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Verband der Flughäfen will Tegel erhalten

Berlin wird immer weiter wachsen. Deswegen sieht der Flughafenverband den Bedarf für zwei Flughäfen.

Der Präsident des Flughafenverbands ADV Stefan Schulte

Der Präsident des Flughafenverbands ADV Stefan Schulte

Foto: pa, dpa, BM

Der Präsident des Flughafenverbands ADV, Stefan Schulte, schlägt angesichts der Probleme am geplanten Großflughafen BER langfristig zwei Flughäfen in Berlin vor. Mit Blick auf den Flughafen Tegel sagte Schulte der Berliner Morgenpost: „Eine Möglichkeit könnte sein, die Lizenz für den Flughafen zu erhalten.“ Berlin werde weiter wachsen, die Stadt werde sich weiter entwickeln, so Schulte, der Vorstandsvorsitzender der Fraport AG ist. „In die Ferne gesprochen, benötigt Berlin vielleicht einen weiteren Flughafenstandort“, erklärte er. Dass der jetzige Flughafen Tegel nicht einfach so weiterbetrieben werden könne, sei klar. „Alle Kräfte werden sich zunächst auf den BER konzentrieren. Aber irgendwann wird man sich fragen: Wie geht es mit dem Standort Berlin weiter?“, sagte der Schulte weiter.

+++ Flughafenchef will BER bis zum Herbst fertig bauen

Zugleich äußerte er Verständnis für die von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geäußerte Befürchtung, dass die Fertigstellung des BER sich weiter verzögern könnte: „Mit Blick auf die Historie kann ich die Sorge des Bundesverkehrsministeriums nachvollziehen.“ Er sei aber zuversichtlich, „dass die Kollegen in Berlin das in den Griff bekommen“.

Scheuer: Entwicklung gibt Anlass zur Sorge

Scheuer hatte zuvor in einem der Berliner Morgenpost vorliegenden Brief an BER-Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup geschrieben, dass die „Unsicherheiten hinsichtlich einer termingerechten Eröffnung des Flughafens BER im Oktober 2020“ auch in der Aufsichtsratssitzung am 17. Mai „nicht vollständig ausgeräumt“ worden seien.

Konkret bezog sich der Bundesverkehrsminister auf den Stand der Fertigstellung von Brandmeldeanlage und Kabelgewerken. Beide seien laut dem Schreiben sowohl von Lütke Daldrup als auch vom Tüv Rheinland als „kritisch“ eingeschätzt worden. „Diese Entwicklung gibt mir Anlass zur Sorge“, schreibt Verkehrsminister Scheuer.