Brandstiftungen

In Berlin brennen innerhalb von zwei Wochen knapp 30 Autos

Anschläge mittlerweile in acht Stadtteilen – Brandkommissariat ermittelt. Doch bisher ist nicht klar, ob es einen Zusammenhang gibt.

In Mitte gingen in der Nacht zu Montag gleich neun Fahrzeuge in Flammen auf.

In Mitte gingen in der Nacht zu Montag gleich neun Fahrzeuge in Flammen auf.

Foto: Foto: Morris Pudwell

2-4-6-4-1-1-2-9. Diese Zahlenkolonne stellt eine Auflistung des Schreckens dar, der sich momentan wieder einmal in Berlin breit macht. Addiert ergibt die Ziffernfolge als Ergebnis 29. So oft sind in den vergangenen zwei Wochen Fahrzeuge in mehreren Bezirken der Stadt in Brand gesetzt worden. Zuletzt in der Nacht zu Montag in Mitte, nahe dem Nordbahnhof.

Dort gingen gegen 1.35 Uhr auf einem Parkplatz an der Caroline-Michaelis-Straße gleich neun Pkw in Flammen auf. Ein Anwohner wurde durch mehrfaches lautes Knallen aus dem Schlaf gerissen und bemerkte beim Blick aus dem Fenster den Feuerschein, der die Nacht erhellte. Auf dem Parkplatz brannten in verschiedenen Parkreihen ein Range Rover, drei VW, zwei BMW, ein Mini, ein Audi und ein Mercedes.

Die von dem aufgeschreckten Anwohner alarmierte Feuerwehr erschien Minuten später und löschte in kurzer Zeit die Brände. Die an den meisten Pkw entstandenen Totalschäden konnten die Einsatzkräfte allerdings nicht verhindern. Von der Polizei hieß es dazu, ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes habe die Ermittlungen übernommen. Die Berliner Morgenpost erfuhr außerdem, dass nach ersten Untersuchungen vieles für Brandstiftung spricht.

Das in der Meldung erwähnte Brandkommissariat hat gerade in den vergangenen zwei Wochen viele Ermittlungen übernommen. Gerade mal zwei Nächte blieb es in dieser Zeit ruhig, ansonsten gingen mal zwei, mal vier oder auch mal sechs Fahrzeuge in Flammen auf. Nach weiteren zwei Nächten, in denen „nur“ jeweils ein Auto brannte, kam es dann am Nordbahnhof zu dem bisherigen traurigen Rekord von gleich neun brennenden Pkw.

Kein Zeuge der Brände hat die Täter bislang gesehen

Die Polizei stellt diese Serie (die Beamten sprechen lieber von einer „auffälligen Häufung“) bislang vor Rätsel. Hinweise auf die Täter gibt es nicht, die Ermittler können derzeit noch nicht einmal sagen, ob es zwischen den einzelnen Anschlägen Zusammenhänge gibt. In drei Fällen deute zumindest einiges darauf hin, hieß es aus Ermittlerkreisen.

In einer Nacht Anfang der vergangene Woche gingen an der Urania in Tiergarten drei Fahrzeuge in Flammen auf, keine zwei Stunden später brannten wenige als zwei Kilometer entfernt nördlich des Areals Bahnhof Zoo drei weitere Wagen. Und nur eine Nacht später wurden etwa einen Kilometer nördlich der Urania, im Hansaviertel, gleich vier Fahrzeuge in Brand gesetzt. „Da muss man einen Zusammenhang zumindest in Betracht ziehen“, sagte ein Ermittler.

Viel ist es nicht, was die Polizei über die Täter weiß. Sie kommen im Schutz der Dunkelheit, handeln schnell und sind dann ebenso schnell wieder verschwunden. Selbst die meisten Zeugen, die die Brände bemerkten, haben niemanden gesehen. Wie die Täter zu Werke gehen, verrät die Polizei natürlich nicht. Brauchbare Hinweise hat sie bislang auch nicht.

So mancher Berliner ist beunruhigt. Treffen kann es offenbar jeden. Zugeschlagen haben die Brandstifter bislang in acht Stadtteilen, zwischen Wilmersdorf und Prenzlauer Berg, zwischen Neukölln und Tiergarten. Wo es das nächste Mal brennt, kann niemand vorhersagen.