Nahverkehr

FDP: Senat muss Linie U1 Richtung Ost und West vollenden

Obwohl schon seit Jahren Pläne für die U1-Verlängerung bestehen, sieht der Nahverkehrsplan des Senats dafür keine Priorität vor.

Eine U-Bahn der Linie U1 verlässt den Bahnhof Warschauer Straße.

Eine U-Bahn der Linie U1 verlässt den Bahnhof Warschauer Straße.

Foto: Wolfgang Kumm / ZB

Mit einem Antrag im Abgeordnetenhaus will die FDP am heutigen Donnerstag dafür sorgen, dass der Ausbau des U-Bahnnetzes in Berlin vorankommt. Insbesondere die Vollendung der Linie U1 Richtung Ost und West fordern die Liberalen. „Der Senat wird aufgefordert, unverzüglich alle notwendigen Voruntersuchungen und Studien durchzuführen, um den Ausbau des Streckenabschnitts der U1 zwischen Uhlandstraße und Westkreuz sowie zwischen Warschauer Straße und Ostkreuz vorzubereiten“, heißt es in dem Antrag. Ziel sei es, möglichst umgehend die Bauplanungen und deren Umsetzung einzuleiten.

Kreuzungsbahnhof Adenauerplatz bereits im Rohbau fertig

„Der Ausbau dieses Streckenabschnittes ist mit vordringlicher Priorität im Nahverkehrsplan einzuordnen“, fordert der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Henner Schmidt. Durch die beiden neuen U-Bahnabschnitte würden Vorteile entstehen, die die Attraktivität des ÖPNV deutlich erhöhten. „Diese Streckenabschnitte ermöglichen erheblich verbesserte Umsteigebeziehungen zwischen dem S-Bahn Stadtring und der ÖPNV-Erschließung der Innenstadt“, begründet Schmidt die Forderung.

Zudem seien bauliche Vorleistungen wie der Kreuzungsbahnhof am Adenauerplatz mit Verbindungsfunktion zur U7 im Rohbau bereits vorhanden. Sie wurde beim Bau der 1978 eröffneten Station der U7 gleich mitgeplant. Auch am östlichen Ende der Strecke an der Warschauer Straße gibt es bereits Vorplanungen der BVG aus dem Jahr 2014 für eine Weiterführung der Linie über eine neu zu errichtende Station an der Modersohnbrücke bis zum Regional- und S-Bahnhof Ostkreuz.

Planungen sollen schon in dieser Legislaturperiode beginnen

Obwohl schon seit langer Zeit konkrete Vorstellungen für die Verlängerung der U1 bestehen, sieht der bisherige Nahverkehrsplan keine Priorität für Untersuchungen zur Machbarkeit des Ausbaus der U1 vor. „Deshalb muss diesem Abschnitt nun umgehend eine vordringliche Priorität im Nahverkehrsplan zugeordnet werden“, so Schmidt weiter. Nur die U-Bahn könne sehr viele Menschen schnell befördern und stehe auch nicht im Stau. „Es ist deshalb nicht nachzuvollziehen, dass der Senat nicht bereit ist, schon in dieser Legislaturperiode mit U-Bahn-Planungen zu beginnen“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der FDP.

Aus Sicht der FDP-Fraktion ist der U-Bahn-Ausbau dringend notwendig, um in der sich weiter verdichtenden Stadt einen leistungsfähigen ÖNPV bieten zu können. „Wir wollen dafür sorgen, dass das Projekt U1 eine hohe Priorität bekommt. Wir werden dies zusätzlich auch in den Haushaltsberatungen im Sommer einbringen“, sagt Henner Schmidt.

Kosten deutlich geringer als beim U5-Lückenschluss

Die Kosten für die Vollendung der U1 zum Ost- und Westkreuz hatte die BVG vor fünf Jahren auf jeweils rund 120 Millionen Euro, also insgesamt etwa 240 Millionen Euro geschätzt. Angesichts der Preissteigerung am Bau wäre heute sicherlich eine deutlich höhere Summe erforderlich.

Das Projekt ist technisch allerdings viel einfacher als die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 in Berlins Mitte, wo der Lückenschluss auf der rund zwei Kilometer langen Strecke zwischen U-Bahnhof Alexanderplatz und U-Bahnhof Brandenburger Tor etwa 525 Millionen Euro kostet. Deshalb wird insgesamt mit deutlich niedrigeren Kosten gerechnet. Denn nicht nur ist der Kreuzungsbahnhof Adenauerplatz im Rohbau fertig gestellt, sondern auch hinter der bisherigen Endstation Uhlandstraße sind bereits mehrere hundert Meter Tunnelröhre fertig.