Humboldt Forum

„Die Verschiebung wird natürlich Geld kosten“

Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert über die Folgen der Verschiebung der Eröffnung des Humboldt Forums.

Das Humboldt Forum in Berlin.

Das Humboldt Forum in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. „Hier baut nicht Berlin, sondern der Bund“, sagt Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert (Linke). Der Satz ist ihm wichtig am Tag nach der Bekanntgabe, dass die große Eröffnung des Humboldt Forums auf dem Schloßplatz in Mitte wegen technischer Baumängel ins Jahr 2020 verschoben wird. Die Berliner Kulturbehörde sei am Mittwoch von der Verschiebung überrascht worden. „Es ist nicht schön, aber das ist jetzt so“, so Wöhlert am Donnerstag. Man sollte jetzt lieber einen sicheren Termin nennen, anstatt wie beim BER die Eröffnung womöglich erneut verschieben zu müssen.

„Wir lagen immer im Zeit- und Kostenplan“, sagt Wöhlert über den Berliner Ausstellungsteil im ersten Obergeschoss. Nachdem sich die Übergabe der Räumlichkeiten über Monate hinauszögerte, hatten die Berliner Ausstellungsplaner bereits die Reißleine gezogen und ihre kleinere Eröffnung auf März 2020 gelegt. „Die Verschiebung wird natürlich Geld kosten“, so Wöhlert.

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Bereits am 26. Juni soll dem Stiftungsrat ein neues Konzept für die schrittweise Eröffnung des Humboldt Forums vorgelegt werden. Für Wöhlert war der Termin, der jetzt geplatzt ist, vom Bund „politisch gesetzt“ worden. „Man wollte unbedingt im Herbst 2019 zu einem Jubiläumsgeburtstag laden.“ Im September wird der 250. Geburtstag des Berliner Universalgelehrten Alexander von Humboldt begangen.

Für die Verschiebung waren Probleme mit der Brandschutz- und Klimatechnik genannt worden. „Die Klimatechnik ist nicht unser Hauptproblem“, sagt Wöhlert mit Blick auf die Berlin-Ausstellung. Ursprünglich war in den Räumen eine Bibliothek vorgesehen, nach der Umwidmung musste die Schau unter der Maßgabe kuratiert werden, Dinge zu zeigen, die keine Vollklimatisierung erfordern.

Tür des Techno-Clubs „Tresor“ wird geliefert

Dazu gehört auch das erste große Berliner Ausstellungsstück, dass am kommenden Dienstag planmäßig ins Humboldt Forum einzieht: die Tür des Techno-Clubs „Tresor“. Die sei „nicht so klimarelevant“, sagt Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, „dafür aber wahnsinnig schwer.“ Einst sicherte die Stahltür den Tresorraum im ehemaligen Wertheim, dem im Nationalsozialismus zunächst enteigneten und im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstörten Kaufhaus in Mitte. Nach dem Mauerfall wurde der Club weltweit zum Sinnbild eines neuen Berlins.

Was die Baustellensituation im Forum angeht, spricht Moritz van Dülmen vom „Glaskugelgucken“. Es seien „unsichtbare Geschichten für einen Baulaien“, sagt er. „Aber wir brauchen Planungssicherheit.“