Freizeit

Das sind die besten Tipps für das Wochenende in Berlin

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Sarah Sever ist die Chefin des Cafés Lula am Markt am Breslauer Platz in Friedenau.

Sarah Sever ist die Chefin des Cafés Lula am Markt am Breslauer Platz in Friedenau.

Foto: jörg Krauthöfer

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Hier finden Sie eine Auswahl von spannenden Veranstaltungen in den Bezirken.

Lula am Markt besticht mit selbstgebackenem Brot

Ein gutes Brot ist wichtig – und das bietet das „Lula am Markt“ in Friedenau. Täglich frisch kommt das Sauerteigbrot aus eigener Herstellung auf den Tisch. Gebacken wird nach eigenen Rezepten. Landbrot, Feigen-Walnussbrot oder Mediterranes Brot können auch an der Theke gekauft werden, für zu Hause. Seit Anfang 2015 gibt es das Café und Restaurant inzwischen am Breslauer Platz in Friedenau – und es hat sich seither zum beliebten Treffpunkt für Anwohner entwickelt. Ein Besuch lohnt sich auch für Nicht-Friedenauer. Selbstgemacht sind zudem die Kuchen, mit denen die Betreiber Robert und Sarah Sever schon diverse Wettbewerbe gewonnen haben. Besonders beliebt: die hausgemachte fluffige Zimtrolle. Diese gibt es auch in einer zweiten Variante als Schwedenklassiker: eine zu einem Knoten geschlungene genannte Kanelbullar.

„Wir wollen hochwertige Lebensmittel in angenehmer Atmosphäre bieten“, erläutert Robert Sever das erfolgreiche Konzept. „Dabei bieten wir das Schönste und Beste aus vielen Ländern an.“ Beginnen könnte der Tag zum Beispiel mit einem Markt-Frühstück. Es besteht aus Rührei aus zwei Bio-Eiern, mit Tomate und Kräutern, hausgemachtem Humus, Avocado, Rosmarinschinken, Butter, hausgemachter Marmelade und Brotkorb (8,90 Euro). Ab 12 Uhr werden Speisen aus dem Ofen angeboten, etwa Rote-Bete-Humus mit Kichererbsen, Olivenöl und Petersilie, serviert mit Schafskäse und geröstetem Brot (7,90 Euro). Oder Artischocken und gegrilltes Gemüse (vegan) mit Rucola und geröstetem Brot (6,50 Euro). Auch Pasta und Sauerteig-Pizza werden angeboten. Neben dem Lula am Markt haben die Gastronomen 2018 ein größeres Restaurant mit lauschiger Terrasse eröffnet: das Lula Deli Deluxe.

Lula am Markt, Lauterstr. 14/15, Friedenau. Geöffnet Mo.–Fr., 8.30–24 Uhr, Sbd., 9 Uhr bis Mitternacht, So., 9–17 Uhr, Reservierung empfohlen Tel: 030/85 10 33 23. Lula Deli & Grill, Tel. Öffnungszeiten: Mo.–So., 9-24 Uhr, 030/85 10 57 89.

Deutsche Erstaufführung an der UdK in Charlottenburg: Angels in America

Der Komponist Peter Eötvös richtet in seiner Oper den Fokus auf die Seelenlandschaften der Figuren aus Tony Kushners gleichnamigem Epos: Der todgeweihte Prior kämpft um sein Leben und schachert dennoch wütend und verzweifelt mit den Engeln um sein Leben. Eötvös verdichtet die Vorlage zu einem Porträt einer sich selbst vernichtenden Welt, in der dennoch Lebenswille und urtiefste Hoffnung des Menschen siegt. Die Protagonisten werden heimgesucht von Dämonen der Schuld und Todesangst, Engeln der Hoffnung und Visionen eines Lebens am anderen Ende der Welt. In Deutschland wird das Stück erstmals als Produktion des Studiengangs Gesang/Musiktheater mit dem Symphonieorchester der Universität der Künste und den Studiengängen Kostüm- und Bühnenbild gezeigt.

Premiere ist am 27. und 28. Juni, jeweils 19.30 Uhr im Theater der UdK, Fasanenstraße 1 B. Eintritt: zwölf Euro, erm. sechs Euro. Karten gibt es an der Konzertsaalkasse der UdK, www.reservix.de

www.reservix.de

Auf den Spuren der Bohème in Erinnerung an Else Lasker-Schüler

Die Dichterin Else Lasker-Schüler war der Mittelpunkt der Berliner Bohème im Kaiserreich. Sie hatte mit allen bürgerlichen Konventionen gebrochen, Ehemann, Kind und Heim verlassen. Sie lebte auf der Straße, wohnte in Hotels und dichtete im Café. Lasker-Schüler verknüpfte Kulturen, männlich und weiblich, Poesie und Realität und sprengte die engen Grenzen der Frauenrolle. Bei einer Exkursion am Sonntag werden Wohnorte, Cafés und Treffpunkte der Bohème gezeigt, an denen die vor 150 Jahren geborene und 1945 verstorbene deutsch-jüdische Schriftstellerin lebte und sich aufhielt. Vor einer Gedenktafel an der Motzstraße 7 und an einem Straßenschild wird aus ihren Gedichten zitiert. Die Museen planen eine Stadtrundfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Geleitet wird die Exkursion von Claudia von Gélieu (Frauentouren). Eine AB-Tageskarte ist nötig. Die sonst kostenlose Veranstaltung dauert rund drei Stunden.

