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Berliner AfD-Funktionäre unterzeichnen Brief gegen Höcke

Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin.

Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Einen am Mittwoch bekanntgewordenen Brandbrief gegen den Thüringer AfD-Fraktionschef und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke haben auch zehn Parteimitglieder aus Berlin unterzeichnet. Darunter sind der AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski und sieben weitere Mitglieder der 22-köpfigen Fraktion im Abgeordnetenhaus. Zudem unterstützten der Spandauer Bezirksstadtrat Andreas Otti und der AfD-Bezirkschef in Tempelhof-Schöneberg, Karsten Franck, den Appell "für eine geeinte und starke AfD".

"Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen am Sonnabend hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen", heißt es dort. Der überwiegende Teil der Mitgliedschaft lehne zudem den "exzessiv zur Schau gestellten Personenkult" um Höcke ab. "Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei". Höcke solle sich auf seine Aufgaben in Thüringen beschränken, fordern mehr als 100 AfD-Funktionäre und -Mandatsträger in dem Schreiben.

Höcke ist Begründer des rechtsnationalen "Flügels" in der AfD. Bei einem Treffen am Samstag in Thüringen nutzte er eine Rede vor 800 Flügel-Anhängern und Gästen für eine Breitseite gegen den Bundesvorstand der Partei. Außerdem kritisierte er das bayerische Landesschiedsgericht der Partei, das dem "Flügel" bescheinigt hatte, er stehe in einem "Konkurrenzverhältnis" zur AfD. Der Verfassungsschutz stuft den "Flügel" als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus ein.