Verkehr

Radler wandeln Autospuren in Radwege um: Für drei Stunden

Radfahrer fahren auf einem mit blauem Beleg ausgelegten Parkstreifen an der Müllerstraße.

Radfahrer fahren auf einem mit blauem Beleg ausgelegten Parkstreifen an der Müllerstraße.

Foto: dpa

Berlin. Zum bundesweiten Tag der Verkehrssicherheit haben Fahrradaktivisten am Samstag in Berlin-Wedding und Prenzlauer Berg an zwei Hauptstraßen Autospuren in Fahrradwege umfunktioniert. An der sechsspurigen Müllerstraße im Wedding leben Radfahrer "zwischen sich öffnenden Autotüren und LKW mit 50 Stundenkilometern" gefährlich, erklärte ein Sprecher des Vereins Changing Cities. Die Organisatoren sperrten für drei Stunden eine Spur und rollten einen blauen Teppich für Radfahrer aus. Rund dreihundert Menschen beteiligten sich nach Veranstalterangaben an dem Verkehrsexperiment.

"Das ist unser Vorschlag für einen geschützten Radweg, den es hier noch nicht gibt", so der Sprecher. Durch Poller und Hindernisse sollen demnach neu geschaffene Radwege an stark befahrenen Berliner Straßen vom Autoverkehr abgegrenzt werden. "Wir hatten schon Probleme beim Aufbau, weil alles zugeparkt war". Anschließend wurde auf der Schönhauser Allee ebenfalls eine Autospur vorübergehend für Radfahrer reserviert. Die Aktivisten schlagen hier eine dauerhafte Einschränkung der Autofahrbahnen zugunsten von Fußgängern und Radfahrern vor. "Das gefällt natürlich nicht jedem, weil dadurch auch Parkplätze wegfallen". Nach Polizeiangaben verlief alles ruhig.