Buchvorstellung

Mit diesem Buch werden Sie zum Schöneberg-Experten

Wo leben 1800 Menschen aus 40 Ländern in einem Haus? Wo ist die größte Karaocke-Bar Berlins? Aus einem neuen Buch über Schöneberg.

Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Autorin Brigitte Schmiemann stellen das Buch „Mittendrin in Tempelhof-Schöneberg“ vor.

Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Autorin Brigitte Schmiemann stellen das Buch „Mittendrin in Tempelhof-Schöneberg“ vor.

Foto: Gudrun Mallwitz

Schöneberg.  „Mittendrin in Tempelhof-Schöneberg“ heißt ein neues Buch, mit dem der Bezirk auf seine vielen Angebote und Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen will. Die langjährige Morgenpost-Redakteurin Brigitte Schmiemann hat im Auftrag der Wirtschaftsförderung in einem ersten Band Geschichte und Geschichten aus Schöneberg und Friedenau zusammengetragen und aufgeschrieben. Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), die Autorin und der Schauspieler Frank Sandmann lasen am Dienstagabend aus dem rund 130 Seiten-Buch bei einer Veranstaltung im Café Haberland.

„Wir machen seit vielen Jahren unsere Kiezspaziergänge mit mehreren hundert Teilnehmern“, sagte die Bezirksbürgermeistern. „Da entstand die Idee, den Bezirk und seine Menschen in einem Buch in lockeren Geschichten vorzustellen.“

Informationen und Tipps

Die Autorin führt den Leser in neun Kapiteln durch den größten und den kleinsten Ortsteil des Bezirks. Schöneberg zählt rund 123.500 Einwohner, Friedenau gut 28.000. Da das im Juni erscheinende Taschenbuch zumindest in der ersten Auflage (2000 Stück) nicht in den Buchhandel geht, sondern nur an Ehrengäste verschenkt und an Hoteliers ausgegeben werden soll, hier einige Informationen und Tipps daraus:

- Man erfährt, dass im Pallasseum, der als „Sozialpalast“ bekannt gewordene 13-geschossige Wohnkomplex mit seinen vielen Satellitenschüsseln an der Schöneberger Pallassstaße, 1800 Menschen aus 40 Ländern wohnen und dass es inzwischen Kult sei, dort einzuziehen. Auf der Warteliste stehen laut der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag derzeit rund 250 Bewerber. Das liegt natürlich auch an den langfristig preisgünstigen Mieten dort.

- Die größte Karaoke-und Erlebnisbar Berlins ist in der Bülowstraße 56-57 zu finden. Auf rund 670 Quadratmetern herrscht immer Partystimmung, die Gäste können aus rund 150.000 Karaoke-Songs wählen. https://greenmango24.de

- Deutschlands einzigartiges Museum für urbane Kunst, betrieben von der gemeinnützigen Stiftung Berliner Leben, zeigt seit September 2017 in der Bülowstaße 11 bunte Straßenkunst. https://urban-nation.com/de/museum

David Bowie und seine Sieben-Zimmer-Wohnung

Eine Sieben-Zimmer-Altbauwohnung mitten in Schöneberg? Davon können die meisten heute nur träumen. Musiklegende David Bowie hatte 1975 eine solche Wohnung an der Hauptstraße 155 bezogen. Allein lebte er dort aber nie. Anfangs teilte er sich die Zimmerflut mit Kumpel Iggy Pop.

Eine Gedenktafel erinnert an dieser Adresse an Bowie, der 2016 im Alter von 69 Jahren starb. Drei bis vier Stunden dauert der Bowie Walk, eine Führung, die jeden Sonnabend und jeden Sonntag angeboten wird. https://www.musictours-berlin.de/de/bowie-berlin-walk.html

Erste gleichgeschlechte Ehe im Rathaus Schöneberg geschlossen

- Im Standesamt im Rathaus Schöneberg fand am 1. Oktober 2017 die Trauung der ersten gleichgeschlechtlichen Ehe Deutschlands statt: Bode Mende und Karl Kreile gaben sich das Ja-Wort. Die beiden waren 2002 auch das erste gleichgeschlechtliche Paar, das sich seine Lebenspartnerschaft im Roten Rathaus hatte eintragen lassen. Die Türklinke im Inneren des Trauzimmers ist übrigens mit Vergissmeinnicht und Rosen verziert und mit dem Schriftzug „Dein Eigen auf Ewig“ versehen. Das soll allen Glück bringen. Standesamt Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin, Eingang Freiherr- von Steinstraße.

https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/standesamt

- Der Schöneberger Gasometer ist zum Symbol der Energiewende geworden. 3500 Menschen arbeiten in 150 Firmen auf dem von dem Stadtplaner und Architekt Reinhard Müller gegründeten Euref-Campus an den großen Umweltfragen. Wer den rund 80 Meter hohen Gasometer erklimmen will, muss 420 Metall-Stufen nehmen.

Die Gasometer-Touren gelten immer noch als Geheimtipp. Maximal neun Besucher auf einmal - Mindestalter 12 Jahre- nimmt Profi-Guide Sascha Maikowski mit nach oben. Torgauer Straße 12-15, 10829 Berlin, gasometer1@gmail.com.https://euref.de/euref-campus/campus-leben/#gasometerbesichtigungen

- In Friedenau wird das Besondere gepflegt. Der beschauliche Ortsteil hat in seiner Geschichte schon immer Künstler, Kunstinteressierte und Literaten angezogen und tut es noch heute. Nobelpreisträger Günter Grass wohnte von 1963 bis 1996 in der Niedstraße 13, Uwe Johnson ein Haus weiter. Der Schriftsteller Max Frisch lebte in der Sarrazinstraße 8. Der von Künstlerinnen gegründete gemeinnützige Verein Südwestpassage“ organisiert regelmäßig Kulturveranstaltungen und lädt jeden November zum Atelierrundgang ein. http://www.suedwestpassage.com

Der zweite Teil des Buchs soll Anfang des nächsten Jahres erscheinen. Er führt durch die vier Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade.