Personalie

Beauftragte gegen Diskriminierung an Schulen tritt ab

Antidiskriminierungsbeauftragte Saraya Gomis hört nach drei Jahren auf. Hatte sie zu wenig Spielräume und Befugnisse?

Saraya Gomis ist Tochter einer Deutschen und eines Senegalesen.

Saraya Gomis ist Tochter einer Deutschen und eines Senegalesen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen

Die Antidiskriminierungsbeauftragte der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hört nach drei Jahren auf. Das bestätigte Saraya Gomis am Donnerstag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Sie werde sich zum neuen Jahr nicht erneut auf den Posten bewerben. Sie hoffe, die Stelle werde auch in Zukunft auf Akzeptanz in der Zivilgesellschaft ebenso wie bei politischen Verantwortlichen stoßen. Zu den Gründen des Rücktritts wollte sich Gomis nicht äußern.

Experten reagierten mit Bestürzung. „Das ist skandalös und gleichzeitig beispielhaft dafür, wie Antidiskriminierung in Deutschland ausgebremst und nicht unterstützt wird“, heißt es in einer Mitteilung des Migrationsrates Berlin. Der Verein setzt sich für die Gleichstellung von Menschen mit Migrationshintergrund ein.

„Entscheidende Befugnisse versagt“

Beobachter sprechen von einem möglichen politischen Zusammenhang – und verweisen auf die Personalie des Bildungsstaatssekretärs. Mark Rackles (SPD) wurde vor wenigen Wochen in den Ruhestand versetzt. Seinen Platz nahm Beate Stoffers (SPD) ein, die vormalige Sprecherin der Bildungssenatorin.

Bettina Jarasch, Sprecherin für Integration der Berliner Grünen, sagte mit Bezug auf Gomis’ Rücktritt, man habe der Antidiskriminierungsbeauftragten entscheidende Befugnisse versagt. „Ohne diese Befugnisse kratzt jede und jeder Beauftragte nur von außen an den Schulmauern, ohne innen Veränderungen bewirken zu können“, so Jarasch.

Aus der Senatsverwaltung hieß es, die Arbeit von Gomis habe sich bewährt. Daher habe man die Stelle der Anti-diskriminierungsbeauftragten aufgewertet und die Arbeit gegen Mobbing und Diskriminierung auch personell ausgebaut. Einen Zusammenhang mit personellen Veränderungen in der Senatsverwaltung schloss ein Sprecher aus.