Neue E-Tretroller

Berlin und seine E-Scooter: erster Unfall in Kreuzberg

Seit einigen Tagen sind E-Scooter in Berlin erlaubt. Nicht jeder Verkehrsteilnehmer ist begeistert. Einen ersten Unfall gab es schon.

Der Bundesrat stimmte für eine Zulassung der E-Scooter im Straßenverkehr. Vieles muss dabei jedoch beachtet werden. Infos zu dem Thema gibt es im Video.

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  • Tausende E-Scooter sind seit dem Wochenende in Berlin zu finden
  • Mit dem E-Scooter auf dem Gehweg: Erste Bußgeldbescheide verhängt
  • E-Scooter stößt in Mitte mit Auto zusammen

Berlin. Seit dem Wochenende und pünktlich zum allerbesten Sommerwetter bevölkern Tausende der neuen Elektro-Tretroller die Berliner Innenstadt. Mehrere Vermieter-Firmen hatten Ende der Woche die Betriebserlaubnisse für ihre sogenannten E-Scooter erhalten und dann ihre Fahrzeuge in verschiedenen Teilen der Innenstadt aufgestellt. Nicht immer zur Freude anderer Verkehrsteilnehmer.

Auch erste Bußgeldbescheide wurden schon verhängt, weil E-Scooter-Fahrer beispielsweise auf dem Gehweg unterwegs waren. Am Mittwoch informierte die Berliner Polizei über den richtigen Umfang mit E-Scootern:

Berliner Polizei informiert über E-Scooter

Besonders in den touristischen Gebieten rings um die Museumsinsel und am Brandenburger Tor stehen viele Roller, ebenso in Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Nord-Neukölln, wo viele jüngere Menschen wohnen oder als Touristen unterwegs sind. In den anderen Stadtteilen waren die Scooter kaum zu sehen.

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E-Scooter in Berlin: Die wenigsten Fahrer tragen Helme

Viele Berliner probierten die E-Roller in den vergangenen Tagen aus. Touristen nutzten sie zum Sightseeing. Von größeren Unfällen war am Montag noch nichts bekannt. Allerdings stieß an der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße Ecke Spandauer Straße in Mitte ein E-Roller-Fahrer mit einem Auto zusammen. Der Nutzer des E-Sooters wurde dabei verletzt, lehnte aber eine Behandlung ab.

Weltweit kamen bereits Menschen bei Unfällen mit Miet-E-Scootern ums Leben, so in Neuseeland. Dort war ein 59-Jährige bei einem Unfall mit dem Tretroller gestorben. Der genaue Hergang ist noch unbekannt.

Polizei verteilt offenbar erste Knöllchen an E-Scooter-Fahrer

Zu beobachten war auch an einigen Stellen, dass junge Menschen zu zweit auf einem Roller fuhren oder ein Kind mitgenommen wurde. Helme trugen die wenigsten Rollerfahrer. Sie sind zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber fast alle Vermieter fordern ihre Kunden dazu auf, einen Helm zu tragen.

Viele Fahrer sind bei der Wahl ihres Weges recht flexibel: manche fahren auf der Straße, andere auf Radwegen und wieder andere auf dem Gehweg. Vorgeschrieben ist die Nutzung des Radweges; gibt es keinen, muss auf der Straße gefahren werden. Mit der Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern sind die Roller etwa so schnell unterwegs wie ein mäßig schneller Radfahrer. Sportlichere Radler müssen die Roller überholen. Das kann zu Problemen führen, weil die Scooter wegen der kleinen Räder nicht so stabil ihre Spur halten können. Holperige Radwege können die Roller zusätzlich ins Wackeln bringen.

Regeln: E-Scooter dürfen nicht im Weg stehen

Erste Beschwerden gab es über Roller die in Pulks abgestellt wurden. Rund um den U-Bahnhof Eberswalder Straße standen in der Freitag- und Samstagnacht etliche Roller quer auf dem Gehweg, am Hermannplatz lagen einige umgestürzt auf einem Haufen.

Der Senat hatte die Firmen schon vor Wochen auf die Regeln hingewiesen: Die E-Scooter dürfen nicht im Weg stehen, mehr als vier an einer Stelle sind nicht erlaubt und kaputte Roller müssen innerhalb von 24 Stunden entfernt werden. Für Kontrollen sind die Ordnungsämter der Bezirke zuständig.

Firmen suchen Personal zum Aufladen der E-Tretroller

Die Vermieter-Firmen beauftragten zum Teil eigens Mitarbeiter, um die Roller zu verteilen und in Gruppen entsprechend den Vorschriften aufzustellen. Auch für das Aufladen der Akkus in der Nacht suchen die Firmen über ihre Apps Personal und bieten dafür Honorare.

Ganz billig ist die Rollermiete mit 1 Euro Startgebühr pro Fahrt plus 15 Cent pro Minute nicht. Nach 5 Minuten ist man bei 1,75 Euro, das entspricht etwa dem Preis einer Kurzstrecke mit U-Bahn oder S-Bahn. Nach 12 Minuten kostet die Miete 2,80 Euro. Dafür gäbe es eine BVG-Fahrkarte, mit der man 2 Stunden Bus oder Bahn fahren kann oder fast 90 Minuten Mietfahrrad. Und nach 20 Minuten Rollermiete fallen bereits 4 Euro an.

Alle Roller kosten gleich viel Miete

Bisher kosten alle Roller gleich viel Miete, angesichts der Konkurrenz könnte sich aber bei den Preisen noch etwas ändern. Mit einem Angebot zum billigeren Fahren reagierte am Montag Coup, der Vermieter der Elektro-Motorroller, die schon seit einigen Jahren durch Berlin fahren. Hier lassen sich jetzt pauschale Zeitpakete kaufen, wodurch der Mietpreis pro Minute von 21 auf 18 Cent sinkt - ganz in die Nähe des Preises für die Elektro-Tretroller.