Einsatz

Großbrand im Dong Xuan Center: Brandursache wird ermittelt

Im Asia-Einkaufszentrum in Lichtenberg war am Donnerstagmittag ein Feuer ausgebrochen. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Foto: Jörg Krauthöfer

Gut 24 Stunden hat der Feuerwehreinsatz am Ende gedauert, bis der Großbrand am Dong Xuan Center in Lichtenberg gelöscht war. Noch bis zum frühen Freitagnachmittag sei man mit Löscharbeiten beschäftigt gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Frederic Finner der Berliner Morgenpost. Dann hätten die Feuerwehrkräfte die Einsatzstelle erstmal verlassen. Später sollte noch einmal kontrolliert werden, ob tatsächlich keine Glutnester übersehen wurden. „Jetzt heißt es für uns erstmal aufatmen“, so Finner. Es sei ein anstrengender Einsatz für die Beteiligten gewesen.

Ein Feuerwehrmann wurde verletzt

Bei dem Brand des circa 5000 Quadratmeter großen Lagers wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Nach einer Behandlung im Krankenhaus habe er aber wieder entlassen werden können, sagte Finner. Insgesamt waren 250 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 70 Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren an den Löscharbeiten beteiligt. Zusätzlich hatten zwischenzeitlich circa 130 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren auf zahlreichen Wachen im Stadtgebiet den Grundschutz aufrecht erhalten.

Die Versorgung mit Löschwasser war nach Angaben der Feuerwehr aufgrund der Lage der Hydranten problematisch. Die Einsatzkräfte mussten über relativ weite Strecken Schläuche verlegen.

Ermittlungen zur Brandursache haben begonnen

Das Brandkommissariat der Polizei hat derweil die Ermittlungen aufgenommen. Am Freitag seien Ermittler an dem Asia-Einkaufszentrum gewesen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, sagte eine Sprecherin der Polizei. „Sie versuchen in Absprache mit der Feuerwehr, zu erschließen, wo der Brandausbruch war“, so die Sprecherin. Außerdem sollten Spuren gesichert werden - allerdings mit dem Hindernis, dass die Ermittler noch nicht alle Bereiche hätten betreten können.

Die Ermittlungen werden laut Sprecherin noch länger andauern. Nach Angaben einer Polizeisprecherin am Freitag komme fahrlässige Brandstiftung genauso in Frage wie ein technischer Defekt. Noch könnten die Brandermittler nichts ausschließen. Das Gebäude auf dem weitläufigen Areal des Dong-Xuan-Centers brannte nieder. Übrig sei ein "großer Trümmerhaufen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Zur Höhe des Sachschadens konnten zunächst weder Polizei noch Feuerwehr Angaben machen. Es blieb außerdem weiter unklar, was in der Halle gelagert worden war.

Container mit leicht entflammbarem Inhalt brannte zuerst

Offenbar sei das Feuer am Donnerstag in einem Container mit leicht entflammbarem Inhalt ausgebrochen und habe dann auf die Lagerhalle übergegriffen, so die Polizeisprecherin. Wie die Polizei mitteilte, sei das Feuer um 12.09 Uhr gemeldet worden. Nur wenig später war eine dichte, schwarze Rauchwolke kilometerweit über Berlin zu sehen. Zuerst habe ein Container gebrannt, dann seien die Flammen auf eine Lagerhalle übergegangen, sagte Feuerwehrsprecher Frederic Finner.

In der ersten Alarmierung der Feuerwehr war noch von etwa 60 Einsatzkräften die Rede. Nach dem Eintreffen der Feuerwehrleute auf dem Grundstück an der Herzbergstraße wurden aufgrund der Ausmaße des Brandes umgehend weitere Kräfte angefordert. Zu diesem Zeitpunkt soll das Feuer in der Halle bereits einen sehr großen Schaden angerichtet haben. Am frühen Nachmittag bekämpften dann etwa 150 Feuerwehrleute den Brand, der dann bereits eine zweite Lagerhalle erfasst hatte.

