Prozess in Berlin

Schwangere Maria (19) angezündet: Mörder wird ausgewiesen

Mit Benzin begossen und angezündet: Maria und ihr ungeborenes Kind starben qualvoll. Jetzt wird ihr Mörder in die Türkei abgeschoben.

Der Tatort in der Köllnischen Heide in Adlershof: Eines der Holzkreuze erinnert an Maria P., das andere an ihre ungeborene Tochter (Archivbild 2015).

Der Tatort in der Köllnischen Heide in Adlershof: Eines der Holzkreuze erinnert an Maria P., das andere an ihre ungeborene Tochter (Archivbild 2015).

Foto: dpa Picture-Alliance / Oliver Mehlis / picture alliance / dpa

Berlin. Die Ausweisung eines verurteilten Mörders aus Deutschland ist nach einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts rechtens. Der türkische Staatsbürger Eren T., der in Treptow seine schwangere Ex-Freundin Maria P. bei lebendigem Leib verbrannte, gefährde bei einem weiteren Aufenthalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Damit wurde die Klage des Mörders abgewiesen. Das Urteil fiel bereits am 18. Juni (Aktenzeichen VG 30 K 99.18).

Das Berliner Landgericht hatte den 1995 in Deutschland Geborenen im Februar 2016 zu einer Jugendstrafe von vierzehn Jahren verurteilt. Demnach wurde der Mord verabredet, geplant und vorbereitet. Eren T. habe "auf besonders perfide Art" die Liebe seiner Ex-Freundin ausgenutzt, um sie und das Kind loszuwerden.

Demnach wurde die 19-jährige Maria P. von Eren T. und einem seiner Freunde in einen Wald in der Köllnischen Heide gelockt, niedergestochen, mit Benzin übergossen und angezündet. Das ungeborene Mädchen erstickte im Bauch der Mutter.

Ausweisung von Marias Mörder zumutbar

Eren T. sitzt im Gefängnis Tegel. Die Haft würde Ende Januar 2029 enden. Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten hatte den Ausweisungsbescheid im Juni 2018 erlassen. Der Mann hatte in seiner Klage angeführt, er sei in Deutschland sozialisiert und spreche Türkisch nur unvollkommen. Soziale Kontakte in das Land habe er nicht. Es gebe keine Wiederholungsgefahr.

Dem folgte die 30. Kammer des Gerichts nicht. Zwar könne sich der Kläger als hier geborener Ausländer auf einen besonderen Ausweisungsschutz berufen. Er könne aber ausgewiesen werden, da von ihm auch künftig Gefahr ausgehe. Er habe sich zwar therapeutischen Angeboten geöffnet, der Erfolg sei aber offen. Eren T. sei es als Ledigem ohne Kinder zuzumuten, in die Türkei zu gehen. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

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