Verkehr

Senat und Bahn planen S-Bahntrasse Siemensbahn

Nächste Woche sollen Bahn und Senat eine Vereinbarung unterzeichnen. Bis zu den ersten Zügen dürfte es noch Jahre dauern.

Der Berliner Senat und die Bahn planen die Reaktivierung der S-Bahntrasse Siemensbahn.

Der Berliner Senat und die Bahn planen die Reaktivierung der S-Bahntrasse Siemensbahn.

Foto: dpa

Berlin. 39 Jahre nach Stilllegung der Berliner Siemensbahn arbeiten die Deutsche Bahn und der Senat an einer Reaktivierung der S-Bahntrasse. Beide Seiten wollen in der kommenden Woche eine Vereinbarung unterzeichnen, wie sie am Donnerstag mitteilten. Damit regeln sie, wie sie „erste vorgezogene Planungsleistungen“ finanzieren. Damit könne der Wiederaufbau der Strecke im Spandauer Ortsteil Siemensstadt geplant werden. Bis wieder Züge fahren, dürfte es aber noch mehrere Jahre dauern.

Die knapp fünf Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Jungfernheide bis zum Bahnhof Gartenfeld war 1929 in Betrieb gegangen, um Arbeiter aus der Innenstadt zu den Siemens-Werken zu bringen. 1980 legte die auch in West-Berlin für die S-Bahn zuständige DDR-Reichsbahn den Abschnitt nach einem Streik still. Die Arbeiter fuhren auf der neuen U-Bahnlinie 7.

Der Senat hatte schon seit Jahren überlegt, die S-Bahnstrecke wieder zu eröffnen. Anträge der Bahn, die Trasse aufzugeben, wies das Land wiederholt zurück. Neuen Schwung in die Debatte brachte die Ankündigung von Siemens, bis zu 600 Millionen Euro in seinen Standort zu investieren. Geplant ist ein Campus für Forschen, Produzieren und Wohnen.

Verlängerung über Gartenfeld hinaus wird geprüft

Als Vorleistung des Landes hatte der Konzern auf einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung des Campus bestanden. Dabei geriet die vor sich hin gammelnde Siemensbahn in den Blick. Der Vorteil gegenüber einem Neubau ist, dass man für die Revitalisierung der Strecke kein aufwändiges Planfeststellungsverfahren durchführen muss, inklusive Bürgereinwendungen und der Prüfung alternativer Trassen.

Zuletzt war vorgesehen, dass der frühere Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) im Roten Rathaus eine neu geschaffene Stelle einnehmen soll, um die Aktivitäten rund um die Siemens-Bahn im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zu koordinieren. Kirchner ist von seiner Krebserkrankung genesen und könnte noch im Sommer seine neue Aufgabe antreten.

Geprüft wird auch, die Siemensbahn über den bisherigen Endpunkt Gartenfeld hinaus zu verlängern. Neben dem auf der Insel Gartenfeld geplanten neuen Stadtviertel würde die Bahn so auch das auf dem angrenzenden Tegeler Flughafengelände geplante Gewebe- und Wissenschaftsareal an den Schienenverkehr anbinden. Auch eine Verlängerung der U-Bahn vom Kurt-Schuhmacher-Platz zur „Urban Tech Republic“ wird untersucht.