Immobilien

Immobilienexperten kritisieren Pläne für Mietendeckel

Blick in den Hausflur eines Wohnhauses.

Blick in den Hausflur eines Wohnhauses.

Foto: dpa

Frankfurt/Berlin. Immobilienexperten üben Kritik an den Plänen des Berliner Senats für einen Mietendeckel in der Hauptstadt. Das Einfrieren von Mieten sei ein problematisches Instrument, das leicht nach hinten losgehen könne, sagte Michael Voigtländer vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Wenn Eigentümer die Miete nicht erhöhen können, dürften sie sich weniger um Instandhaltung und Sanierung kümmern."

Das zeigten Erfahrungen in Ländern wie Spanien und Großbritannien, die schon mal Mietendeckel eingeführt hätten. Dort sei die Nachfrage nach den regulierten Wohnungen so hoch gewesen, dass Vermieter kaum für diese sorgen mussten. "Im Ergebnis hat man die Qualität der Wohnungen an den Preis angepasst." In Spanien habe der Mietendeckel in den 1960er Jahren dazu geführt, dass sich Kleinvermieter aus dem Markt verabschiedetet hätten. "Viele Mietwohnungen wurden verkauft."

Der rot-rot-grüne Berliner Senat hatte sich am Dienstag auf Eckpunkte für einen Mietendeckel über fünf Jahre geeinigt. Spätestens im Januar 2020 soll dazu ein Landesgesetz in Kraft treten. Laut Mieterverein wären davon bis zu 1,6 Millionen Wohnungen betroffen - Neubauten und der soziale Wohnungsbau etwa wären ausgeschlossen. Angesichts rasant steigender Mieten ringt die Stadt um Auswege aus der Wohnungsnot. Berlin wäre das erste Bundesland mit einem Mietenstopp.

Mietendeckel träfen nicht nur renditeorientierte Investoren, sondern auch kommunale Wohnungsgesellschaften oder Wohnungsgenossenschaften, sagte Thorsten Lange, Ökonom bei der DZ Bank. "Auch diese benötigen zumindest moderat steigende Mieten, um die Qualität ihrer Bestände zu erhalten." Mietendeckel lösten nicht das Problem des Wohnungsmangels, könnten aber Investoren verschrecken und dem Neubau schaden.