Freizeit

Zehn Tipps für einen entspannten Ferienstart

Wartezeiten am Flughafen, Staus oder quengelnde Kinder – eine Anleitung gegen den Urlaubsstress.

Bis man am Urlaubsziel ankommt, sind oft noch einige Hürden zu überwinden.

Bis man am Urlaubsziel ankommt, sind oft noch einige Hürden zu überwinden.

Foto: FOTO: ozgurcankaya / iStock

Die Sommerferien stehen vor der Tür – Berlin und Brandenburg sind die ersten Bundesländer, in denen die Schulen schließen. Damit Sie möglichst sorgenfrei in die Urlaubssaison starten können, haben wir zehn Tipps zusammengestellt:

1. Wartezeiten einplanen

Mehr als fünf Millionen Passagiere werden während der Sommerferien (20. Juni bis 2. August 2019) ab und nach Berlin fliegen, davon allein rund 432.000 Passagiere am ersten Ferienwochenende (20.-23. Juni 2019). Um möglichst entspannt in die Sommerferien zu starten, empfiehlt die Flughafengesellschaft mindestens zwei Stunden vor dem Abflug am Terminal zu sein. Passagiere werden gebeten, sich vor Reiseantritt online oder telefonisch über ihren Flugstatus zu informieren und die Möglichkeiten des Online-Check-in zu nutzen. Da sich der intensive Sommerferienreiseverkehr auf alle Bereiche des Flughafens auswirken wird, müssen sich Passagiere auf Wartezeiten an Check-in, Pass- und Sicherheitskontrollen einstellen. Besonders voll wird es jeweils an den Ferienwochenenden (freitags bis sonntags) sowie in der gesamten dritten Ferienwoche mit einem deutlichen Peak am Wochenende 5.-7. Juli 2019, da dann zusätzlich die erste Welle des Rückreiseverkehrs einsetzt. Der verkehrsreichste Tag ist der 5. Juli mit insgesamt mehr als 120.000 Passagieren in Schönefeld und Tegel.

2. Gepäck richtig packen

Bestimmte Dinge dürfen weder im Aufgabegepäck, noch im Handgepäck mitgenommen werden. Dazu zählen unter anderem Verteidigungssprays und Gasfeuerzeuge. Pro Passagier darf nur ein Feuerzeug mitgenommen werden, das am Körper getragen werden muss. E-Zigaretten und Powerbanks dürfen nur im Handgepäck mitgenommen werden. Da Gepäckbestimmungen je nach Fluglinie unterschiedlich sein können, empfiehlt es sich, sich direkt bei Ihrer Fluggesellschaft zu informieren. Beim Handgepäck ist vor allem bei Flüssigkeiten Vorsicht geboten: Die einzelnen Behälter dürfen nicht mehr als 100 Milliliter fassen. Sie müssen zudem in einem transparenten und wiederverschließbaren Plastikbeutel mit Zipp-Verschluss aufbewahrt werden. Pro Fluggast darf nur ein Beutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen mitgenommen werden. Gänzlich verboten sind Lithium-Batterien oder Akkus mit mehr aus 100 Wattstunden, Druckbehälter wie Haarspray, Nagellackentferner und Scheren mit einer Klingenlänge ab sechs Zentimeter.

3. Wie groß darf Handgepäck sein?

Maße von 55 x 40 x 20 Zentimeter sind bei den meisten Fluggesellschaften zulässig. Die Bestimmungen über Maximalmaße und Gewicht sind jedoch je nach Airline unterschiedlich, deshalb sollte man sich darüber vorab informieren. Viele Airlines bieten zudem am Flughafen die Möglichkeit, in speziellen Aufstellern die Maße des Handgepäcks zu testen.

4. Anreise zum Flughafen planen

Wer mit dem Auto anreist, dem empfiehlt die Flughafengesellschaft, einen Parkplatz im Voraus zu buchen, um Zeitverluste bei der Parkplatzsuche zu vermeiden und die Flughafenzufahrten zu entlasten. Wenn möglich, empfiehlt die Flughafengesellschaft aber, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Beachten Sie dabei: In der Zeit vom 19. Juni bis zum 5. Juli 2019 ist der S-Bahn-Verkehr von und zum Flughafen Schönefeld aufgrund von Gleisbauarbeiten unterbrochen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen (S45, S9) wird eingerichtet. Diese halten direkt vor dem Terminal A in Schönefeld. Die S-Bahn Berlin empfiehlt, diese Anreisemöglichkeit lieber zu meiden und stattdessen direkt mit den Regionalzügen der Linien RE7 und RB14 aus dem Stadtzentrum anzureisen.

