Extremismus

Razzia gegen linksextremen "Jugendwiderstand"

Mit martialischen Vermummungen und gewalttätigem Auftreten hatten sie für Schlagzeilen gesorgt. Dabei hatten die Linksextremisten aus Berlin-Neukölln nur ein paar Mitglieder. Nun schlug die Polizei zu.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten.

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Polizei ist mit Durchsuchungen gegen die linksextremistische Gruppierung "Jugendwiderstand" vorgegangen. Sie durchsuchte am Mittwochmorgen neun Wohnungen von Mitgliedern dieser Gruppe in Berlin und Nordrhein-Westfalen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Bei den Vorwürfen gehe es auch um Angriffe auf eine pro-israelische Demonstration am 12. September 2018 sowie auf eine Neonazi-Demonstration zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess am 19. August 2017. Die Mitglieder von "Jugendwiderstand" sollen Demonstranten getreten und mit Gegenständen geschlagen und erheblich verletzt haben.

107 Kriminalpolizisten und eine Staatsanwältin waren im Einsatz. Sieben Mitglieder der Gruppe sind beschuldigt. Es geht um schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und weitere Delikte. Beschlagnahmt wurden diverse Speichermedien, Mobiltelefone, Vermummungen, Waffen und weitere Beweise.

Der "Jugendwiderstand" aus Neukölln galt als sehr kleine Gruppe aus 20 bis 25 jungen Mitgliedern mit einer sehr linksextremistischen Haltung. Im Internet gab die Gruppe kürzlich ihre Auflösung bekannt. Der Verfassungsschutz beschrieb sie als "streng dogmatisch" und kaderartig organisiert. Die Gruppe wolle nach eigener Beschreibung "für den Sozialismus und die freie Zukunft des Kommunismus" kämpfen. Vorbilder seien Mao und Stalin. Die Mitglieder seien wegen ihrer aggressiven Terminologie, Angriffen auf Andersdenkende und der Israelfeindlichkeit weitgehend isoliert.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Demonstrationsfreiheit sei ein Grundrecht in Deutschland. Es sei scheinheilig, dass dieses Gut nur für jene gelten solle, deren Interessen man selbst teile. "Insofern ist ein Angriff auf eine durch das Grundgesetz zugelassene Veranstaltung eine Straftat, und es ist richtig, dass die Sicherheitsbehörden diese konsequent verfolgen."