Luftverkehr

Trotz Klima-Demos: Neuer Fluggastrekord in Tegel

Trotz aller Forderungen der Klimaschützer: Flughafen TXL sind im Mai 2,2 Millionen Passagiere gelandet – so viele wie noch nie zuvor.

Menschenmassen zum Ferienbeginn am 21. Juni am Flughafen Tegel

Menschenmassen zum Ferienbeginn am 21. Juni am Flughafen Tegel

Foto: Reto Klar / Funke Fotoservices

Berlin.  Trotz aller Appelle der „Fridays for Future“-Bewegung, auf Flüge zu verzichten, steigen die Passagierzahlen in Berlin weiter stark an. Laut der gerade veröffentlichten Verkehrsbilanz wurden an den beiden Berliner Flughäfen im Monat Mai insgesamt 3,2 Millionen Fluggäste abgefertigt, ein Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Flughafen Tegel (TXL) wurde sogar ein neues Allzeithoch registriert: Am Berliner Innenstadt-Airport sind im Vormonat fast 2,2 Millionen Passagiere abgeflogen oder angekommen - ein Plus von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „So viele Fluggäste hat es in einem Monat Mai in Tegel noch nie gegeben“, bestätige Flughafensprecher Hannes Hönemann der Berliner Morgenpost.

Zuwachs am Flughafen Tegel dank Easyjet, Ryanair und Eurowings

Der starke Zuwachs sei vor allem auf das Engagement der Billigfluggesellschaft Easyjet, Ryanair und Eurowings zurückzuführen, die einem Großteil der Start- und Landerechte der 2017 in Insolvenz gegangenen Fluggesellschaft Air Berlin übernommen haben. „Die Delle nach der Air-Berlin-Pleite ist inzwischen mehr als ausgeglichen“, so Hönemann. Nunmehr gebe es ein echtes Wachstum.

So wurde der bisherige Mai-Rekordwert aus dem Jahr 2017 (1,97 Millionen Fluggäste) um rund 200.000 Passagiere deutlich übertroffen.

Klimaschützer fordern Verzicht auf Flugreisen

Die Entwicklung ist bemerkenswert: Denn eine der zentrale Forderungen der gerade in Berlin so populären „Fridays for Future“-Bewegung ist, zur Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen auf das Fliegen möglichst zu verzichten. Vor allem innerdeutsche und innereuropäische Reisen sollten statt mit dem Flugzeug mit der Bahn absolviert werden, so die Klimaaktivisten.

Verbal findet die Forderung viel Anerkennung. Doch die Zahlen sprechen jedoch ein ganz andere Sprache. Denn gerade das starke Passagierwachstum in Tegel ist direkt auf einen Zuwachs an innerdeutschen und innereuropäischen Flügen zurückzuführen. Anders als etwa Frankfurt am Main und München hat Berlin einen nur sehr geringen Anteil an Interkontinentalverbindungen. Aktuell stehen gerade einmal sechs Langstreckenziele im Flugplan.

Mehr als 90 Prozent aller Flüge innerhalb Deutschlands oder Europas

Mehr als 90 Prozent aller Flüge sind sogenannter Point-zu-Point-Verkehr innerhalb Deutschlands und Europas. „Wenn es so etwas wie Flugscham gibt, würden wir das in Tegel zuallererst merken“, so ein Flughafenmitarbeiter.