Nicht mehr 2019

Eröffnung des Humboldt Forums wird verschoben

Das Humboldt-Forum wird nicht mehr 2019 eröffnet. Das berichtet die dpa. Grund seien „technische Fragen“.

Das Humboldt Forum sollte in diesem Jahr eröffnen.

Das Humboldt Forum sollte in diesem Jahr eröffnen.

Foto: Lisa Ducret / dpa

Berlin. Das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss wird nicht wie geplant noch in diesem Jahr eröffnen. Das sagte Petra Wesseler, Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), bei einem Baustellenrundgang am Mittwoch. „Sicherheit für Besucher und Ausstellungsstücke sind bis Ende dieses Jahres nicht zu 100 Prozent zu gewährleisten“, sagte die BBR-Chefin. Auf einen neuen Eröffnungstermin wollte sie sich nicht festlegen. Wann das Weltmuseum und Veranstaltungszentrum im kommenden Jahr eröffnet werde, werde nun mit den Bauherren besprochen.

Die kurzfristige Absage sei vor allem den Schwierigkeiten in zwei Bereichen der Gebäudetechnik geschuldet. So bereite die Raumlufttechnik Probleme und auch Brandschutzmängel seien festgestellt worden, sagte die BBR-Präsidentin weiter. „Um diese Defizite abzuarbeiten, ist einfach mehr Zeit erforderlich.“ Im Januar hatte die Hauptnutzerin des Gebäudes, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch erklärt, das Humboldt Forum solle im November schrittweise eröffnet werden und ein sogenanntes „Eröffnungsszenario“ vorgestellt, nach dem etappenweise verschiedene Bereiche der insgesamt 40.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche für die Besucher frei gegeben werden sollten.

Aufwendige Klimatechnik umfasst 400 Einzelanlagen

Bereits in der vergangenen Woche war dann bekannt geworden, dass die geplante Elfenbein-Ausstellung verschoben werden muss und nicht vor Frühjahr 2020 realisiert werden sollte. Leihgeber hatten die Befürchtung geäußert, dass die wertvollen Ausstellungsstücke in dem noch nicht vollständig fertig gestellten Gebäude nicht optimal klimatisiert werden könnten.

Für die bereits im Gebäude befindlichen Südseeboote und andere Großexponate aus dem Ethnologischen Museum in Dahlem, die bereits vor einem Jahr ins Schloss gebracht worden waren, habe aber zu keiner Zeit Gefahr bestanden, versicherte der Generalintendant des Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh. „Diese Räume haben bereits seit einem Jahr über eine eigene Anlage ein stabiles, kontrolliertes Klima“, sagte er. Ziel sei aber, dass alle Anlagen zusammenarbeiten, sodass jeder Raum sein optimales Klima erhalte. Die aufwendige Klimatechnik im Haus umfasst nach Aussage der BBR-Präsidentin rund 400 Einzelanlagen, die sich in den oberen beiden Dachetagen sowie im Keller befinden. Diese miteinander zu harmonisieren, sei nun die Herausforderung.

"Wir haben keine systemischen Fehler im Gebäude"

Bislang hatte sich die Stiftung Humboldt Forum – Berliner Schloss auf eine Sitzung des Stiftungsrats am 26. Juni verwiesen, bei der über den Öffnungstermin beraten werden sollte. Dass die Absage erst wenige Monate vor dem geplanten Eröffnungstermin kommuniziert werde, habe nichts damit zu tun, dass man Schwierigkeiten verschleiern wollte, ergänzte die BBR-Präsidentin. „Das ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass wir im Mai viele dieser Einzelabnahmen vorgenommen haben und resümieren mussten, dass es bei der Kälteanlage gravierende Mängel gibt“, sagte Wesseler. Konkret habe die bauausführende Firma die Leitungsführung viel zu niedrig angebracht, sodass diese jetzt einen Fluchtweg behindere: „Dieser Kabelkanal muss wieder komplett abgebaut werden“, sagte Wesseler. Zudem gebe es ein weiteres Problem mit der Computersteuerung: „Da muss noch einmal ein Informatiker ran, damit die Anlage tut, was sie tun muss“, so die BBR-Präsidentin.

Vorgespräche mit der Berliner Feuerwehr hätten zudem ergeben, dass sich diese aus Sicherheitsgründen eine zusätzliche Tür im Erdgeschoss wünsche. „Wir haben keine systemischen Fehler im Gebäude, sondern einzelne Defekte, die wir nun abarbeiten müssen“, bekräftigte der verantwortliche Bauvorstand Hans-Dieter Hegner.

Die Baukosten von insgesamt 600 Millionen Euro blieben aber im Rahmen. Wesseler sprach von einer Reserve von 78 Millionen Euro, von der höchstens ein Drittel ausgeschöpft werde. Schon Anfang Dezember hatte Hegner bestätigt, dass die Terminpuffer aufgebraucht seien.