Kulturangebot

Kultursenator: Museumseintritt ab Januar sonntags kostenlos

Vom Finanzierungsstreit zwischen Bund und Land über den freien Eintritt ins Humboldt Forum profitieren vor allem die Besucher.

Der eintrittsfreie Sonntag, auch Familiensonntag genannt, gilt  in Häusern wie dem Deutschen Technikmuseum.

Der eintrittsfreie Sonntag, auch Familiensonntag genannt, gilt in Häusern wie dem Deutschen Technikmuseum.

Foto: Wolfram Steinberg / picture alliance / Wolfram Stein

Berlin. In allen Museen, die das Land Berlin unterhält, wird es ab Januar 2020 einen eintrittsfreien Sonntag im Monat geben. Das sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) der Berliner Morgenpost am Montag. Die Kosten dafür seien im Herbst vergangenen Jahres angemeldet worden und sollen nun bei den Etatberatungen in anderthalb Wochen bestätigt werden.

Der eintrittsfreie Sonntag, auch Familiensonntag genannt, gilt dann in Häusern wie dem Deutschen Technikmuseum, dem Kolbe-, Bröhan- und Brücke-Museum sowie dem Berliner Stadtmuseum mit den Standorten Märkisches Museum, Nikolaikirche, Ephraim-Palais und Knoblauchhaus. „Damit werden wir einen Beschluss aus unserem rot-rot-grünen Koalitionsvertrag umsetzen“, sagte Lederer. Die Kosten für den eintrittsfreien Sonntag, der mit einem Angebot für Familien gekoppelt werden soll, würden sich auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag belaufen.

Freier Eintritt sonntags auch in Häuser des Bundes

Damit kann nun als sicher gelten, dass ab 2020 die wesentlichen Museen in der Hauptstadt den kostenfreien Sonntag anbieten werden. Am Pfingstwochenende hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in der Morgenpost versprochen, dass die 15 Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) in Berlin dies anbieten würden. Dazu gehören die Häuser auf der Museumsinsel, die Neue Nationalgalerie oder auch der Hamburger Bahnhof. Allerdings hatte Grütters diese Zusage daran geknüpft, dass Berlins Kultursenator diesen Gratisbesuch ab 2020 auch tatsächlich in allen Berliner Museen einführt. „Dann machen die Bundesmuseen natürlich mit – ohne dass wir im Gegenzug von Berlin verlangen, den Einnahmeausfall zu kompensieren“, hatte Grütters gesagt.

Zuvor hatte es Streit zwischen dem Bund und Berlin gegeben

Vorausgegangen war dieser Aussage ein Streit zwischen der Staatsministerin und dem Kultursenator um den komplett freien Eintritt ins Humboldt Forum. Der auf drei Jahre beschränkte Gratis-Eintritt ist ein Wunschprojekt von Grütters. Wie berichtet, weigert sich Berlin, seine 4000 Quadratmeter große Berlin-Schau ebenfalls kostenfrei zu stellen, wenn der Bund diesen Einnahmeausfall – geschätzt 1,5 Millionen Euro jährlich – nicht kompensiert.

„Anders als von Frau Grütters dargestellt, hat Berlin immer den Standpunkt vertreten, dass der freie Eintritt, der auch die Flächen der Berlin-Ausstellung mit einschließt, vom Bund bezahlt werden muss“, sagte Lederer der Morgenpost. Doch das habe der Bund abgelehnt. Und es sei zwar richtig, dass der Bund wesentliche Kosten für das Humboldt Forum übernehme, „doch das hat mit dem freien Eintritt nichts zu tun, das sind Zusagen, die der Bund unabhängig von der Eintrittsfrage gemacht hat“.