5. Was tun bei Flugverspätung oder Ausfall wegen Unwetter?

Ab drei Stunden Verspätung haben Fluggäste laut dem Fluggastrechteportal Flightright einen Anspruch auf Entschädigung. Unabhängig vom Ticketpreis stehen Betroffenen 250-600 Euro zu. Nach zwei Stunden muss die Airline Snacks und Getränke bereitstellen und verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, muss die Fluggesellschaft für eine Übernachtungsmöglichkeit sorgen. Das Portal empfiehlt, sich von der Fluggesellschaft den Verspätungsgrund schriftlich bestätigen zu lassen und Belege von Mahlzeiten und ausgegebenen Gutscheinen aufzuheben. Bei Verspätungen oder Ausfällen wegen Unwetters gibt es grundsätzlich keine Entschädigung, da diese in der EU-Fluggastrechte-Verordnung als außergewöhnliche Umstände aufgeführt sind. In Sonderfällen, vorausgesetzt Start oder Landung waren auf einem EU-Flughafen, können Passagiere trotzdem eine Entschädigung erhalten. Ansprüche können bis zu drei Jahre nach dem Flug geltend gemacht werden.

6. Wichtiges vorab erledigen

Damit der Briefkasten bei langen Reisen nicht überquillt, kann man vor der Abreise Freunde, Familie oder Nachbarn bitten, diesen zu leeren. Und auch zum Pflanzen gießen lohnt es sich, einen Ersatzschlüssel weiterzugeben. Die Allianz Versicherung rät außerdem, für den Reisezeitraum Zeitungen um-oder abzubestellen, Adressen für Postkarten zu notieren und Nummern für die Sperrung von Kredit-und Simkarte zu notieren.

7. Staus vermeiden

Am kommenden Wochenende herrscht Hochbetrieb auf Deutschlands Fernstraßen. Als Staustellen (beide Richtungen) hat der ADAC folgende Strecken ausgewiesen:

•A2 Dortmund – Hannover – Berlin

•A9 Berlin – Nürnberg – München

•A10 Berliner Ring

•A24 Berlin – Hamburg

Zu den größeren Baustellen im Autobahnnetz Berlin und Brandenburg gehören:

•A10 Südlicher Berliner Ring: Zwischen Autobahndreieck Nuthetal und Ferch, Beschränkung auf 60 Km/h Zwischen Autobahndreieck Werder und Autobahndreieck Potsdam, Beschränkung auf 80 Km/h

•A10 Nördlicher Berliner Ring: Zwischen Oberkrämer und Mühlenbeck, Beschränkung auf 80 Km/h, teilweise auf 60 Km/h

•A10 Östlicher Berliner Ring: Von Autobahndreieck Spreeau bis Erkner (nur in Richtung AD Barnim), Beschränkung auf 80 Km/h

•Autobahnkreuz Oranienburg: Beschränkung auf 60 Km/h

•A114: Vor und im Autobahndreieck Pankow, Beschränkung auf 60 Km/h. Seit 17 Juni ist die Schönerlinder Straße von der Einmündung Am Posseberg bis zur Anschlussstelle der Autobahn A114 voll gesperrt.

•A2: Am Beginn der Autobahn, hinter dem Autobahndreieck Werder, Beschränkung auf 80 Km/h

Zwischen Brandenburg und Wollin, Beschränkung auf 80 Km/h

•A9: Zwischen Beelitz und Brück, Beschränkung auf 80 Km/h

•A13: Zwischen Mittenwalde und Groß Köris , Beschränkung auf 80 Km/h

•A12: Zwischen Briesen und Frankfurt/Oder, Beschränkung auf 60 Km/h

•A11: Zwischen Kreuz Uckermark und Landesgrenze , Beschränkung auf 80 Km/h

•A20: Zwischen Kreuz Uckermark und Landesgrenze , Beschränkung auf 60 Km/h

•A24: Zwischen Autobahndreieck Havelland und Fehrbellin, Beschränkung auf 60 Km/h Zwischen Neuruppin-Süd und Neuruppin, Beschränkung auf 80 Km/h Hinter dem Autobahndreieck Wittstock, Beschränkung auf 80 Km/h

