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Reisende ärgern sich über Massenandrang am Flughafen Tegel

Der Flughafen Tegel arbeitet seit Wochen an der Belastungsgrenze. Passagiere berichten von unhaltbaren Zuständen.

Am Flughafen Tegel herrscht zu Stoßzeiten erheblicher Andrang, hier eine Aufnahme von Freitag.

Am Flughafen Tegel herrscht zu Stoßzeiten erheblicher Andrang, hier eine Aufnahme von Freitag.

Foto: Reto Klar / Funke Fotoservices

Berlin. Die täglichen Probleme auf dem überlasteten Flughafen Tegel haben sich auch am Montag fortgesetzt. Mehrere entnervte Fluggäste berichteten der Berliner Morgenpost von unhaltbaren Zuständen im Ankunftsbereich. Der Bereich sei „über Stunden derart überfüllt gewesen, dass die Busse, die Fluggäste von den Maschinen zur Ankunftshalle bringen, ihre Fahrgäste nicht mehr aussteigen lassen konnten“, berichtete ein Reisender.

Zudem seien lediglich zwei Schalter besetzt und die automatisierte Passkontrolle über längere Zeit außer Betrieb gewesen, sagte der Mann weiter. Vor allem ältere und gehbehinderte Reisende verzweifelten offenbar angesichts der Zustände. Die Ursache für das Chaos seien keinesfalls veraltete Strukturen, sondern schlechtes Management, kritisierte ein Fluggast.

Kommentar: Berlins Flughäfen sind nahe am Kollaps

Dem widersprach Hannes Hönemann, der Sprecher der Flughafengesellschaft: „Es gab heute keine strukturellen Schwierigkeiten, das hätten wir bemerkt und abgestellt. Wir haben Verständnis, wenn Leute sich ärgern. Aber es gibt gerade sehr sehr viele Passagiere für diese Infrastruktur“, sagte er der Berliner Morgenpost.

Zwei Drittel der Passagiere in Berlin nutzen Tegel

Im Vergleich zu normalen Zeiten liege das derzeitige Passagieraufkommen um etwa 33 Prozent höher, täglich nutzten zwischen 100.000 und 110.000 Menschen die Berliner Flughäfen, zwei Drittel davon Tegel, ergänzte der Sprecher. „Tegel wird immer als Flughafen der kurzen Wege gelobt, er ist damit aber auch der Flughafen der kurzen Anstehwege. Es gibt keinen Platz für Qeueing, es ist zurzeit einfach sehr voll“, so Hönemann unter Verweis auf das höhere Fluggastaufkommen zum Beginn der Sommerferien.

Die bei der Passkontrolle in Tegel eingesetzten Beamten der Bundespolizeiinspektion am Flughafen könnten die Kritik an chaotischen Zuständen nicht bestätigen, sagte Matthias Lehmann, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin. Das Passagieraufkommen sei derzeit nun einmal besonders hoch, da könne es zu längeren Wartezeiten kommen, aber die Bundespolizei tue alles, um eine möglichst zügige Abfertigung zu gewährleisten, betonte der Sprecher.