Wetter

Schweres Unwetter in Berlin, Fernzüge stehen teils still

Der Himmel verfinsterte sich wie in der Nacht. Dann folgten Blitze, Donner - und erneut gingen wahre Wolkenbrüche über Berlin nieder. Es könnte glimpflich ausgegangen sein.

Ein Fahrzeug fährt in Berlin bei Regen über die Straße.

Ein Fahrzeug fährt in Berlin bei Regen über die Straße.

Foto: dpa

Berlin. Ein schweres Unwetter über Berlin hat am Mittwochabend erneut für Chaos in der Hauptstadt gesorgt. Umgerissene Bäume fielen auf Straßen und S-Bahn-Gleise. S-Bahnen fielen aus, Regionalzüge wurden gestoppt, alle Fernzüge standen knapp zwei Stunden still. Auf dem Wannsee kenterten Boote. Bisher gebe es aber keine Meldungen über Schwerverletzte oder Tote, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Die Feuerwehr, die erneut den Ausnahmezustand ausgerufen hatte, fuhr in eineinhalb Stunden mehr als 200 Einsätze.

Nach dem Unwetter mussten am Mittwochabend alle Fernzüge am Berliner Hauptbahnhof stehen bleiben - von 18.45 Uhr bis 20.30 Uhr, wie eine Bahnsprecherin sagte. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden. Mehrere Dutzend Züge blieben stehen. Andere Züge wurden um Berlin herum geleitet. Während des Gewitters wurde auch der Regionalverkehr für 20 Minuten gestoppt, ebenso der Verkehr auf der Ringbahn, wie die Sprecherin weiter sagte.

Mit Windböen und starkem Regen waren heftige Gewitter aus südwestlicher Richtung über die Stadt gezogen. Straßen wurden zeitweise überflutet, weil Gullys die Wassermassen nicht mehr fassen konnten. Im Stadtteil Friedenau fiel ein Baum auf ein Cabrio. Die Insassen hatten Glück im Unglück: Zwei Menschen wurden nur leicht verletzt, teilte die Feuerwehr mit. Auf dem Wannsee habe es nach Boots-Unfällen bisher ebenfalls keine Meldungen über Schwerverletzte oder Vermisste gegeben.

Auf der S-Bahn der Linie 1 war der Zugverkehr zwischen Wilhelmsruh und Wittenau unterbrochen, weil ein Baum auf den Gleisen lag. Auch auf der Autobahn 117 und am Tempelhofer Damm kam es wegen umgestürzter Bäume zu Verkehrsbehinderungen. Der Himmel verdunkelte sich in einigen Stadtteilen wie tief in der Nacht.

Bei der Feuerwehr gingen zahlreiche Notrufe ein. Sie konzentrierte sich vorrangig auf Alarmierungen, bei denen Menschenleben in Gefahr schienen, sagte der Sprecher. Die Berliner seien weiter aufgerufen, kleinere Wasserschäden selbst zu beseitigen.

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden Flüge aus Sicherheitsgründen rund 45 Minuten lang ausgesetzt. Es sei zu kleineren Verspätungen gekommen, sagte ein Sprecher. "Kein Vergleich zu gestern." Am Mittwochabend sei bisher kein Flug gestrichen worden.