Neue Zahlen

Berliner Wirtschaft startet robust ins neue Jahr

Der neuer Konjunkturbericht bescheinigt steigende Beschäftigung. Auch als Tourismus-Destination ist die Stadt weiter gefragt.

Berlins Wirtschaft hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres gut entwickelt. Neue Jobs und Unternehmen entstanden auch in der Bauindustrie.

Berlins Wirtschaft hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres gut entwickelt. Neue Jobs und Unternehmen entstanden auch in der Bauindustrie.

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Wirtschaft in der deutschen Hauptstadt ist trotz internationaler Unsicherheiten robust ins neue Jahr gestartet. Das geht aus dem neuen Konjunkturbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft hervor, der der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegt. In den ersten drei Monaten des Jahres gab es demnach 10.643 Firmen-Neugründungen, etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze in Einzelhandel und Gastgewerbe stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,4 beziehungsweise 4,9 Prozent. Innerhalb eines Jahres sind zudem rund 50.000 neue Jobs in der Stadt entstanden.

Insgesamt gingen im März rund 1,5 Millionen Menschen in Berlin einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

„Berlins Wirtschaft bleibt auch in schwierigem Fahrwasser stabil und dynamisch. Das Wichtigste: Der nachhaltige wirtschaftliche Aufschwung kommt bei den Berlinerinnen und Berlinern an, immer mehr von ihnen nehmen am Arbeitsleben teil. Positiv entwickeln sich weiter Handel und Dienstleistungen“, erklärte Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Statistiker rechnen in Berlin mit Wirtschaftswachstum in Höhe von zwei Prozent

Vor allem die robuste Expansion der Dienstleistungsbranchen schaffe Potenzial für weiteres Wachstum in der Hauptstadt, sagte sie. Trotz drohender Handelskriege und dem bevorstehenden Brexit habe sich auch die Industrie in Berlin gefestigt, so Pop.

Für dieses Jahr erwartet die Wirtschaftsverwaltung insgesamt ein Wachstum von zwei Prozent. Damit würde Berlin im deutschlandweiten Vergleich weiter an Boden gut machen. Die Bundesregierung geht aktuell für das gesamte Land lediglich von einem Wachstum in Höhe von 0,5 Prozent aus.

In den ersten drei Monaten des Jahres konnte sich die Berliner Wirtschaft auf die bewährten Kräfte verlassen. Vor allem im Dienstleistungsbereich entstanden Jobs und auch neue Unternehmen. Das stärkste Wachstum verzeichnete laut Konjunkturbericht die Branche Information und Kommunikation, 11.100 neue Stellen entstanden. Das Beschäftigtenwachstum lag damit in dem Segment gut elf Prozent über dem Vorjahresniveau.

Baugewerbe stellt Mitarbeiter ein, doch der Verband warnt

Auch die Braubranche baute weiter Stellen auf. Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent. Innerhalb des Baugewerbes gründeten sich zudem 2408 neue Betriebe. Der Auftragseingang ging allerdings um gut ein Viertel zurück. Der Konjunkturbericht verdeutliche daher auch, dass die öffentliche Hand endlich wieder attraktive Ausschreibungen tätigen müsse, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Ost, Robert Momberg.

Mit Blick auf den Zuwachs von Beschäftigten sowie von Firmen-Neugründungen habe die Branche zwar auf die höhere Nachfrage reagiert. „Allerdings sind das nachgelagerte Effekte des Baubooms der vergangenen Jahre, der sich jetzt beginnt merklich abzuschwächen“, erklärte Momberg. Auch die Industrie- und Handelskammer sieht auf die Berliner Wirtschaft „schwierigeres konjunkturelles Fahrwasser“ zukommen, sagte Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Berlins als Touristenziel weiter gefragt

Laut Eder gefährde etwa der Fachkräftemangel die wirtschaftliche Entwicklung. Jedes zweite Unternehmen mahnt laut IHK-Umfrage zudem, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Berliner Verwaltung, die digitale Infrastruktur und das unternehmensfreundliche Klima in der Hauptstadt verbessert werden müssten.

Trotz aller Herausforderungen ist Berlin als Tourismus-Destination weiter beliebt: Zwischen Januar und März verzeichnete die Stadt 2,97 Millionen Gästeankünfte (+4,1 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen stieg auf 7,04 Millionen. Die durchschnittliche Bettenauslastung der 786 Beherbergungsstätten mit 147.300 Gästebetten wuchs leicht auf 53,4 Prozent.