So sollen in und um die Spandauer Altstadt in nächster Zeit gleich vier Plätze umgestaltet werden: der Bahnhofsvorplatz, der Rathausvorplatz, der Marktplatz und der Reformationsplatz.

Finanziert werden die Projekte alle über das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Ziel ist für die ersteren beiden Plätze, dass die Nutzungsqualität steigt. Vor dem Rathaus sollen zudem Konflikte zwischen Radfahrern und Wartenden an den Bushaltestellen vermindert werden.

Dazu sind weiterführende Verkehrsanalysen und Abstimmungen, etwa mit den Verkehrsbetrieben (BVG), vorgesehen. Der zentrale Marktplatz soll grundlegend neugestaltet werden – hier wird immer wieder die fehlende Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit kritisiert. Die Entwurfsplanung wird zurzeit erarbeitet. Weiter ist man bereits beim in die Jahre gekommenen, etwas düster wirkenden Reformationsplatz: Der Umbau soll im Herbst starten und unter anderem Mängel beim Pflaster, der Beleuchtung und Bepflanzung angehen.

Streit um den Neuköllner Hermannplatz

Noch wird gestritten, wie sich der Hermannplatz in Neukölln verändern soll, fest steht aber: Es muss sich etwas ändern. Gerade hat Karstadt angekündigt, sein Kaufhaus, einen schnöden und nicht sehr ansehnlichen Nachkriegsbau, abreißen und im Stil der 20er-Jahre wieder aufbauen zu wollen, da wehrt sich bereits die Linksfraktion im Neuköllner Rathaus dagegen: Zu protzig – und überhaupt würde ansässigen Händlern die Verdrängung drohen. Dabei liegt das Gebäude noch nicht einmal auf Neuköllner Seite, sondern noch in Friedrichshain-Kreuzberg.

Neukölln wird höchstens seine Meinung zu dem Neubau abgeben dürfen, bestimmen wird man aber auf Kreuzberger Seite – ob und wenn ja –, in welcher Form der Neubau errichtet wird. Unstrittig hingegen ist, dass die Tramlinie M10 – auch „Party-Tram“ genannt - über die Warschauer Brücke hinaus verlängert wird, bis hin zum Hermannplatz. Wie genau der Streckenverlauf aussehen soll, ist zwar noch nicht bekannt. Das Gesicht des Hermannplatzes hingegen wird die Tram sicherlich verändern.

Am Breslauer Platz soll eine Fußgängerzone entstehen

In Tempelhof-Schöneberg wird seit Jahren nicht nur über die Neugestaltung des Nollendorfplatzes diskutiert. Seit 2005 haben sich die Bezirksverordneten quer durch die Parteien in rund 30 Anfragen und Anträgen an der Gestaltung des Breslauer Platzes vor dem früheren Rathaus an der Rheinstraße in Friedenau abgearbeitet.

Jüngst legte die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) nach langen Diskussionen und Prüfungen eine Lösung vor: Die Lauterstraße, die entlang des Platzes zur Rheinstraße führt, soll Fußgängerzone werden. Somit vergrößert sich die autofreie Fläche.

Allerdings kommt Heiß damit nicht nur den Platzbesuchern entgegen, sondern auch den Geschäften, Cafés, Restaurants und den Marktbetreibern. Lieferverkehr soll auf der Lauterstraße weiterhin erlaubt sein, allerdings zeitlich befristet: an den Markttagen – Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend – sowie montags, dienstags und freitags von 6 bis 10 Uhr.

Nicht durchsetzen konnte sich die Bürgerinitiative Breslauer Platz e. V. mit ihrer Forderung nach einem Schmuckbrunnen. Der kleine Brunnen, der stattdessen inzwischen aufgestellt worden ist, sorgte noch einmal zusätzlich für Enttäuschung. Die Wasserwerke lieferten im Auftrag des Bezirks einen Trinkwasserbrunnen, der nicht dem versprochenen Modell entsprach.

Rückbau des Breitenbachplatzes gefordert

Auch der unattraktive Breitenbachplatz in Steglitz-Zehlendorf soll sich verändern. Der Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses hat den Senat aufgefordert, bis zum 31. Mai 2020 eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel „Abriss, weitgehender Rückbau und Umbau“ der Breitenbachplatzbrücke vorzulegen. Dies fordern eine Initiative von Bürgern und auch die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf.