Extremismus

Linksradikaler „Jugendwiderstand“ hat sich aufgelöst

Die vor allem in Neukölln aktive Gruppe ist durch Drohungen und gewalttätige Übergriffe gegen Andersdenkende aufgefallen.

Demonstranten des sogenannten "Jugendwiderstand" am 1. Mai 2019 in Neukölln.

Demonstranten des sogenannten "Jugendwiderstand" am 1. Mai 2019 in Neukölln.

Foto: Alexander Dinger

Berlin. Fünf Jahre nach seiner Gründung hat sich die linksradikale Organisation „Jugendwiderstand“ offenbar aufgelöst. Die vor allem in Neukölln aktive Gruppe wird bereits seit längerer Zeit vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet und ist vor allem durch Drohungen und gewalttätige Übergriffe gegen Andersdenkende aufgefallen.

Am Sonnabend gab die Organisation ihre Selbstauflösung über das soziale Netzwerk Facebook bekannt. Die Erklärung wird vom Verfassungsschutz nach Angaben eines Mitarbeiters als echt eingeschätzt.

Verfassungsschutz stuft „Jugendwiderstand“ als gewaltbereit ein

Zu den Feindbildern des „Jugendwiderstandes“ gehören andere linksextreme Gruppierungen ebenso wie Rechtsradikale. Ihre sowohl über das Internet als auch durch Schmierereien an Hauswänden verbreiteten Drohungen und Hasstiraden enthielten immer wieder auch antisemitische Parolen, unter anderem wurde das Existenzrecht Israels permanent und entschieden bestritten.

Vom Verfassungsschutz wurde und wird die Gruppe als gewaltbereit, aber auch als Splittergruppe mit kaum wahrnehmbarer Außenwirkung eingestuft. Auch in der linksextremen Szene blieb der „Jugendwiderstand“ vollkommen isoliert. Ihr harter Kern wird auf 15 bis 20 Mitglieder geschätzt, Wortführer soll ein 27-Jähriger aus Kreuzberg sein, der beruflich als Kindergärtner tätig ist. Ende 2018 soll in der Senatsinnenverwaltung ein Verbot der Gruppe erwogen worden sein. Denkbar ist, dass die Organisation diesem Verbot mit einer Selbstauflösung zuvorkommen wollte.