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Polizei bei "Fusion"-Festival: Außen vor und doch präsent

Das linksalternative "Fusion"-Festival dauert noch bis Sonntag. Neben den rund 3000 Künstlerinnen aus Musik, Theater, Tanz und Performance gibt es aber vor allem einen Haupt-Act: die Polizei.

Das Tor zum Eingangsbereich des Geländes des Kultur- und Musikfestivals "Fusion".

Das Tor zum Eingangsbereich des Geländes des Kultur- und Musikfestivals "Fusion".

Foto: dpa

Lärz. Auf dem "Fusion"-Festival an der mecklenburgischen Seenplatte beginnen heute die Open-Air-Auftritte. Bis Sonntag findet das linksalternative Festival mit Musik, Performance, Kino und Vorträgen auf einem ehemaligen russischen Militärflugplatz statt. Um das Sicherheitskonzept war im Vorfeld lange zwischen Behörden und Veranstaltern gerungen worden, vor rund einem Monat wurde jedoch eine Einigung erzielt. Es werden rund 70 000 Besucher erwartet, die Tickets sind seit Dezember vergangenen Jahres ausverkauft.

Trotz der Einigung scheint der monatelange Streit um das Sicherheitskonzept noch nicht vergessen. In den Sozialen Medien wurde schon vor Beginn des Festivals jeder Schritt der Polizei kritisch beäugt, ganz besonders das Aufstellen der mobilen Polizeiwache vor dem Gelände. Auf Twitter mischte sich jedoch auch Mitleid mit den Polizisten, die bei den angekündigten heißen Temperaturen in dem Container Wache schieben müssen.

Die Beamten sind ein großes Thema - ohne auf dem Gelände anwesend zu sein. Polizei, Überwachung und Kontrolle werden zum "künstlerischen und inhaltlichen Motto der diesjährigen Fusion", schrieben die Veranstalter Ende Mai in einem Newsletter. Auf dem Programm - das in diesem Jahr schon vor Beginn des Festivals im Internet abrufbar ist - stehen Vorträge mit den Titeln "Schöne neue Polizeigesetze" und "Drogen und Verkehrssicherheit".

Wie viele Polizisten im Einsatz sind, wollte die zuständige Polizeibehörde nicht sagen. Es seien aber weniger als die in dem alten Sicherheitskonzept diskutierten 1000 Polizisten. 2018 waren rund 300 Beamte zum Festival beordert worden. Vom Veranstalterverein Kulturkosmos seien 2000 Supporter, mehr als 200 Ordner und 200 Sicherheitskräfte auf dem Gelände. Außerdem werden 36 Ärzte und rund 400 Freiwillige mit Sanitätsausbildung eingesetzt.