Plänterwald

"Plansche" - Kinder nicht durch Chemikalien verletzt

31 Kinder hatten Hautausschlag. Der Verdacht, Chemikalien könnten verantwortlich dafür sein, hat sich nicht erhärtet.

Kind im Schwimmbad (Symbolbild)

Kind im Schwimmbad (Symbolbild)

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Der Hautausschlag bei Dutzenden Kindern nach dem Besuch des Wasserspielplatzes "Plansche" im Plänterwald ist nach Behördenangaben nicht durch Chemikalien ausgelöst worden. "Eine Verunreinigung des Wassers der Sprühplansche kann ausgeschlossen werden, da keine Biozide angewandt wurden", teilte der Bezirk Treptow-Köpenick am Mittwoch mit. Ärzte hätten mehreren Betroffenen gesagt, es handle sich eindeutig um eine Reaktion auf die giftigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Zunächst hatte der Verdacht bestanden, dass eine Firma zur Schädlingsbekämpfung Chemikalien eingesetzt haben, um die Raupen zu bekämpfen. Wie das Bezirksamt mitteilt, habe die beauftragte Firma statt dessen die Raupen zunächst mit handelsüblichem Haarlack fixiert und die Verbreitung der gefährlichen Haare der Raupen zu verhindern. Anschließend seien die Raupen durch Absaugen und Absammeln entfernt worden. Insgesamt seien acht Bäume mit rund 20 Nestern behandelt werden.

Am vergangenen Wochenende sei es trotzdem wieder zu einem Auftreten der Raupen gekommen. Diese seien vermutlich durch Wind aus dem benachbarten Waldgelände und den dortigen Nestern, die zuvor nicht erkennbar gewesen seien, an die Bäume im Bereich der Plansche getragen werden.

"Da eine vollständige Beseitigung der Raupen nicht garantiert werden kann, bleibt die Plansche bis zum Zeitpunkt der vollständigen Verpuppung der restlichen Raupen geschlossen." Die verpuppten Raupen könnten keine allergischen Reaktionen hervorrufen.

Polizei ermittelte wegen fahrlässiger Körpverletzung

Die Brennhaare der Raupen können sich lösen und in der Luft herumschwirren. Kommt man damit in Kontakt, sind quälender Juckreiz und Ausschlag mögliche Folgen.

Insgesamt waren 31 Kinder sowie einige Erwachsene leicht verletzt worden. Die Polizei hatte Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen eine Firma zur Schädlingsbekämpfung aufgenommen, die am vergangenen Donnerstag Chemikalien gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf Bäume des Geländes der Plansche versprüht haben soll.

Die Senatsgesundheitsverwaltung hatte am Sonntag einen Hinweis für Eltern getwittert: „Wenn Sie seit Donnerstag auf der Plansche-Plänterwald waren und einen Hautausschlag bei sich oder Ihren Kindern merken, suchen Sie einen Arzt auf. Die Plansche ist gesperrt.“

Auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilte auf Twitter mit, die Plansche sei vorübergehend geschlossen. „Nach derzeitigem Stand mussten sich mehrere Personen einer arztlichen Behandlung wegen eines Hautaussschlages unterziehen. Die Ursache ist noch ungeklärt, Feuerwehr hat Wasserprobe entnommen. Polizei ermittelt.“

Die Raupen haben giftige Brennhaare, die Juckreiz auslösen können

Die kleinen Raupen des Eichenprozessionsspinners haben ab einem gewissen Entwicklungsstadium giftige Brennhaare. Diese lösen sich, schwirren in der Luft herum und können Hautreizungen und Juckreiz auslösen. Bei der Bekämpfung werden in Berlin Nester abgekratzt oder mit Spezialsaugern entfernt. Chemikalien sollen laut Senat eigentlich vermieden werden. Die Ermittlungen der Polizei sollen klären, was ursächlich für die aufgetretenen Symptome ist.