Berliner Feuerwehr warnte vor Rauchbelästigung

Wie der Behördensprecher von vor Ort mitteilte, war zunächst ein etwa 5000 Quadratmeter großes Lager in Brand geraten. Ob Personen verletzt wurden, konnte noch nicht gesagt werden. Das Feuer wurde von mehreren Seiten bekämpft, in die Hallen konnten die Feuerwehrleute nicht.

„Der Brand wird die Feuerwehr noch viele Stunden beschäftigen“, so der Sprecher am Donnerstag. Man habe es mit einem sehr starken Feuer zu tun. Er gehe davon aus, dass die Einsatzkräfte regelmäßig abgelöst werden müssen. Die Feuerwehr teilte auf dem Nachrichtendienst Twitter mit, dass die Freiwillige Feuerwehr auf zahlreichen Wachen im Stadtgebiet den Grundschutz aufrecht erhalten würde.

Über die Warn-App „Nina“ warnten die Berliner Brandbekämpfer offiziell vor der Rauchbelästigung. Es wird empfohlen, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten, hieß es. Anwohner sollen den Bereich zudem weiträumig meiden.

Starker Wind erschwerte die Arbeiten

Auch am späten Donnerstagnachmittag war das Feuer noch nicht unter Kontrolle und das Hauptaugenmerk der Feuerwehr war es, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Starker Wind erschwerte die Arbeiten, da die Flammen so immer wieder mit Sauerstoff versorgt wurden. Zu den wichtigen logistischen Aufgaben gehörte es, ausreichend Feuerwehrleute zum Brandort zu bringen, damit die Männer im Einsatz abgelöst werden konnten. Erst am Abend war das Feuer unter Kontrolle. „Es brennt noch, aber die Flammen können sich nicht weiter ausbreiten“, sagte ein Feuerwehrsprecher der Berliner Morgenpost. Die Halle sei einsturzgefährdet, das Löschen sei nur von außen möglich gewesen. Über Nacht sollte noch eine Brandwache am Einsatzort bleiben.

Berliner Feuerwehr warnt vor Rauchbelästigung

Auch als der sichtbar schwarze Rauch nicht mehr am Himmel zu sehen war, gab die Feuerwehr noch keine Entwarnung für die Bevölkerung in der Umgebung. Luftmessungen in der näheren Umgebung hätten zwar am Nachmittag keine Anzeichen für eine Gefährdung ergeben, das könne sich aber schnell ändern, sagte Finner. Die Feuerwehr empfahl, weiterhin Türen und Fenster geschlossen zu halten, auch wenn kein Rauch mehr sichtbar sei.

Die Polizei hatte das Gelände weiträumig abgesperrt, und Autofahrer wurden an der Herzbergstraße Ecke Am Wasserwerk umgeleitet. Die Herzbergstraße in Lichtenberg war in beiden Richtungen zwischen Vulkanstraße und Siegfriedstraße gesperrt. Die Tram-Linien M8 und 21 waren unterbrochen, meldete die BVG.

Bereits 2016 brannte es im Dong-Xuan-Center

Zuletzt hatte es im Mai 2016 in dem Einkaufszentrum mit mehreren Markt- und Lagerhallen gebrannt. Auf dem früheren Industriegelände verkaufen vor allem vietnamesische Händler asiatische Produkte. Neben Restaurants befinden sich auch Friseurläden und Nagelstudios auf dem Grundstück. Der Großbrand vor mehr als drei Jahren wurde durch Funkenflug bei Schweißarbeiten ausgelöst. Dabei wurden Chemikalien zur Herstellung von Nagellacken in Brand gesetzt. Auch damals war eine Lagerhalle in Brand geraten und fast vollständig zerstört worden. 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz gewesen. Angeblich waren in der Halle damals Waren mit Millionenwert gelagert. (mit dpa)