8. Kinder im Auto: Nicht ohne Spucktüte

„Wann sind wir endlich da?“ Es gibt wohl keine Frage, die Eltern auf dem Weg in den Urlaub mehr nervt. Um gelassen in die Ferien zu starten, empfiehlt der ADAC nicht mehr als 500 Kilometer am Tag zu fahren, Proviant mitzunehmen und für ausreichend Unterhaltung zu sorgen. Damit den Kindern nicht übel wird, sollten sie nicht zu lange nach unten schauen, sprich Bücher lesen oder auf dem Handy daddeln. Besser eignen sich Hörbücher oder Ratespiele. Gegen den Durst eignen sich Wasser, Tee und Saft – kohlensäurehaltige Getränke können leicht auf den Magen schlagen. Wenn der Magen doch einmal rebelliert, ist man gut beraten, wenn man Spucktüten griffbereit hat. Kinder unter 12 Jahren müssen im Fahrersitz gesichert werden, dabei ist eine gute Polsterung wichtig und bei kleinen Kindern sollte er eine Schlafposition zulassen. Der Automobil-Club rät außerdem, möglichst alle anderthalb Stunden eine Pause einzulegen und bestenfalls Raststätten mit Spielplätzen oder Spielecken aufzusuchen, wo sich die Kleinen austoben können. Kleinkinder sollten nur während der Pausen Essen bekommen. Im Auto besteht die Gefahr, dass sie sich bei einer starken Bremsung verschlucken oder an Flasche und Besteck verletzen.

9. Mit dem Haustier auf Reisen

Nicht alle Haustiere verreisen gerne. Während ein Hund seinem Begleiter am liebsten überall hin begleitet, fühlen sich Katzen, kleine Haustiere und Vögel in ihrer gewohnten Umgebung wohler. Deshalb empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund e.V. Letztere zuhause zu lassen und für eine gute Betreuung in der gewohnten häuslichen Umgebung zu suchen. Sechs bis acht Wochen sollten sich Tierhalter über die Einreisebestimmungen des Gastlandes informieren – meist sind Untersuchungen, Impfungen oder Anträge zur Einreise nötig. Die in allen europäischen Ländern (außer Russland) geforderte Tollwutschutzimpfung muss bei der Einreise mindestens 21 Tage zurückliegen. Darüber hinaus verlangen einige Länder einen Internationalen Impfpass. Auch Gesundheitszeugnisse für die Vierbeiner wollen einige Zielländer sehen.

Von Flugreisen rät der Tierschutzbund ab, da sie für die Tiere enormen Stress bedeuten. Sollte das unvermeidbar sein, sollte man einen Direktflug nehmen, um unnötige Aufregung zu vermeiden. Kleine Hunde und Katzen dürfen, abhängig vom Gewicht, in der Regel als Handgepäck mitgeführt werden. Größere Hunde müssen in einer Transportbox im Frachtraum untergebracht werden.

In der Bahn dürfen kleine Tiere, auch Hunde, bis zur Größe einer Hauskatze in einem Transportbehältnis kostenfrei mitfahren. Bei größeren Hunden und internationalen Reisen muss eine Fahrkarte für den Hund gelöst werden, der Preis liegt etwa bei 50 Prozent des normalen Tarifs. Leine und Maulkorb müssen mitgeführt werden.

Im Auto sollte der Hund immer hinten Platz finden, entweder im Kofferraum in einer stabilen Transportbox oder gut gesichert durch ein Trenngitter bei einem Kombi oder durch einen speziellen Hunde-Anschnallgurt auf dem Rücksitz. Wichtig: Wasser dabeihaben, regelmäßige Pausen einlegen und bei längeren Fahrten zwischendurch kleine Mengen füttern. Um Überhitzung zu vermeiden, sollten Tierhalter bestenfalls in den kühleren Morgen-und Abendstunden reisen und den Hund nie im geschlossenen Auto zurücklassen. Falls der Hund am Fenster sitzt, sollte dies geschlossen sein, da sonst leicht Blindhautentzündungen entstehen.

10. Oder einfach in Berlin bleiben?

Wer nicht wegfahren will oder kann, hat die Gelegenheit, die vielfältigen Freizeitangebote in der Stadt zu erkunden, für die im Schul- oder Arbeitsalltag keine Zeit ist. Für Kinder bis 18 Jahren eignet sich dazu besonders der Super-Ferien-Pass, der ab dem 20. Juni mehr als 200 Rabatte von 20 bis 50 Prozent bei sportlichen, kulturellen und kreativen Aktivitäten wie Abenteuerkletterparks, Bowlingbahnen, Ausstellungen und Stadtrundfahrten bietet. Auch an Freikartenverlosungen für Spiele der Berliner Spitzenmannschaften in Basketball, Hand-und Volleyball kann man mit dem Pass teilnehmen. Der Preis von neun Euro ist schnell ausgeglichen, denn mit dem Pass gibt es freien Eintritt in die Bäder der Berliner Bäderbetriebe, und auch Zoo und Tierpark sind damit kostenlos. Auch kostenloses Eislaufen im Winter ist möglich, da der Super-Ferien-Pass auch für die kommenden 100 Ferientage bis zum Ende der Osterferien 2020 gültig ist. Erhältlich ist der Pass unter anderem bei den Bädern der Berliner Bäder-Betriebe, in vielen Berliner Bürgerämtern, dem FEZ-Berlin oder beim JugendKulturService.