Veranstaltungen

So will das Parlament an den Fall der Mauer erinnern

Das Abgeordnetenhaus plant zahlreiche Veranstaltungen, will aber keine Konkurrenz zum Senatsprogramm.

Die erste von zwei Open-Air-Ausstellungen ist bereits vor dem Berliner Abgeordnetenhaus zu sehen.

Die erste von zwei Open-Air-Ausstellungen ist bereits vor dem Berliner Abgeordnetenhaus zu sehen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Mit einer Reihe von Veranstaltungen wird das Berliner Abgeordnetenhaus in den kommenden Monaten an den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren erinnern. Das teilte Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) am Mittwoch mit. Auch der Senat feiert das Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Zu diesem „Hauptakteur“ wolle man jedoch nicht in Konkurrenz stehen, so Wieland, sondern einen eigenen Schwerpunkt setzen. „Denn das Abgeordnetenhaus kann diesen Termin als Verfassungsorgan nicht ignorieren.“

Einen Fokus wolle man auf den historischen Ort des Hauses, den Preußischen Landtag an der Niederkirchnerstraße, setzen. Es sei dies „ein Ort des Zusammenwachsens“. In unmittelbarer Nähe zum heutigen Abgeordnetenhaus verlief einst die Mauer. Zum Veranstaltungsprogramm gehören zwei Open-Air-Ausstellungen: Eine davon, „Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“, ist bereits auf dem Vorplatz des Preußischen Landtags aufgebaut, eine zweite wird am 18. September eröffnet. Diese soll Bilder der Mauer oder des Mauerfalls aus der näheren Umgebung des Abgeordnetenhauses zeigen. Private Aufnahmen dafür werden noch gesucht. Wer Bilder besitzt, kann sich an das Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Parlaments wenden.

Als weiterer Programmpunkt findet am 2. September eine Diskussionsveranstaltung mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) statt. Unter dem Motto „Schüler fragen, Politiker antworten“ sind Vertreter von vier Berliner Schülerzeitungen eingeladen, mit dem Bundestagspräsidenten über die Demokratie- und Freiheitsbewegung von 1989 zu sprechen.

Filme über das Leben beiderseits der Mauer

Ein paar Tage später, am 7. September, lädt das Abgeordnetenhaus alle Berliner zum „Tag der offenen Tür“ ein. In zwei Gesprächsrunden soll dann an die friedliche Revolution erinnert werden. Zum einen sprechen Zeitzeugen von 1989 wie die beiden ehemaligen Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Walter Momper (SPD), zum anderen werden „sehr junge Abgeordnete aus allen Fraktionen“ aus ihrer Perspektive berichten. Auch im Rahmen von Workshops und Sonderführungen durch das Abgeordnetenhaus wolle das Parlament an den Mauerfall erinnern, so Wieland.

Ab 1. Oktober kommt zudem eine Filmreihe hinzu: An sieben Terminen, immer dienstags, und bei freiem Eintritt werden Filme gezeigt, die sich „mit dem Leben dies- und jenseits der Mauer beschäftigen“. An die Großdemonstration auf dem Alexanderplatz vor 30 Jahren soll eine Festveranstaltung am 4. November im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses erinnern. Sprechen werden Zeitzeugen wie die frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Akten, Marianne Birthler.

Für den 8. November ist ein Festakt gemeinsam mit dem Senat geplant. Die Festrede hält die Präsidentin der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR, Sabine Bergmann-Pohl (CDU). Für den Tag des Mauerfalls, den 9. November, habe man keine Veranstaltung geplant, so Wieland. Man wolle nicht mit dem Senatsprogramm konkurrieren. Dieser hat für den 9. November an verschiedenen Orten entlang des alten Mauerverlaufs ein großes Musikfestival geplant.