Prozesse

Sohn einer Passantin vor die Füße geworfen: Mutter straffrei

Ein Richterhammer, eine Statue der Justitia und Akten liegen auf einem Tisch.

Ein Richterhammer, eine Statue der Justitia und Akten liegen auf einem Tisch.

Foto: dpa

Berlin (dpa/bb) – Eine Mutter, die ihren dreijährigen Sohn in Berlin-Köpenick auf der Straße angeschrien und dann einer Passantin vor die Füße geworfen hatte, bleibt straffrei. Das Amtsgericht Tiergarten stellte das Verfahren gegen die 33-Jährige am Mittwoch ein. Die fünffache Mutter hatte zuvor gestanden und erklärt, sie sei damals "völlig überfordert" gewesen. Es habe sich um eine Kurzschlussreaktion gehandelt. Ihre Kinder würden nicht mehr bei ihr leben. Sie versuche nun, sich psychisch zu stabilisieren.

Die Mutter war im Februar 2018 mit vier minderjährigen Kindern unterwegs, als sie laut Ermittlungen ihren damals dreieinhalb Jahre alten Sohn aus dem Kinderwagen nahm und massiv beschimpfte. Eine Passantin habe die Frau beruhigen wollen. "Daraufhin warf sie das Kind aus einer Entfernung von etwa zwei Metern der Zeugin vor die Füße", so die Anklage. Der Junge sei auf dem Rücken gelandet. Verletzungen seien nicht ersichtlich gewesen. Anschließend habe die Mutter den Kinderwagen mehrfach gegen die Schienbeine der Passantin gefahren.

Die 48-jährige Passantin sagte im Prozess, die ihr fremde Frau sei "definitiv überfordert" gewesen. Weil sie "laut und ruppig" mit ihren Kindern sprach, habe sie interveniert, so die Erzieherin. "Dann knallte mir die Frau ihr Kind vor die Füße, ich war geschockt." Mit Zustimmung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung stellte das Gericht das Verfahren um Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung gegen die nicht vorbestrafte Mutter ein.