13 Uhr, Treffpunkt S-Bahnhof Bellevue, Ausgang Bartningallee, Ende: Else-Lasker-Schüler-Straße, Nollendorfplatz.

Kinder-Tipp: Kettcar-Parcours und Reaktionstests in der Jugendverkehrsschule Pankow

Ein Parcours für Kettcars, Probefahrten mit E-Bikes, Tests für das Reaktionsvermögen und die Sehkraft – beim Tag der offenen die Tür in der Jugendverkehrsschule Pankow können Kinder ein Abenteuer im Sinne der Sicherheit erleben. Am heutigen Sonnabend, 22. Juni, von 10 bis 16 Uhr erwartet Besucher des Geländes an der Ecke Straße vor Schönholz und Hermann-Hesse-Straße ein Programm, an dem selbst die Polizei Gefallen findet. Sie gibt nicht nur Tipps, wie Kinder unbeschadet in die Schule kommen, sondern lässt sie auch mit einem Fahrradsimulator Gefahrensituationen durchspielen. Welche Auswirkungen Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit haben könnte, sollen Jugendliche mit Hilfe einer Rauschbrille erfahren. Und damit das eigene Fahrrad nicht überraschend den Besitzer wechselt, bietet die Polizei eine Codierung an.

Sonnabend, 22. Juni von 10 bis 16 Uhr, Tag der offenen Tür, Jugendverkehrsschule Pankow, Straße vor Schönholz, Ecke Hermann-Hesse-Straße), Pankow, Eintritt frei.

Spandauer Wilhelmstadt lädt zum traditionellen Kiez-Fest

In der Spandauer Wilhelmstadt wird zum Start in den Sommer groß gefeiert: Nachdem es am Freitag bereits zur Fête de la Musique ein Musik-Programm gab, geht das Feiern an diesem Sonnabend mit dem traditionellen Wilhelmstadtfest weiter. Organisiert wird es seit Jahren vom Team der Bar Plan B, Veranstaltungsort ist deshalb auch der Bereich rund um die Bar und das nahe, ebenfalls von den Organisatorinnen betriebene Café Barfly. Programm gibt es für Kinder und Erwachsene, unter anderem mit einem Tapeart-Workshop, bei dem Kunstwerke mithilfe von Klebeband hergestellt werden, Kickertischen und Kinderschminken. Außerdem spielen Bands und DJs auf einer Bühne und es gibt mehr als 40 Stände, an denen sich lokale Vereine, Einrichtungen oder Unternehmer präsentieren. Unter anderem ist auch die Spandauer Klimawerkstatt dabei, die über aktuelle Kampagnen informiert. Dazu kommen gastronomische Angebote.

22. Juni, 11-22 Uhr, Wilhelmstadtfest: Ecke Wilhelmstraße/ Brüderstraße, Spandau, Eintritt frei.

Künstler Maix Mayer begibt sich auf afrikanische Spurensuche

Der Leipziger Künstler Maix Mayer hat sich für sein neues Kunstprojekt auf Spurensuche nach Afrika begeben. In der Ausstellung „Afronautic Tales“, die bis zum 18. August in der Schwartzschen Villa zu sehen ist, nähert er sich auf verschiedenen Ebenen den kulturellen Widerstandsmodellen gegen die zunehmende globale Angleichung eines eurozentrischen Afrikabildes. In einer Filminstallation von Maix Mayer steht die hohe Kunst des Veejaying in einem Videokino in Dar es Salaam, Tansania, im Mittelpunkt. Die Veejays fungieren als Übersetzer. Sie erzählen die Geschichten der Filme vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswelt und übersetzen damit die fremden globalen Produkte in einen lokalen Zusammenhang. Maix Mayer zeigt in einer Filmeinstellung von 90 Minuten das Veejaying des ersten DDR Science-Fiction-Films „Der schweigende Stern (1960)“ durch DJ Mark vor lokalem Publikum. An diesem Sonntag führt der Künstler durch die Ausstellung.

Künstler-Kuratorin-Führung mit Max Mayer und Christine Nippe, 23. Juni, 14 Uhr, Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, Eintritt frei

Jazz Big Band Batumi aus Georgien tritt in der Gropiusstadt auf

Der Interkulturelle Treffpunkt Impuls im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt am Bat-Yam-Platz organisiert am Sonnabend, 22. Juni um 18 Uhr, ein besonderes Konzert: Die Jazz Big Band Batumi aus Georgien, unter der Leitung von Vakhtang Gordadze, spielt in diesem Jahr wieder in Berlin. 22 hochprofessionelle Musiker aus Aserbaidschan, Armenien, Ukraine, Griechenland, Israel und Georgien treten auf und spielen hochkarätigen Jazz, Swing, Bossa Nova und Klassik-Kompositionen. Zudem wird die Sopranistin Kristina Gordadze an diesem Abendsingen teilnehmen. Sie sorgt mit ihrer wundervollen klaren Stimme und ihrer frischen temperamentvollen Art für unvergessliche Konzerterlebnisse, sind sich Kritiker wie Fans sicher. Seit vielen Jahren setzen die Veranstalter im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ein Zeichen für Toleranz und Aufgeschlossenheit.

Sonnabend, 22. Juni, 18 Uhr, Jazz Big Band Batumi. Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Großer Saal, Bat-Yam-Platz 1. Der Eintritt ist frei.